Finanzen
Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank richtungsweisend für die Finanzmarktentwicklung 2016

Wie erwartet hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Leitzins um einen Viertel Prozentpunkt angehoben. Künftig liegt der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Hintergrund dieser weltwirtschaftlich richtungsweisenden Entscheidung ist eine weiterhin positive Konjunkturlage sowie eine gute US-Arbeitsmarktperspektive.

Freitag, 18.12.2015, 08:55 Uhr aktualisiert: 18.12.2015, 08:57 Uhr
Finanzen : Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank richtungsweisend für die Finanzmarktentwicklung 2016
Foto: colourbox.de

Zinswende stützt Dollar weiter

War der Euro gegenüber dem Dollar bereits durch die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank unter Druck geraten, dürfte sich diese Entwicklung durch die höheren US-Zinsen weiter fortsetzen . Aufgrund des Zinsvorteils versuchen Anleger zunehmend, ihr Geld in amerikanischen Anleihen zu investieren. Bei einer erhöhten Nachfrage nach US-Dollar, wertet der Euro weiter ab. Die Parität zwischen Euro und Dollar wird so im Laufe des Jahres zu einem realistischen Szenario, zumal weitere moderate Zinsschritte der US-Notenbank in Abhängigkeit von Wachstumsrate und Inflation zu erwarten sind.

Divergierendes Bild in der Weltwirtschaft

Deutschland und die Eurozone dürften sich auch 2016 weiter auf einem soliden Wachstumspfad bewegen. Konjunkturelle Impulse gehen in Deutschland nach wie vor vom privaten Konsum aus. Im gesamten Euroraum werden sie zunehmend von den Reformländern generiert. Der schwache Euro verbilligt die Exporte außerhalb des Euroraums, was sich zusammen mit perspektivisch auf niedrigem Niveau verharrenden Rohstoffpreisen positiv auf die Unternehmensgewinne auswirken sollte . Dämpfende Impulse für die europäische Wirtschaft dürften von den Schwellenländern ausgehen. Deren Ökonomie, aufgrund der verfallenen Rohstoffpreise ohnehin belastet, leidet 2016 zunehmend unter rückläufigen Investitionen und höheren Refinanzierungskosten von auf Dollar-Basis geführten Krediten. Insgesamt sind für den deutschen Aktienmarkt, auch vor dem Hintergrund des verlängerten Anleihekaufprogramms der EZB, steigende Kurse zu erwarten, während die Attraktivität amerikanischer Aktien sinkt. US-Unternehmen müssen mit dollarkursbedingt rückläufigen Exporten rechnen.

Geopolitische Risiken

Jede Verschärfung der geopolitischen Gesamtlage, seien es die Auswirkungen der aus der Nahostkrise resultierenden Flüchtlingsströme , die Intensivierung weltweiter militärischer Auseinandersetzungen oder größere Instabilitäten in der Eurozone, belasten allerdings die globale Konjunkturlage und können letztlich zu nicht kalkulierbaren Verwerfungen an den Kapitalmärkten führen.

Wer sich für weitere Details und Infos interessiert findet hier einen detaillierten Ausblick auf das Börsenjahr 2016 .

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