Familie
Wann Kinder gerne Obst und Gemüse essen

Oftmals werden Kinder schon früh an den Geschmack von Schokolade und Gummibärchen gewöhnt. Dabei geht es auch anders. Mit einigen Tricks können Kinder lernen wie lecker Obst und Gemüse sein können.

Freitag, 07.10.2016, 11:57 Uhr
Familie : Wann Kinder gerne Obst und Gemüse essen
Mit den richtigen Essgewohnheiten greifen Kinder automatisch selber zu Obst und Gemüse. Foto: Fotolia.com, ©detailblick-foto #102833111

Fünf Portionen Obst und Gemüse sollen täglich auf dem Speiseplan stehen. Dies empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Denn gerade für Kinder im Wachstum sind die Vitamine und Mineralstoffe sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung. Umfragen zeigen jedoch, dass zwar 80 Prozent der befragten Kinder täglich Obst oder Gemüse essen, jedoch nur ein Drittel zweimal täglich zu dieser gesunden Zwischenmahlzeit greift. Die empfohlenen fünf Portionen pro Tag verzehrten insgesamt nur 3 Prozent der befragten Kinder.

Die Vorbildfunktion der Eltern

Da hilft es nur, die Kinder schon möglichst früh an Obst und Gemüse zu gewöhnen. Als Vorbild müssen dabei die Eltern vorangehen. Oft ist es so, dass die Kinder auch das möchten, was Mama und Papa auf dem Teller haben. Wer dann die meiste Zeit Pommes mit Bockwürstchen serviert, gewöhnt die Kleinen schnell an diesen Geschmack.

Daher besser selber öfter zu Rezepten mit Gemüse greifen und als Nachtisch lieber Obstsalat statt Eis auf den Tisch bringen. Um die fünf Portionen am Tag realisiert zu bekommen, muss allerdings auch auf eine Regelmäßigkeit der Mahlzeiten geachtet werden. Dabei fängt die Vorbildfunktion schon beim Frühstück an. Eltern, die den Tag damit beginnen das Frühstück ausfallen zu lassen und höchstens noch eilig eine Tasse Kaffee hinunter zu kippen, können nicht von ihren Kindern erwarten, dass diese im Gegenzug ein ordentliches Frühstück zu sich nehmen.

Stattdessen sind das Frühstück und auch die anderen Mahlzeiten in Ruhe und gemeinsam einzunehmen. Immerhin werden die Nährstoffe aus der Nahrung besser verwertet, wenn genügend Zeit bleibt das Essen ordentlich zu Kauen und nicht zu Schlingen. Gleichzeitig sind gemeinsame Mahlzeiten wichtige Rituale, die Kindern einen strukturierten Tagesablauf geben. Auch die Wertschätzung und auch der Genuss der Lebensmittel lassen sich stärker wahrnehmen, wenn sie in ruhiger, entspannter Atmosphäre zu sich genommen werden. Zudem helfen diese regelmäßigen Rituale einem ständigen oder unkontrollierten Konsum von Süßigkeiten zum vermeintlichen Hungerstillen vorzubeugen.

Obst in die Mahlzeiten integrieren

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Für einen guten Start in den Tag: Müsli mit frischem Obst. Foto: Fotolia.com, ©Floydine #85618117

Kinder weisen oft eine ausgeprägte Vorliebe für Süßes auf. Glücklicherweise gibt es jede Menge Obstsorten, die von sich aus genügend Fruchtzucker aufweisen und damit süß im Geschmack sind. Meist ist es daher auch einfacher Kinder von Obst zu überzeugen, als von Gemüse.

Durch den Fruchtzucker bringt das Obst schnell Energie, was gerade in der Schule für die Konzentration wichtig ist. Obst zum Frühstück oder als Pausen-Snack ist daher ideal. Eltern sollten hier austesten, welche Obstsorten bei ihrem Sprössling besonders beliebt sind. Zum Frühstück ein Müsli mit Apfelstückchen oder frischen Beeren wird oft gerne angenommen. Je hübscher dabei die Dekoration der Müsli-Portion ausfällt, desto mehr haben die Kinder ihre Freude daran.

