Geduldsprobe Anreise
Tipps für das Stauwochenende

Samstags ist Bettenwechsel in den Alpen. Das sorgt auf den Anfahrtsrouten in Deutschland und in den Ferienregionen von Tirol bis Wallis für lange Staus. Gibt es ein Entkommen vor den Blechlawinen?

Donnerstag, 06.02.2020, 12:33 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 12:36 Uhr
Nichts geht mehr: Gerade zu den Stoßzeiten im Berufsverkehr und zu bestimmten Ferientagen staut es sich häufiger auf den Autobahnen.
Nichts geht mehr: Gerade zu den Stoßzeiten im Berufsverkehr und zu bestimmten Ferientagen staut es sich häufiger auf den Autobahnen. Foto: Jürgen Mahnke

Berlin/München (dpa/tmn) - Die Anreise in den Winterurlaub ist für viele mit nervenzehrenden Stunden des Stillstands verbunden. Gerade zum Bettenwechsel an den Wochenenden geht regelmäßig nichts mehr auf den Autobahnen.

Wer einmal feststeckt, braucht Geduld und ausreichend Getränke an Bord. Dazu gilt: «Aufmerksam bleiben, denn es kann immer weitergehen», sagt Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE). Weitere Regeln: Nicht zu dicht auffahren und eine Rettungsgasse bilden.

Rettungsgasse bilden

«Die Rettungsgasse rettet Leben», betont Heinze. Sie wird zwischen der äußeren linken und der mittleren Spur freigehalten.

Doch im Idealfall landet man gar nicht im Stau. Experten raten in aller Regel, antizyklisch zu fahren. Das heißt: Nicht zu Stoßzeiten wie dem Feierabendverkehr oder eben den Reisewochenenden. Gerade für Urlauber, die oft von Samstag zu Samstag ihre Ferienwohnung oder ihr Hotelzimmer beziehen müssen, ist das aber leichter gesagt als getan. Für sie ist nachts fahren eigentlich die einzige Alternative. Dann sind zwar die Straßen oft frei, aber die Fahrerei zehrt am Körper.

«Da muss man besonders gut vorbereitet sein, damit man nicht durch Müdigkeit überrascht wird - das passiert leider sehr häufig», betont Heinze. Nur gut ausgeschlafen losfahren, lautet die Devise.

In den Stau hinein oder außen herum?

Wer tagsüber unterwegs ist, hört oft früher oder später die schlechten Nachrichten im Verkehrsfunk: Auf der Strecke staut es sich. Und die Frage ist: Umfahren - ja oder nein? Experten machen das mitunter von der Nähe zum Stau abhängig. Direkte Ausweichrouten sind schnell überlastet, weil sie viele nutzen. Weiträumige Umfahrungen hingegen lohnen eher. Oft genug ist das Ausharren im Stau am Ende tatsächlich mit am wenigsten Wartezeit verbunden - sofern die Autobahn nicht gerade voll gesperrt wurde.

Sören Heinze weist darauf hin, dass die Entscheidung sehr vom jeweiligen Streckenabschnitt und den Umfahrungsmöglichkeiten abhänge. Wer mit Navi unterwegs ist, sollte schauen, ob und welche Alternativrouten das Gerät einem vorschlägt. Alle anderen sollten dem Verkehrsfunk lauschen. Letztendlich müsse man dann «individuell entscheiden».

Getränke und Decken an Bord

In jedem Fall sollten Reisende für Staus gewappnet sein. Wichtig seien ausreichend Getränke an Bord, betont Heinze. Im Winter packt man lieber auch ein, zwei Decken in den Kofferraum. Es könne kälter werden, als man sich das vorher vorgestellt habe, sagt Heinze. Und mitunter stehe man auch länger im Stau als gedacht.

Zum Thema

Aus der ADAC-Staudatenbank: Insgesamt stockte der Verkehr 2019 bundesweit 521.000 Stunden lang, ein Plus von knapp 14 Prozent. Dabei gab es mit rund 708.500 gemeldeten Staus 5 Prozent weniger als im Vorjahr, und auch deren Gesamtlänge nahm mit rund 1,42 Millionen Kilometern um sieben Prozent ab.

Die meisten Staus gab es laut ADAC weiterhin in Nordrhein-Westfalen mit 36 Prozent aller Stillstände bundesweit. Es folgten Bayern und Baden-Württemberg - zusammen entfielen rund zwei Drittel aller Staumeldungen auf diese drei Länder. Die staureichsten Fernautobahnen waren 2019 die Autobahnen 3 (Köln - Frankfurt - Passau), A8 (Salzburg - München - Karlsruhe) und die A1 (Lübeck - Hamburg - Köln).

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