Finanzen
Baufinanzierung: Drei Möglichkeiten, ihre Vor- und Nachteile

Der Kauf einer Wohnung, der Bau eines Hauses oder die Modernisierung des Eigenheims haben eines gemeinsam: Sie kosten Geld. Weil kaum ein Bauherr über genügend Eigenkapital verfügt, finden sich auf dem Finanzmarkt viele Möglichkeiten, an Geld für den Immobilienkauf oder das Bauvorhaben zu kommen. Wir stellen drei Möglichkeiten der Baufinanzierung sowie deren Vor- und Nachteile vor.

Dienstag, 26.04.2016, 15:28 Uhr aktualisiert: 26.04.2016, 15:49 Uhr
Finanzen : Baufinanzierung: Drei Möglichkeiten, ihre Vor- und Nachteile
Foto: colourbox.de

Der Klassiker: Annuitätendarlehen

Bei dieser Baufinanzierung zahlt der Kreditnehmer Darlehen plus Zinsen über einen bestimmten Zeitraum zurück. Der Bauherr überweist eine monatliche Rate: Bei einem Darlehen von beispielsweise 200.000 Euro, zwei Prozent Zinsen und einer jährlichen Schuldbegleichung von ebenfalls zwei Prozent beträgt die Monatsrate 660 Euro, und das für 25 Jahre. Wie hoch die monatliche Rate für den Wunschkredit ausfällt, kann man beispielsweise mit einem Baufinanzierungsrechner ermitteln. Je nachdem, wofür der Kredit benötigt wird und wie lang die gewünschte Laufzeit ist, zeigt ein Baufinanzierungsrechner, wie dieser von Schwäbisch Hall .

Das Annuitäten- oder auch Hypothekendarlehen bietet für Finanzlaien entscheidende Vorteile: Der Kredit wird kontinuierlich abbezahlt, wodurch der Tilgungsverlauf berechenbar ist. Mit fortschreitender Laufzeit wird der Zinsanteil der Rate zugunsten des Tilgungsanteils immer kleiner.

Für Zukunftsorientierte: Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag eignet sich für Bauvorhaben oder Immobilienkäufe, die noch weit in der Zukunft liegen. Das Bausparen läuft immer in drei Phasen ab: Zunächst wird ein vertraglich festgehaltenes Guthaben angespart, das in der Regel 30 bis 50 Prozent der vereinbarten Bausparsumme beträgt. Hat der Bausparer mit seinen monatlichen Zahlungen diesen Betrag erreicht, wird er zusammen mit einem Kredit über die noch fehlende Bausparsumme zugeteilt beziehungsweise ausgezahlt. Nach der Zuteilung beginnt der dritte Abschnitt des Bausparens: die Darlehensphase. Der Bausparer tilgt nun den fehlenden Teil der Gesamtsumme zu einem vorher vereinbarten Bauspartarif. Er profitiert dabei von vergleichsweise niedrigen Zinsen und einer hohen Planungssicherheit. Je nach Einkommen und Bauvorhaben kommen ihm noch staatliche Zulagen und Förderprogramme zugute.

Wer sich in näherer Zukunft eine Wohnung kaufen oder ein Haus bauen möchte, für den eignen sich Finanzierungsmöglichkeiten wie die Bausparsofortfinanzierung oder die Bauspardirektfinanzierung. Sie bieten kurzfristig Kapital für Kauf, Bau oder Modernisierung einer Immobilie. Hierbei wird ein Darlehen aufgenommen und gleichzeitig ein spezieller Bausparvertrag abgeschlossen.

Für Risikofreudige: Kredit in Kombination mit Lebensversicherung oder Investmentfonds

Werden Baufinanzierungsangebote mit einer Lebensversicherung oder einem Investmentfonds kombiniert, zahlt der zukünftige Bauherr oder Eigenheimbesitzer neben den Zinsen für das Darlehen parallel Sparraten in die Lebensversicherung oder den Investmentfonds ein. Mit diesem Geld soll am Ende der Kredit getilgt werden. Allerdings funktioniert das nur, wenn Lebenspolice und Fonds auch wirklich den vorhergesagten Betrag erwirtschaften. Kommt der Schuldner nicht auf das prognostizierte Kapital, muss er die fehlende Summe selbst zuschießen. Weil nie gewährleistet werden kann, ob Lebensversicherung und Investmentfonds den gewünschten Betrag erreichen, handelt es sich hierbei um eine sehr riskante Art der Baufinanzierung.

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