Ungefragt
Facebook lud Kontaktdaten von 1,5 Millionen Nutzern hoch

Facebook kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Bei etlichen neuen Mitgliedern landeten Daten aus den Adressbüchern auf den Servern von Facebook - laut Unternehmen versehentlich, auch weil das Netzwerk eine umstrittene Methode der Identitätsverifizierung eingesetzt hat.

Donnerstag, 18.04.2019, 19:25 Uhr aktualisiert: 18.04.2019, 19:32 Uhr
Bei Facebook gab es erneut eine Datenpanne.
Bei Facebook gab es erneut eine Datenpanne. Foto: Dominic Lipinski

Menlo Park (dpa) - Facebook hat die nächste Datenschutz-Panneentdeckt: Das Online-Netzwerk lud in den vergangenen drei Jahren ohneErlaubnis die Daten der Kontakte von bis zu 1,5 Millionen neuenNutzern hoch.

Der Fehler sei nach einer Änderung am Anmelde-Verfahrenim vergangenen Monat entdeckt worden, wie Facebook bestätigte. Die Daten seien mit niemandem geteilt worden und würdengelöscht. Der Fehler sei behoben und betroffene Nutzer würdeninformiert. Über den neuen Fehler hatte zunächst dasFinanznachrichten-Portal «Business Insider» berichtet, das zurAxel-Springer-Gruppe gehört.

Die Kontaktdaten wurden in einigen Fällen bei der Bestätigung derE-Mail-Adresse eines neuen Nutzers durch Eingabe des Passworts desMail-Accounts hochgeladen. Facebook besaß damit die Möglichkeit, dieE-Mail-Adresse des neuen Mitglieds zu bestätigen. Dieses Verfahrenwurde von Facebook nach Kritik von Datenschützern wieder abgeschafft.

Ein Facebook-Sprecher sagte «Business Insider», man habe vor Mai 2016den Anwendern angeboten, zusammen mit der Verifizierung auchfreiwillig die Kontakte aus dem E-Mail-Konto hochzuladen. Somitkonnte der US-Konzern den Nutzern etwa neue Freunde empfehlen. Esblieb unklar, ob Facebook die Daten auch für gezielte Werbung nutzte.Die Funktion sei dann wieder abgeschafft worden.

Der Texthinweis auf die Funktion sei tatsächlich gelöscht worden.Allerdings sei die zugrundeliegende Funktionalität nicht entferntworden, erklärte der Sprecher. Facebook habe nicht auf dieE-Mail-Inhalte der Anwender zugegriffen. Wie viele Kontaktdaten ohneeinen entsprechenden Hinweis bei Facebook gelandet sind, kann nurgeschätzt werden. Es können je nach Größe der jeweiligen Adressbüchermehrere hundert Millionen Datensätze sein.

Facebook waren in den vergangenen Jahren mehrere Datenschutz-Pannenunterlaufen. Unter anderem hatten mehrere Millionen Nutzer ihreBeiträge möglicherweise ungewollt mit der ganzen Welt geteilt stattnur mit Freunden.

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