Ernährung
Der passende Wein – so gelingt die Auswahl

Echte Feinschmecker bevorzugen bei der Auswahl alkoholischer Getränke im Rahmen eines stilvollen Abends in angenehmer Gesellschaft eindeutig eine gute Flasche Wein. Das Getränk durchläuft im Rahmen der Entstehung zahlreiche Prozesse. Von der Anpflanzung der Reben bis zur Ernte und zu den biochemischen Prozessen vergeht eine lange Zeit, die den Wein zu einer besonderen Note verhelfen. Aufgrund der Herstellung und des Einsatzes verschiedener Trauben unterscheiden Weinbauer zwischen Rotwein, Weißwein, Perlwein und Schaumwein. Die Deutschen lieben vorwiegend Rot- und Weißwein, das zeigen zahlreiche Studien zum Thema Weinverzehr.

Dienstag, 12.09.2017, 04:03 Uhr aktualisiert: 12.09.2017, 09:15 Uhr
Ernährung: Der passende Wein – so gelingt die Auswahl
Damit der gemütliche Abend perfekt abgerundet ist, wird oft guter Wein serviert. Bei der Meinung, was guter Wein ist und war nicht, scheiden sich jedoch nicht selten die Geister. Foto: fotolia.com © shaiith

Hierzulande importieren Händler die Weine vorwiegend aus Frankreich, Italien, Portugal, Argentinien, Chile, Australien, Griechenland, Bulgarien, Neuseeland und Afrika. Doch nicht nur internationale Weine sind die perfekte Ergänzung zu einem Dinner. Deutsche Weinbauer produzieren vor allem in den Bundesländern mit den optimalen klimatischen Bedingungen hochwertige Weine. So erstrecken sich die Weinanbaugebiete über weite Teile von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. An der Mosel gelegen, gedeihen die Trauben und sind geringen Gefahren ausgesetzt. Aufgrund der Vielzahl von Weinbauern auf dieser Welt haben sich spezielle Verkoster auf den Geschmack von Weinen spezialisiert, bieten Weinliebhabern interessante Informationen und sprechen überdies Empfehlungen aus.

Der Wein und sein Preis

Ahnungslose mit einem bevorstehenden Essen im Kreise der engsten Verwandten wollen mit einem herausragenden Menü überzeugen und Gaumen und Psyche der Gäste erfreuen. Am Ende der Zutatenauswahl kommt es auf den Wein an. Wer sich nun nicht mit dem Wein auskennt, wählt in erster Linie nach dem Preis aus . Für das besondere Event darf es ruhig etwas teurer sein, denn womöglich – so die gängige Meinung von Unerfahrenen – steht ein teurer Wein für eine bessere Qualität. Weit gefehlt! In zahlreichen Tests schneiden viele günstige Supermarktweine sogar besser ab als ihre teuren Konkurrenten. Eine genaue Empfehlung kann jedoch kein Fachkundiger aussprechen. Schließlich sind die Geschmäcker individuell. Es fängt bereits bei der Art der Weine an.

Im Supermarkt begegnen Käufern trockene, halbtrockene und liebliche Weine. Dabei weisen liebliche Weine einen hohen Zuckeranteil auf. Hierbei geht es nicht um klassische Raffinade, die dem Getränk im Rahmen der Herstellung zugesetzt zu mehr Süße verhilft. Der Zucker im Wein ist natürlichen Ursprungs. Es handelt sich um Fruchtzucker. Er entsteht während des Reifungsprozesses. Umso länger die Trauben reifen, desto höher ist der Zuckeranteil bei einem sich verringerndem Säureanteil. Nach dem Abfüllen der Barrique Fässer mit Trauben, entsteht aus Zucker durch Einwirkung von Hefebakterien allmählich Alkohol. Unterbricht der Winzer jenen Prozess, bleibt vermehrt Zucker zurück. Das Endprodukt ist – je nach dem Zeitpunkt der Unterbrechung – lieblicher oder halbtrockener Wein. Bei allen Weinen – unabhängig ob trocken, halbtrocken oder lieblich – kommt es außerdem auf die Weinsäure an. Süße Weine mit einem hohen Säuregehalt erscheinen halbtrocken.

Der Jahrgang des Weines und seine Auszeichnungen

Jeder kennt die Aussage dazu, dass ein alter Wein sein Aroma entfaltet und aufgrund seiner Wertsteigerung nur zu besonderen Anlässen zu öffnen ist. Das gilt nicht für jeden Wein. Die meisten günstigen Weine aus dem Supermarkt sind aufgrund ihrer Qualitätsunterschiede zu hochpreisigen Weinen renommierter Weinanbaugebiete nicht für die längere Lagerung bestimmt. Sie verderben schnell und eignen sich daher lediglich für den zeitnahen Genuss. Im Rahmen des Einkaufs im Supermarkt achten Käufer vor allem auf das Herstellungsjahr. Es darf bei günstigen Weinen nicht so weit zurückliegen – im Idealfall nicht mehr als zwei Jahre. Bei teureren Weinen ist das anders. Hierbei spielt jedoch die richtige Lagerung eine große Rolle, damit der Wein nicht kippt.

