Finanzen
Neue Impulse für die betriebliche Altersvorsorge

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung, wenn er in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft haben knapp 60 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten eine betriebliche Altersvorsorge.

Freitag, 29.01.2016, 07:55 Uhr aktualisiert: 29.01.2016, 11:14 Uhr
Finanzen : Neue Impulse für die betriebliche Altersvorsorge
Foto: colourbox.de

Bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie bei Geringverdienern besteht allerdings noch erheblicher Nachholbedarf. Aus diesem Grund legte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nun einen Sieben-Punkte-Plan zur besseren Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge vor.

Steuern und Sozialabgaben sparen

Mit der betrieblichen Altersvorsorge können sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Steuern und Sozialabgaben sparen und gleichzeitig eine Zusatzrente aufbauen. Dabei werden Teile des Gehalts oder Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld in Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge umgewandelt. Der Staat finanziert die betriebliche Altersvorsorge mit, indem die Beiträge nicht mehr aus dem bereits versteuerten Nettoeinkommen aufgebracht werden, sondern vom Bruttogehalt abgezogen werden. Der einzige Wermutstropfen für die Arbeitnehmer ist, dass durch den Abzug vom Bruttogehalt auch weniger Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse einbezahlt werden, was zu geringeren Ansprüchen auf Altersversorgung aus der gesetzlichen Rentenversicherung führt. Wer mehr über die betriebliche Altersvorsorge erfahren möchte, kann sich hier informieren .

Grundsätzlich hat seit 2002 jeder sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Anspruch auf eine solche betriebliche Altersvorsorge . Der Arbeitgeber kann die Beiträge in einer, einem Pensionsfonds oder auch intern anlegen. Wie die Beiträge angelegt werden, entscheidet der Arbeitgeber – der Arbeitnehmer hat auf diese Entscheidung keinen Einfluss.

Vorschläge des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft

Für viele kleinere und mittlere Unternehmen ist der Verwaltungsaufwand zu hoch, weshalb die Angestellten dieser Betriebe oft nicht in den Genuss einer betrieblichen Altersvorsorge kommen. Der GDV schlägt nun vor, in kleineren Unternehmen die Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge automatisch einzuziehen. Wer das als Arbeitnehmer nicht wünscht, muss dann innerhalb einer bestimmten Frist aktiv widersprechen. In anderen Ländern wir dieses Modell bereits umgesetzt und zeigt hohe Beteiligungsquoten. Bei Geringverdienern dürften laut GDV bei der Grundsicherung die Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge nicht berücksichtigt werden, da eine betriebliche Altersvorsorge ansonsten für Geringverdiener nicht attraktiv sei. Zudem schlug die DGV vor, Geringverdiener durch einen pauschalen steuerlichen Zuschuss besonders zu fördern. Hier geht es zum kompletten Sieben-Punkte-Plan der GDV .

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