Finanzen
Private Altersvorsorge: Das sollte man zum Thema wissen

Ohne eine zusätzliche private Altersvorsorge werden viele Rentner von morgen und übermorgen zu wenig Euros haben, um ihren Lebensabend ohne massive Einschränkungen genießen zu können. Trotzdem wird dieses Thema von vielen verdrängt. Menschlich verständlich, und der Dschungel an privaten Vorsorgeangeboten macht es dem Rentner von morgen auch nicht leichter, sich eingehender mit dem Thema zu beschäftigen. Nichtsdestotrotz sollte man das Wichtigste zum Thema kennen – wir erläutern es hier.

Dienstag, 30.08.2016, 04:07 Uhr aktualisiert: 30.08.2016, 13:04 Uhr
Finanzen : Private Altersvorsorge: Das sollte man zum Thema wissen
Foto: colourbox.de

Wichtig: Der Armut im Alter vorbeugen

Wer heute im erwerbsfähigen Alter ist, kann sich auf die gesetzliche Rente allein als Altersruhekissen nicht mehr verlassen. Eine Tatsache, die nicht nur Geringverdiener betrifft: Auch wer etwas mehr verdient, kann später eine zu kleine staatliche Rente bekommen. Die Gründe hierfür liegen im demografischen Wandel und das dadurch sinkende Rentenniveau. Der Staat und Finanzdienstleister wie Swiss Life werden nicht müde, auf dieses Problem hinzuweisen – auch in den sozialen Medien , um besonders die jungen Beitragszahler zu erreichen: Denn gerade für sie ist es wichtig, die zu erwartenden Lücke zwischen dem heutigen Nettoverdienst und der zu erwartenden gesetzlichen Rentenleistung mit privater Vorsorge zu stopfen. Dabei können junge Menschen schon früh mit kleineren Beiträgen beginnen, während späte Vorsorger mit höheren Einzahlungen rechnen müssen, damit es sich noch lohnt – im Wortsinne.

Staatliche Förderung durch Rürup und Riester

Der Staat hat erkannt, dass er dem Normalverdiener unter die Arme greifen muss, wenn es um die private Altersvorsorge geht. Dies macht er seit Jahren mit den sogenannten Riester- und Rürup-Renten . Die Riester-Rente unterstützt den Sparer prinzipiell durch Steuervorteile und Zulagen – sie erhalten pro Jahr eine Zulage von 154 Euro. Besonders Elternpaare können vom „Riestern“ profitieren – sie bekommen pro Kind eine Kinderzulage von 185 Euro. Nachwuchs, der später als im Jahr 2007 geboren wurde, schlägt sogar mit jährlich 300 Euro zu Buche. Allerdings: Attraktive Erträge hängen beim Riestern im hohen Maße von den Bedingungen des jeweiligen Versicherungsvertrags ab – die Kosten und Erträge unterscheiden sich zum Teil sehr, was bei der Riester-Rente für viel Kritik sorgte. Deshalb ist ein persönliches Beratungsgespräch dringend anzuraten, bevor man sich dafür entscheidet.

Die Rürup-Rente ist ursprünglich für Selbstständige erdacht worden. Hier fördert der Staat das Ansparen durch Steuervorteile: Bis zu 82 Prozent können die Einzahlungen derzeit als Sonderausgaben geltend gemacht werden – bis zu einer Höchstgrenze von 22.766 Euro für Singles und 45.532 Euro für Ehepaare. Ab 2030 sind die Sparbeiträge komplett von der Steuer abziehbar. Außer für Selbstständige ist die Rürup-Rente auch für Arbeitnehmer mit einem sehr guten Einkommen bei hoher Steuerbelastung unter Umständen interessanter als ihr Riester-Pendant.

Betriebliche Altersversorgung und Co: Weitere Vorsorgeformen

Neben der staatlich geförderten Altersvorsorge gibt es noch einige Alternativen. Allerdings sind die althergebrachten Renten- und Lebensversicherungen in Zeiten des Niedrigzinses kaum noch attraktiv für Anleger. Daneben sind die betriebliche Altersversorgung , der Erwerb oder Bau von Immobilien sowie Aktienfonds zu erwähnen. Wichtig ist: Für die jeweilige private Altersversorgung gibt es keine Lösung per se – es kommt auf die eigene Lebenssituation an. Eine professionelle Beratung kann hier helfen, sich zu orientieren. Außerdem ist es ratsam, einmal abgeschlossene Vorsorgelösungen regelmäßig auf ihre Effizienz zu überprüfen.

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