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Siegel sagen oft schon viel über die Qualität des Weines aus – wenn man sich auskennt. Foto: fotolia.com © Comugnero Silvana

Ob ein Wein gut ist, das erkennen Menschen nicht unbedingt ausschließlich am Herstellungsjahr. Weiterhin gilt es die Gütesiegel zu beachten. Weine ohne Zertifizierungen sind nicht bevorzugt auszuwählen. Zu den in Deutschland beliebtesten Siegeln gehören Sydney International Wine Competition, Mundus Vini und das Siegel der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (kurz: DLG). Wer sich weiter mit der Materie beschäftigt, stößt auf den Namen Robert Parker . Der US-amerikanische Autor und Weinkritiker gilt im Weingeschäft als feste Größe. Seine Meinung hat sich etabliert, sodass seine Bewertungen Qualität suggerieren.

Die Farbe von Weinen zu deuten wissen

Stellen sich Käufer vor das Weinregal, erkennen sie bei direkter Beleuchtung die Unterschiede bezüglich der Farbe des Weins. Weißweine sind zu Beginn ihrer Entstehung sehr hell, beinahe farblos. Im Laufe ihrer Entwicklung (Wein unterliegt ständigen chemischen Veränderungen) verändert sich ihre Farbe bis ins Bräunliche, sollte jedoch trotzdem noch durchsichtig sein. Diese bräunliche Farbe bezeichnen Önologen als hochfarben. Ein derartiges Aussehen führt nicht zu dem Schluss, dass der Wein nicht mehr haltbar ist. Rotweine hingegen unterliegen einer farblich gegensätzlichen Veränderung im Vergleich zum Weißwein. Ein dunkler Wein ist häufig noch nicht alt. Er verringert seine Farbintensität im Laufe seines Daseins.

Und die Farbe hat deutliche Auswirkungen auf den Geschmack. Kräftige Rotweine haben eine starke Rotfärbung. Diese färbt nicht die Zunge ein und sorgt für einen intensiven Geschmack. Hellere Rotweine sind daher nicht so kräftig. Das lässt sich bereits am Rosé erkennen, der zumeist sehr mild in seinem Geschmack ist. Rosé und Weißwein müssen dauerhaft durchsichtig sein. In seltenen Fällen zeugt eine Entwicklung hin zum Undurchsichtigen von Qualität. Und: Rotweine, die durchsichtig sind, sind nicht unbedingt minderwertig. Schließlich kommt es auf mehrere Eigenschaften an. Im Zweifelsfall ist ein Weinkenner zu befragen.

Die Bewegung des Weinglases – Indiz für Qualität?

Viele sich mit den Eigenschaften des Weins beschäftigende Personen glauben, dass ein guter Wein bei einer zielgerichteten Bewegung des Glases Schlieren an der Glaswand bildet. Diese erinnern aufgrund ihres Aussehens an Kirchenfenster. Laut ihrer Meinung deuten besonders dicke und intensive Schlieren auf Qualität hin. Dabei kommt es hier auf die Inhaltsstoffe an. Ein wichtiger sich im Wein befindender Stoff ist Glyzerin. Umso höher der Glyzerin-Anteil ist, desto schöner sind die sich am Glas bildenden Schlieren. Da sich das Gerücht zu den Schlieren im Zusammenhang mit der vermuteten Qualität seit vielen Jahren aufrechterhält, führte das zu einem Umdenken in der Weinherstellung. Pfiffige Weinbauer versetzten ihren Wein mit einem erhöhten Glyzerin-Anteil.

Die Flaschen verkauften sich so deutlich besser – ein lukratives Geschäft für Winzer. Seit einigen Jahren sind Weinbauer verschärften Kontrollen ausgesetzt. Hierbei geht es ebenso um den Glyzerin-Gehalt des Weins. Bei manchen Weinen sind die Schlieren tatsächlich ein Qualitätsmerkmal, andere Weine mit Schlieren sollten zu denken geben. Müller-Thurgau – als Beispiel dafür – bildet bei einem Alkoholgehalt von 11 Prozent überhaupt keine Schlieren aus. Wenn doch, dann sollten Weinkäufer die Finger von der Flasche lassen.

Welcher Wein zu welchem Essen?

Der traditionelle Rotwein darf auf der Speisekarte sämtlicher Feste wie Weihnachten und Ostern auf dem Tisch nicht fehlen. Aufgrund seines kräftigen Aromas kombinieren ihn viele Menschen vor allem zu deftigen Speisen. Dazu gehören Rind und Schweinsbraten. Auch das Lamm schmeckt im Zusammenhang mit einem guten Rotwein noch besser . Es ist die rote Farbe, die jene Fleischsorten vereint. Daher lässt sich hier gut merken: Roter Wein ist ideal für rotes Fleisch. Helles Fleisch – wie etwa Hühnchen - schmeckt besser zu einem guten Weißwein. Gleiches trifft auf Fisch zu . Hat der Wein eine an Zitronen erinnernde Geschmacksnote, schmeckt er zum Fisch noch besser.

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Zu einem guten Essen, gehört ein ebenso guter Wein. Foto: fotolia.com © Viacheslav Iakobchuk

Leichtere Weine passen hervorragend zum Grillen. Mit einem Rosé kann hier niemand etwas falsch machen. Auch ein nicht so herzhafter Wein kann – je nach Grillgut – sehr lecker sein. Trotzdem sind hier trockene Weine zu bevorzugen. Am Abend beim Anbieten einer Käseplatte darf der Weißwein nicht fehlen. Wichtig: Weißweine ohne ausreichenden Zuckergehalt bieten keine gute Ergänzung zum Geschmack des Käses, wohingegen liebliche Weine dafür prädestiniert sind.

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