Aus zweiter Hand
Tüv-Report: Prüfer mit VW Sharan II bei HU oft unzufrieden

Viel Platz an Bord bieten Vans wie etwa der Sharan von VW. Besonders Familien greifen bei da gerne zu. Doch nicht immer reicht das Budget für einen Neuwagen. Was hat ein gebrauchter Sharan zu bieten?

Dienstag, 13.04.2021, 04:36 Uhr aktualisiert: 13.04.2021, 04:42 Uhr
Familientauglich: Viele schätzen am VW Sharan seine Geräumigkeit und den einfachen Zugang durch die serienmäßigen hinteren Schiebetüren.
Familientauglich: Viele schätzen am VW Sharan seine Geräumigkeit und den einfachen Zugang durch die serienmäßigen hinteren Schiebetüren. Foto: Volkswagen AG

Berlin (dpa/tmn) - Der Sharan ist ein beliebtes Familienauto. Was etwa am großen Innenraum und den hinteren Schiebetüren liegt. Bei der aktuellen Auflage, seit 2010 am Markt, können die Bänke zwar nicht mehr ausgebaut werden, doch als Siebensitzer kann er nach wie vor konfiguriert werden. Alles paletti? Leider nein, denn den Auftritt bei der Hauptuntersuchung (HU) verpatzt der Van oft.

Modellhistorie: Die betrachtete zwei Modellgeneration kam 2010 auf den Markt; die große Modellpflege von 2015 brachte verbrauchsoptimierte Motoren, bessere Smartphone-Anbindung mit den neu verfügbaren Betriebssystemen Apple Carplay und Android Auto sowie Multi-Kollisionsbremse und Notbremsassistent in der Serie.

Karosserievarianten: Der Sharan ist ein Van und grenzt sich von den Minivans im Format von VW Touran oder Opel Zafira nach unten ab. Gebaut wurde er auch als Sechssitzer, seit dem Modelljahr 2017 werden jedoch nur noch fünf- und siebensitzige Varianten ausgeliefert.

Abmessungen (laut ADAC): 4,85 m x 1,90 m x 1,72 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 955 l bis 2430 l.

Stärken: Im Sharan lässt es sich gut cruisen. Die vielen Assistenzsysteme passen gut zur sicherheitssensiblen Zielgruppe der Eltern mit Kindern. Die Lenkung arbeitet laut «Auto Bild Tüv Report 2021» zuverlässig und mängelfrei, die Rückleuchten fallen nicht negativ auf, Ölverlust kommt so gut wie nie vor, auch die Bremsanlagen schneiden gut ab bei der HU.

Schwächen: Ansonsten viel Kritik vom Prüfstand: Der Report schreibt, der Sharan ziehe die Mängel förmlich an. Er führt auf: markant höhere Quoten bei den Radaufhängungen schon zum ersten HU-Termin. Zu diesem fallen auch verschlissene oder rostige Bremsscheiben auf, viele Federbrüche dann beim dritten Check. Vordere Beleuchtung und Blinkeranlage kassieren überdurchschnittlich hohe Mängelquoten. Der Sharan II rasselt zudem zu oft durch die Abgasuntersuchung HU.

Pannenverhalten: Auch vom ADAC ein mauer Befund: «Der Sharan erreicht in den besten Jahren das Mittelfeld», schreibt der Club mit Blick auf seine Pannenstatistik. Zu den Pannenschwerpunkten zählen Probleme mit der Abgasrückführung bei Modellen der Erstzulassungsjahre 2010 bis 2013, defekte Anlasser (2011) und schlappe Batterien (2010, 2011, 2013 bis 2017).

Motoren: Benziner (Vierzylinder, Frontantrieb): 110 kW/150 PS bis 162 kW/220 PS; Diesel (Vierzylinder, Front- und Allradantrieb): 85 kW/115 PS bis 135 kW/184 PS.

Marktpreise (laut «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern):- Sharan 1.4 TSI BMT Start-Stopp Comfortline (2017); 110 kW/150 PS (Vierzylinder); 69 000 Kilometer; 18 300 Euro.

- Sharan 2.0 TDI BMT Trendline (2015); 85 kW/115 PS (Vierzylinder); 118 000 Kilometer; 13 100 Euro.

- Sharan 4Motion 2.0 TDI BMT Start-Stop Highline (2016); 110 kW/150 PS (Vierzylinder); 99 000 Kilometer; 17 750 Euro.

© dpa-infocom, dpa:210412-99-175978/2

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