Mo., 28.09.2015

Ernährung Populäre Trends und Mythen

Ernährung : Populäre Trends und Mythen

Egal ob Clean Eating, Fusion Food oder Eiweiß-Shakes – Während Ernährungstrends unwiderstehliche Geschmackserlebnisse und nahrhafte Mahlzeiten versprechen, sollen Diätprodukten Abnehmen in Rekordzeit möglich machen. Ob sich mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung tatsächlich ein gesünderer Lebensstil realisieren lässt, ist oft fraglich. Da immer mehr Konsumenten das Angebot kritisch hinterfragen, befindet sich die Lebensmittelindustrie im Wandel. Wer mit  Diäten langfristig Pfunde verlieren will, muss genau hinschauen.

Ernährungstrends im Fokus

Nicht nur die Modewelt ist von Trends bestimmt. Auch in Sachen Ernährung wird der Verbraucher regelmäßig mit neuen Anreizen konfrontiert. Besonders angesichts der zunehmenden Nachfrage nach Bio, nachhaltigen Produkten und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Einer der weit verbreiteten Trends ist unter dem Begriff „Clean Eating“ bekannt. Ein Merkmal besteht im Verzicht auf Konservierungs- und Aromastoffe sowie Geschmacksverstärker. Möglichst naturbelassene Lebensmittel kommen auf den Tisch. Erstaunlich ist, dass der Trend aus den USA stammt, wo eine Gesellschaft seit Jahrzehnten mit den Folgen der Fast-Food-Ernährung kämpft. Doch gerade Volkskrankheiten scheinen ein Umdenken anzukurbeln. Die Vollwerternährung hat bereits viele Prominente überzeugt, wodurch sich Clean Eating rasant verbreitet. Die Liste der Lebensmittel ist insbesondere von vegetarischen Produkten geprägt. Erlaubt ist alles, was frisch vom Feld kommt. Zudem werden unter anderem Putenfleisch, Weizennudeln, dunkle Körner und Obst verarbeitet. Damit der Speiseplan nicht zu kalorienreich wird, sollten vermehrt grünes Gemüse und Hülsenfrüchte gegessen werden.

Für maximalen Genuss steht „Fusion Food“. Wie der Name vermuten lässt, geht es um kreative Kombination aus unterschiedlichen Kochformen und Kulturen. Starköche aus aller Welt beschäftigen sich mit einem Mix von Zutaten und kreieren aus traditionellen Menüs diverser Länder neue Varianten. Fusion Food ist aber nicht nur in der Küche anzutreffen, sondern auch in der Backstube experimentierfreudiger Konditoren. Sie machen beispielsweise aus Croissant und Muffin einen „Cruffin“. Der Reiseveranstalter DERTOUR stellt online ein kostenloses  E-Book zum Thema Fusion Food zur Verfügung. Es enthält weiterführende Details inklusive Rezeptideen. Die als Paleo bezeichnete Steinzeitdiät ist gleichermaßen gefragt. Auf verarbeitete Lebensmittel sowie Milchprodukte, Zucker, Getreide und Alkohol wird verzichtet. In der Sendung Gesundheit! des Bayerischen Rundfunks erklärt Ernährungswissenschaftlerin Monika Bischoff Details sowie Kritikpunkte.

Werden neue Ernährungsformen aufgegriffen, raten Experten den individuellen Nährstoffbedarf nicht zu vernachlässigen. Gerade bei genussorientierten Trends ist die Gefahr groß zu viel zu essen und aus der scheinbar gesunden Ernährung wird eine Kalorienfalle. Die Techniker Krankenkasse hat online zum Kalorienbedarf einen Ratgeber verfasst. Die Tabelle enthält die von der TK veröffentlichten  Richtwerte zur täglichen Energiezufuhr.

Alter (Jahre) Frauen (in kcal) Männer (in kcal)
15 - 19 2.000 2.500
19 - 25 1.900 2.500
25 - 51 1.900 2.400
51 – 65 1.800 2.200
Ab 65 1.600 2.000

 

Bekannte Ernährungsmythen

Dass die Lebensmittelindustrie bestrebt ist Konsumenten konkret zu steuern und dessen Gelüste für eigene Zwecke zu nutzen, zeigt die Werbung in sämtlichen Medien. Deutlich wird dies beispielsweise an der Entwicklung zur Zuckergesellschaft. Zucker gilt bis heute als „Seelentröster“ und wurde als solcher jahrelang aufgebauscht. Der Innsbrucker Mediziner Florian Überall hat gegenüber der Tiroler Tageszeitung  einige Ernährungsmythen aufgedeckt. Dabei erklärt er, warum Zucker sowohl positive als auch negative Wirkungen hat: „Süßes bringt die Aminosäure Tryptophan ins Gehirn, die Sekunden später für ein wohliges Gefühl sorgt. Allerdings lieben auch Krebszellen Zucker.“ Derartige Fakten leiden unter der medialen Reizüberflutung und geraten in vielen Haushalten in Vergessenheit. Viele Abnehmwillige gehen außerdem davon aus, dass Essen nach 18 Uhr zur Gewichtszunahme führt. Richtig ist, dass die letzte Mahlzeit des Tages mindestens zwei Stunden vor der Nachtruhe eingenommen werden sollte, da der Körper Zeit zum Verdauen braucht. Die Uhrzeit spielt eine untergeordnete Rolle. Vielmehr ist es entscheidend die richtige Kalorienmenge einzunehmen. Formula-Produkte wie Eiweiß-Shakes oder Pulver versprechen schnelles Abnehmen bei maximalem Komfort. In der Realität lässt der gefürchtete Jojo-Effekt oft nicht lange auf sich warten. Im Idealfall finden Formula-Diäten unter ärztlicher Aufsicht statt, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Natürliche Lebensmittel lassen sich damit nicht ersetzen.

Quelle: Bild (stevepb) www.pixabay.com



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