Geld
Null-Prozent-Finanzierung – nicht immer eine gute Lösung

Ob im Möbelhaus, einem Elektrofachhandel oder beim Autohändler – seit Jahren locken Angebote mit sogenannter "0%-Finanzierung". Gerade in der Vorweihnachtszeit nehmen viele Verbraucher diese Art von Kredit – bei dem man heute kauft und erst morgen zahlt – gerne in Anspruch. Dabei ist Vielen nicht bewusst, welche Konditionen sich eigentlich hinter dem abgeschlossenen Vertrag verbergen.

Mittwoch, 02.12.2015, 16:22 Uhr aktualisiert: 02.12.2015, 16:31 Uhr
Geld : Null-Prozent-Finanzierung – nicht immer eine gute Lösung
Foto: Flickr

Zugegeben, Angebote mit einer Null-Prozent-Finanzierung klingen sehr verlockend. Insbesondere wenn es um hochpreisige Konsumgüter geht, scheinen sie die schnellste und einfachste Art der Finanzierung zu sein. Dabei vergessen Kunden oft, dass sie bei Abschluss einer Null-Prozent-Finanzierung einen Kredit bei einer Bank, mit der der Händler zusammenarbeitet, in Anspruch nehmen. Die Konditionen sind allerdings anders als bei einem "normalen" Kredit.

Vertragskonditionen kennen

Im Vergleich zu einem "normalen" (verzinsten) Kredit gibt es bei der Null-Prozent-Finanzierung rechtlich gesehen kein 14-tägiges Widerrufsrecht – das ist mitunter der größte Nachteil dieser Finanzierungsform. Wer sich die Anschaffung innerhalb von zwei Wochen anders überlegt hat, kann den Darlehensvertrag nicht ohne weiteres widerrufen, außer wenn es ausdrücklich im Vertrag vereinbart ist. Verbraucher sollten sich deshalb eine Anschaffung mittels Null-Prozent-Finanzierung stets gut überlegen. In einigen Fällen wären Alternativen wie zum Beispiel ein Kleinkredit die deutlich bessere Wahl. Diese Kreditart kann ebenfalls schnell und unkompliziert abgeschlossen werden. Zwar werden hierbei Zinsen fällig, dafür gibt es ein Widerrufsrecht von 14 Tagen und enorme Planungssicherheit durch vorab festgelegte monatliche Zahlungsbeiträge. Zudem haben Verbraucher den Vorteil, sich bereits im Vorfeld auf der Internetseite von Kreditinstituten wie beispielsweise ING-DiBa über die jeweiligen Vertragskonditionen informieren zu können.
Worauf noch zu achten ist

Die Verbraucherzentrale rät , sich vor Abschluss einer Null-Prozent-Finanzierung über Angebote der Konkurrenz zu informieren. Es ist durchaus möglich, dass andere Händler mit Kreditinstituten kooperieren, die bessere Konditionen anbieten. Nicht selten empfehlen Händler bestimmte Zusatzverträge wie Garantieverlängerungen abzuschließen. Hierbei sollten Verbraucher gut überlegen, ob solche Zusatzleistungen überhaupt notwendig sind. Zusätzlich sollte der vorliegende Kreditvertrag auf voreingestellte Erklärungen – wie beispielsweise der Wunsch nach einer Restschuldversicherung – hin überprüft werden. Unnötige Zusatzgeschäfte sollten unbedingt aus dem Vertrag gestrichen werden. Wer eine Null-Prozent-Finanzierung in Anspruch nimmt, sollte außerdem immer bedenken, dass diese nicht automatisch Schufa-frei ist. Der Abschluss des Kredits wird der Schufa gemeldet und mögliche Mahnungen können die Aufnahme von späteren Bau- oder Autofinanzierungen erschweren.

Wenn man eine Null-Prozent-Finanzierung mit Bedacht wählt und kritisch hinterfragt, kann sie durchaus eine Option zur Finanzierung von bestimmten Konsumgütern sein. Zur Gewohnheit sollte sie aber natürlich nicht werden.

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