Mit Verspätung
Volkswagen startet Auslieferung des ID.3

Die Vorbereitungen dauerten länger als geplant. Doch jetzt bringt Volkswagen die ersten Exemplare seines absehbar wichtigsten Modells auf den Markt.

Freitag, 11.09.2020, 10:06 Uhr aktualisiert: 11.09.2020, 10:12 Uhr
Fast fertig: Der ID.3 bei der Endmontage in Zwickau.
Fast fertig: Der ID.3 bei der Endmontage in Zwickau. Foto: Hendrik Schmidt

Dresden/Wolfsburg (dpa) - Mit einigen Wochen Verzögerung erhalten amFreitag die ersten Kunden das neue Elektroauto ID.3 von Volkswagen.Das für den größten Autokonzern mit Abstand wichtigste Modell für diekommenden Jahre bildet den Auftakt einer Baureihe reiner E-Fahrzeuge,in die Milliarden-Investitionen fließen.

Zunächst übergibt VW den Wagen in Dresden und Wolfsburg an eine ausgewählte Zahl von Käufern, ehe am Montag (14.9.) der allgemeine Marktanlauf startet.

Vorläufer vieler weiterer Modelle

Der ID.3 soll dazu beitragen, E-Mobilität massentauglich zu machen.Er ist verglichen mit bisherigen Mittelklasse-Elektroautos relativgünstig und hat eine höhere Reichweite. Als weitere E-Modelle derSerie folgen zum Jahreswechsel der kompakte SUV ID.4, später auch derElektro-Bulli ID.Buzz.

Bei Konzerntöchtern wie Audi, Skoda oder Seat wird dieselbe Plattform eingesetzt: Der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) ist die Basis zahlreicher künftiger Modelle, von denen bis zum Jahr 2028 bis zu 22 Millionen Stück gefertigt werden sollen.

Serienmodell ab Oktober

Zunächst gibt es den ID.3 in einer begrenzten Sonderausgabe, dasSerienmodell soll dann ab Oktober auf die Straße kommen. VW hatte dieProduktion im November 2019 in Zwickau begonnen, Kanzlerin AngelaMerkel (CDU) begleitete damals die Eröffnung der Linie. Ab 2021 solldas Auto zusätzlich aus der «Gläsernen Manufaktur» in Dresden kommen.

In der Software-Ausstattung hatte es Probleme gegeben. Ursprünglichwar der Marktstart des ID.3 schon im Sommer geplant gewesen. Doch vorallem die Vernetzung der Steuergeräte hatte sich als sehr komplexesThema erwiesen. Einige Funktionen sind in den jetzt ausgeliefertenAutos noch nicht verfügbar, die Kunden müssen im Winter Updatesnachladen.

Gelingt der Durchbruch?

Das Branchenmagazin «Auto, Motor und Sport» sah nach einem Fahrtest bei Verarbeitung und Elektronik des ID.3 «noch erheblichen Nachbesserungsbedarf». Die Produktion des ID.4 ist bereits angelaufen, ebenfalls in Zwickau.

Die Nachfrage nach vor allem kleineren Elektroautos war zuletzt auchdurch die aufgestockten Kaufprämien gestiegen. Die Anpassung dernötigen Fertigungskapazitäten ist für die Autobauer aber schwierig.Ob der Durchbruch der E-Mobilität in Deutschland gelingt, ist nochunklar.

© dpa-infocom, dpa:200911-99-516930/3

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