Mo., 04.04.2016

Familie Welche Pflege benötigen hilfsbedürftige Senioren?

Familie : Welche Pflege benötigen hilfsbedürftige Senioren?

Foto: colourbox.de

Die Pflege bedürftiger Angehöriger, vor allem von Senioren, erweist sich oft als schwierig. Neben dem zeitlichen Aufwand ist es für viele Menschen schwer, geliebte Menschen in einem Zustand der Hilflosigkeit zu sehen und zu betreuen. Hinzu kommen körperliche Herausforderungen, wenn der Bedürftige beispielsweise ins Bett gehoben werden muss. Aus diesen Gründen sind viele Menschen der Pflege von Angehörigen nicht gewachsen. Ein Einzug ins Heim kommt für viele aber nicht in Frage, da sie ihre Geliebten nicht „abschieben“ möchten. Doch welche Möglichkeiten der Pflege gibt es?

Die Pflege zu Hause durch Angehörige

Viele Angehörige bestehen darauf, ihre pflegebedürftigen Verwandten selbst in den eigenen vier Wänden zu pflegen. Dadurch entsteht neben dem zeitlichen natürlich auch ein finanzieller Aufwand. Je nach Pflegestufe können die Angehörigen deshalb ein Pflegegeld bei der Krankenkasse beantragen. Die Pflegestufe wird von einem Gutachter des medizinischen Dienstes der Krankenkasse bestimmt. Insgesamt unterscheidet man zwischen drei Pflegestufen, die sich jeweils nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit richten:

- Pflegestufe I: 244 Euro
- Pflegestufe II: 458 Euro
- Pflegestufe III: 728 Euro

Oftmals ist es Privatpersonen alleine nicht möglich, Pflegebedürftigen die benötigte Hilfe zukommen zu lassen. Deshalb kann es sinnvoll sein, zusätzlich stundenweise einen ambulanten Pflegedienst zu engagieren. Auch dieser wird von der Krankenkasse bezuschusst. Der Vorteil eines Pflegedienstes liegt vor allem darin, dass dieser über geschultes Personal verfügt, welches auch medizinische Aufgaben, wie das Wechseln von Verbänden oder das Geben von Spritzen, durchführen darf. Darüber hinaus kann von der Krankenkasse Unterstützungsgeld für technische Hilfsmittel, die für die Pflege benötigt werden, beantragt werden. Weitere Informationen rund um die finanzielle Regelung für die häusliche Pflege finden Sie zum Beispiel hier.

Der Tag-und-Nacht Pflegedienst

Hat ein pflegebedürftiger Mensch keine Verwandten mehr, die ihn pflegen können, oder sind diese durch ihren Beruf zu sehr eingeschränkt, ist es fast unmöglich für den Bedürftigen, in der eigenen Wohnung zu bleiben. Für diese Fälle ist es möglich, eine Pflegekraft einzustellen, die sich 24 Stunden am Tag mit der Pflege beschäftigt. Die Pflegekraft zieht dann bei der zu pflegenden Person ein und kann sich Tag und Nacht um deren Bedürfnisse kümmern. Zu ihren Aufgaben gehören:

- Hilfe beim Essen
- Unterstützung bei der täglichen Körperhygiene
- Erinnerung an die Medikamenteneinnahme
- Vereinbarung von Terminen und Begleitung zum Arzt etc.

Zusätzlich übernehmen die Pflegekräfte üblicherweise Aufgaben im Haushalt, wie Wäschewaschen oder Putzen. Außerdem spenden sie menschliche Nähe durch gemeinsame Spaziergänge, Gespräche oder Kartenspiele. Dies ist besonders für ältere Menschen sehr wichtig. Einige Agenturen haben sich bereits auf die Vermittlung von entsprechendem Personal spezialisiert (zum Beispiel diese).

Die stationäre Pflege

Der Entschluss, in eine stationäre Pflegeeinrichtung zu ziehen, fällt Senioren in der Regel schwer. Viele von ihnen haben ihr Leben lang in ihrem Haus gewohnt und möchten auch ihren Lebensabend dort verbringen. In diesen Fällen ist es wichtig, dass die Angehörigen mit Verständnis reagieren und den betroffenen Menschen nicht zu drängen. Vielmehr ist es wichtig, ihm die Gründe darzulegen, weshalb ein Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung der richtige Schritt ist. Vor allem der Kontakt zu anderen Senioren spielt dabei meist eine wichtige Rolle.

Hinzu kommt, dass viele Senioren ein falsches Bild von den sogenannten Altenheimen haben. In der Regel wird in diesen versucht, den Senioren die Selbstbestimmung in ihrem Alltag zu überlassen und ihnen nur unterstützend Hilfe zu gewähren. Oftmals haben Senioren sogar ihre eigenen Wohnungen oder Apartments. Menschen, die ohne Hilfe ihren Alltag nicht bewältigen können, sind jedoch besser in einem Pflegeheim aufgehoben. Dort steht vor allem die Pflege der bedürftigen Menschen im Vordergrund.



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