Mo., 20.08.2018

Heikle Angelegenheit Wie sagen, dass man die Partnerin eines Freundes nicht mag?

Man kann die Partnerin eines Freundes nicht ausstehen. Spricht man das Thema offen an, sind Feingefühl und Diplomatie gefragt.

Man kann die Partnerin eines Freundes nicht ausstehen. Spricht man das Thema offen an, sind Feingefühl und Diplomatie gefragt. Foto: Roland Weihrauch

Was, wenn man die Freundin eines guten Kumpels als echte Zumutung empfindet? Eine sensible Angelegenheit, schließlich will man Freunde nicht verärgern oder verletzen. Ist es ein Tabubruch, das Thema offen anzusprechen?

Von dpa

Essen (dpa/tmn) - Manche Frage traut man kaum zu stellen - nicht einmal dem Partner, und auch nicht einem Arzt oder Anwalt. Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich und tief werden, vielleicht drohen sogar rechtliche Konsequenzen.

Doch wie gut, dass einen Freund gerade ganz genau dasselbe Problem beschäftigt. Fragen wir also doch mal für ihn...

Die Frage heute: Mein Freund hat einen Bekannten, dessen Freundin eine Zumutung ist. Darf er ihm das sagen?

Ja, darf er - aber vielleicht nicht genau mit diesen Worten. Als Erstes sollte der Freund für sich einmal sortieren, was er an der Freundin so unerträglich findet: ihren Jähzorn, ihre Lügerei? Dann kann er sich die Frage stellen: Welches Ziel verfolge ich, wenn ich meinem Bekannten meine Sichtweise darlege? «Das kann zum Beispiel sein, dass man die Sorge hat, der andere wird von der Partnerin über den Tisch gezogen oder er wird emotional unter ihr leiden», sagt Rüdiger Wacker, Diplom-Psychologe und Paartherapeut.

Am geschicktesten ist es, wenn man erstmal ein paar seiner Beobachtungen schildert und den Bekannten dazu Stellung beziehen lässt. «Einige Kritikpunkte sieht er vielleicht auch, bewertet sie aber ganz anders.» Danach kann man fragen: «Darf ich dir mal meine Meinung dazu sagen?» Denn wer gleich mit der Tür ins Haus fällt und die Freundin zur Persona non grata erklärt, wird auf taube Ohren stoßen und im Zweifel gar nichts erreichen. Gut ist es, seine eigenen Sorgen in den Vordergrund zu stellen und das an konkreten Beispielen festzumachen.

Welche Schlussfolgerungen der Bekannte aus so einem Gespräch zieht, bleibt ihm überlassen. Natürlich hat man als Freund die Möglichkeit, sich in Zukunft nur noch zu zweit zu treffen - ohne die Partnerin. «Wer sich das wünscht, muss aber damit rechnen, dass das die Freundschaft belasten kann», sagt Wacker. Manche stürzt das sogar so sehr in einen Loyalitätskonflikt, dass am Ende die Freundschaft in die Brüche geht.



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