Bitkom
Hälfte der Internet-Nutzer Opfer von Cyberkriminalität

Internet-Nutzer sollten ihre Daten gut schützen. Das zeigt nicht nur der aktuelle Datenskandal, sondern auch eine Bitkom-Studie. Demnach geht eine Vielzahl von Menschen Online-Kriminellen ins Netz.

Mittwoch, 09.01.2019, 13:14 Uhr aktualisiert: 09.01.2019, 13:22 Uhr
Gegen Datendiebstahl schützen sich Internet-Nutzer am besten mit sicheren Passwörtern und einer Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Gegen Datendiebstahl schützen sich Internet-Nutzer am besten mit sicheren Passwörtern und einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Foto: Oliver Berg

Berlin (dpa) - Jeder zweite Internet-Nutzer in Deutschland ist laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität geworden.

Bei fast einem Viertel der Befragten (23 Prozent) seien deren persönliche Daten illegal genutzt oder an Dritte weitergegeben worden, teilte der Bitkom mit.

So wurden im vergangenen Jahr zwölf Prozent der Internet-Nutzer nach eigenen Angaben beim privaten Einkauf oder bei Verkaufsgeschäften betrogen, elf Prozent gaben an, dass ihre Kontodaten missbraucht wurden.

Wie der jüngste Datenskandal um einen 20-jährigen Schüler aus Hessen gezeigt hat, lässt sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln großer Schaden anrichten. Der bereits am Sonntag festgenommene Mann hatte teils sehr persönliche Daten von rund 1000 Politikern und Prominenten gesammelt und öffentlich auf Twitter verlinkt. Nutzer könnten aber mit einfachen Maßnahmen einen Datenmissbrauch oder Identitätsdiebstahl erschweren, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Der Bitkom riet erneut dazu, neben regelmäßigen Updates der genutzten Software und der Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Zugang zu Plattformen auch komplexere Passwörter zu nutzen, die sich nicht leicht erraten ließen. Allein daran scheiterten jedoch schon viele Nutzer im Alltag, sagte Thorsten Urbanski, Sprecher des IT-Sicherheitsdienstleisters Eset. Bei der Vielzahl an Passwörtern, die durchschnittlich genutzt werden, seien komplexe, kaum zu merkende Passwörter wenig praktikabel.

Urbanski riet dazu, einen Passwortmanager zu verwenden. »Die gibt es ja, man müsste sie nur einsetzen - wenn es schon ein Schüler schafft, an sensible persönliche Daten zu kommen». Generell sei nach den Erfahrungen der vergangenen Woche mehr Aufklärung beim Umgang mit den eigenen Daten angeraten, etwa mit einem «7. Sinn», wie es ihn damals im TV für Autofahrer gab.

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