Ein einfacher Trick ist es, aus dem Obst ein lustiges Gesicht zu zaubern: zwei kleine Erdbeeren als Auge, ein Orangenstück als Mund und eine Blaubeere als Nase. Die Variationsmöglichkeiten sind je nach geschmacklicher Vorliebe der Kleinen groß.

Auch für das eigentliche Pausenbrot hilft es, die Portion Obst direkt mundgerecht zuzubereiten. So ist ein frisch zubereiteter Obstsalat für das Kind nicht nur leicht zu essen, sondern es kann sich die Portion auch selber einteilen. Selbiges gilt für klein geschnittene Apfelstücke. Hier kann das Kind nach drei Stücken erstmal eine Pause machen, wenn es nicht mehr mag. Bei einem ganzen Apfel besteht hingegen die Gefahr, dass er halb angeknabbert entsorgt wird, da die Portion für das Kind noch zu groß ist.

Damit das Obst gerne genommen wird, sollte saisonales Obst gewählt werden, welches reif und aromatisch ist. Ideal sind zum Beispiel Kirschen oder Nektarinen zur Sommerzeit und Orangen oder Mandarinen zur Winterzeit. Obst, welches fast das ganze Jahr über reif erhältlich ist wie Äpfel oder Bananen können auch saisonunabhängig mitgegeben werden.

Obst als Highlight servieren

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Kleine Apfelmonster: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Foto: Fotolia.com, ©azurita #89948535

Am besten lässt sich das Interesse an Obst jedoch mit kleinen Highlights wecken. Zu Kindergeburtstagen lassen sich hervorragend kleine Obstspieße zaubern. Einfach eine Traube und ein gewürfeltes Stück Käse auf einen Zahnstocher piksen. Die Zubereitung ist so einfach, dass die Kinder schon mit drei oder vier Jahren selber mit anpacken können. Und Eltern können sich sicher sein, was die Kleinen selbstständig hergerichtet haben, werden sie auch mit Stolz verputzen.

Genauso einfach lassen sich auch lustige Eiswürfel mit Obst zaubern. Diese Eiswürfel sehen nicht nur besonders aus, sondern hinterlassen nach dem Schmelzen im Getränk eine gesunde Überraschung. Damit sie optisch ansprechen, müssen die Eiswürfel allerdings in zwei Schritten angefertigt werden. Im ersten Schritt wird die Eiswürfelform zu einem Viertel mit Wasser befüllt und ins Eisfach gegeben. Nachdem das Wasser gefroren ist wird das Obststück hinzugegeben, der Rest mit Wasser aufgefüllt und zurück ins Eisfach gestellt. Auch hier können die Kleinen schon fleißig mithelfen und später dann auf ihrer Party die selbstgemachten Eiswürfel-Kreationen präsentieren.

Etwas komplizierter sind Obstbuffets die in aufwendiger Anordnung als Schmetterling oder in Form anderer Tier oder Gesichter aufgebaut werden. Dazu gibt es spezielle Anrichtplatten, auf denen das Obst in mundgerechten Stücken und Scheiben angerichtet werden kann. Wer keine entsprechenden Platten hat, darf selber kreativ werden. Gesunde Ernährung für das Kind, kann somit auch den Eltern bei der Zubereitung Spaß machen.

Süßes Gemüse

Etwas schwieriger kann es werden, die Kinder von Gemüse zu überzeugen. Die Erfahrungen zeigen, dass Gemüse oft verschmäht und auf dem Teller bei Seite geschoben wird. Doch bei der Vielfalt, die auf dem Markt vorhanden ist und auch durch die Vielfalt der Zubereitungsmöglichkeiten, lassen sich immer ein paar Gerichte finden, die gerne gegessen werden.

Tricksen können Eltern hier mit Gemüsesorten, die von sich aus schon eine gewisse Süße mit sich bringen. So sind frisch geriebene Möhren saftig und leicht süß. Ein Möhrensalat als Beilage zum Hauptgang hat schon einige Kinder von der Rohkost überzeugt. Eine gewisse Süße weisen auch gekochte Kartoffeln auf, da sie recht stärkehaltig sind. Bei hoher Temperatur wird ein Teil der Stärke zu Zucker abgebaut, was das Gemüse süßer macht. Ofenkartoffeln oder Kartoffelgratin werden daher von vielen Kindern gerne gegessen. Ebenso gibt es jede Menge leckere Rezepte mit Süßkartoffeln, die wie der Name schon sagt, ebenfalls einen süßen Geschmack besitzen.

