Di., 17.07.2018

Familie - Pflege Gepflegt wird meist zuhause - Aktuelle Entwicklungen

Familie - Pflege: Gepflegt wird meist zuhause - Aktuelle Entwicklungen

Foto: colourbox.de

Auch der Landkreis Münster wird im Bereich der Pflege vor neue Herausforderungen gestellt. Längst reichen die Kapazitäten vor Ort nicht mehr aus, um einen großen Teil der Senioren in den Pflegeheimen in geeigneter Weise zu betreuen. Gleichsam stellt sich in vielen Fällen die Frage der individuellen Finanzierung. Doch welche Lösungsmöglichkeiten können hier für die Zukunft geschaffen werden und worauf legen die Menschen in der Region besonders viel Wert? 

Eigenständig und zuhause

Die Mehrheit der Senioren legt sehr viel Wert darauf, im Alltag ein hohes Maß an Eigenständigkeit zu bewahren. Natürlich ist auch dies stark abhängig vom jeweiligen Gesundheitszustand. Doch häufig haben die Betroffenen dennoch die Chance, weiter in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Dies liegt daran, dass zum Beispiel Angehörige regelmäßig vorbeischauen, um den aktuellen Zustand zu überprüfen. Angebote wie die Nachbarschaftshilfe oder die Diakonie sind zwar regional verschieden, doch bieten in ganz Deutschland die passende Unterstützung. 

Selbst akute gesundheitliche Beschwerden müssen noch nicht das Aus für die Eigenständigkeit zuhause bedeuten. Grund dafür ist die 24-Stunden-Pflege, wie sie auch in Münster von immer mehr Menschen in Anspruch genommen wird. Dabei werden eigens Pflegekräfte zuhause eingesetzt, welche sich um die individuelle Versorgung kümmern. Da es für die meisten Menschen nicht finanzierbar wäre, in Deutschland ausgebildete Pflegekräfte auf diese Weise anzustellen, tritt die Vermittlung von osteuropäischen Arbeitskräften in den Vordergrund.

Pflegeheime stark überlastet

In den Pflegeheimen in Deutschland mangelt es derweil vor allem an der passenden finanziellen Grundlage. Da wichtige Gelder nicht vorhanden sind, ist zum Beispiel eine einzelne Pflegekraft darauf angewiesen, sehr viele Patienten zu betreuen. Dadurch steigt einerseits die Belastung während der Arbeitszeit sehr stark an, was den Beruf in den vergangenen Jahren besonders unattraktiv machte. Auf der anderen Seite leidet auch die Fürsorge darunter, die dem einzelnen Patienten entgegengebracht werden kann.

In der Summe werden nur etwa 30 Prozent der Pflegebedürftigen in Deutschland in einem Pflegeheim behandelt. Meist handelt es sich hier um eine forcierte Lösung, da zum Beispiel die Angehörigen nicht genügend Zeit fanden, um sich selbst um die Betreuung zu kümmern. Andererseits können besonders schwere Erkrankungen, die eine intensive medizinische Betreuung erfordern, der Auslöser dafür sein.

Die häusliche Pflege soll weiter gefördert werden

Mit den neuen Pflegegesetzen machte sich der Staat bereits an die große Aufgabe, mehr für die Pflege der Menschen zu tun, die zuhause betreut werden. Dafür wurden einerseits einige Maßnahmen beschlossen, welche für die finanzielle Entlastung der Angehörigen sorgen sollen. Dazu zählt einerseits der Versuch, für eine bessere Vereinbarung von Beruf und Pflegeaufgaben zu sorgen. So haben Pflegende für einen Zeitraum von zwei Jahren das Recht, in Teilzeit zu arbeiten, um weiter über eine solide finanzielle Grundlage zu verfügen.

Auf der anderen Seite wird ganz praktisch in die häusliche Pflege im Sinne der Angehörigen investiert. So stehen von nun an pro Monat bis zu 40 Euro für Pflegehilfsmittel zur Verfügung. Experten gehen davon aus, dass in den kommenden Legislaturperioden noch weitere Maßnahmen ergriffen werden. Schließlich trägt gerade die häusliche Pflege dazu bei, dass die Heime in Deutschland nicht noch stärker belastet und unter Druck gesetzt werden.



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