Bei sehr hartnäckigen Gemüseverweigerern gibt es die Möglichkeit, das Gemüse in flüssiger Form zu servieren. Bei einem fruchtigen Smoothie aus frischem Obst fällt es geschmacklich kaum auf, wenn noch etwas Gurke oder Möhre mit in den Mixer gegeben wird. Mit etwas Glück und einer langsamen Erhöhung des Gemüseanteils, gewöhnt sich das Kind an den Geschmack und greift beim nächsten Mal von sich aus zu Gurkenscheibchen oder Kohlrabi-Streifen.

Gemüse als Highlight

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Der Klassiker sind Gemüsestreifen mit leckeren Dips. Foto: Fotolia.com, ©cook_inspire #117162341

Doch oftmals müssen Eltern gar nicht erst zu diesen versteckten Maßnahmen greifen. Genau wie bei Obst, kann es schon helfen, die Gemüsemahlzeit als Highlight zu präsentieren. Am besten ist dazu das Gemüse in Rohkost-Form geeignet.

Wichtig hierbei ist, dass die Zubereitung ebenfalls in mundgerechten Stücken erfolgt. Je einfacher es für die Kinder ist, das Gemüse zu essen, desto eher greifen sie zu. So lassen sich aus

dem Gemüse prima kleine Gesichter zusammenlegen oder Tiere zusammenstecken. Gesunde Gemüsetiere wie Tomaten-Mozzarella-Raupen oder Radieschen-Mäuse lassen sich mit wenig Aufwand herstellen. So werden für die Raupen kleine Kirschtomaten und Mozzarella-Kugeln auf einen Zahnstocher gepikst und mit Rosinenstückchen als Augen verziert.

Für die Radieschen-Mäuse werden die Radieschen geschält und unten flach abgeschnitten, damit sie nicht wegrollen. Die Wurzel wird als Mauseschwänzchen dran gelassen. Dann werden oben auf dem Radieschen zwei Kerben angebracht, in die die Scheiben eines ungeschälten Radieschens als Ohren hineingesteckt werden. Als Augen werden ebenfalls keine Rosinenstückchen verwendet.

Manchmal ist es jedoch schon ausreichend das Gemüse in fingerdicke Streifen zu schneiden und als Beilage zu servieren. Je nach Geschmack des Kindes kann dazu noch leckerer Dip gemacht werden. Je früher und öfter Gemüse angeboten wird, desto eher gewöhnen sich die Kleinen an den Geschmack. Was Eltern ebenfalls probieren können, um ihre Kinder ans Gemüse zu gewöhnen sind Gemüsekuchen und Gemüse-Muffins. Für beides finden sich viele leckere Rezepte, die eine echte Alternative zu dem sonst üblichen Gebäck darstellen und auch auf einem Kindergeburtstag für Abwechslung sorgen.

Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag

Mehr und öfter Obst und Gemüse in die Mahlzeiten zu integrieren ist ein wichtiges Anliegen, welches auch immer wieder von der DGE und der auch von Deutschen Krebsgesellschaft propagiert wird. Bereits vor über 15 Jahren wurde dazu von beiden Organisationen die Kampagne „5 am Tag“ gestartet. Mittlerweile sind 100 weitere Partner aus den Bereichen Gesundheit und Wirtschaft beteiligt. Wer genauere Informationen zur richtigen Ernährung benötigt, kann sich bei den beiden Gründungsorganisationen oder der Organisation 5 AM TAG e.V. darüber informieren. Mit vielen wissenswerten Informationen und Rezepten wird es Eltern erleichtert fünf Portionen Obst und Gemüse in den Alltag zu integrieren.

Um ans gesunde Essen heranzuführen helfen auch lokale Veranstaltungen weiter. Kochkurse für Eltern und Kinder können das Interesse der Kleinen für eine gesunde Ernährung fördern. Spannend kann es vor allem dann werden, wenn Kochkünste aus anderen Ländern vorgestellt werden. Ab Oktober bieten der Kinder- und Kulturverein Dampfross und die Familienbildungsstätte in Borghorst verschiedene Kochveranstaltungen an. Wer lernt selber zu kochen, erfährt mehr über Lebensmittel und weiß was er isst. 

 

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