Finanzen
Stromrechnung: Wie viel kommt im nächsten Jahr auf mich zu?

Wie fallen die Stromrechnungen 2018 aus? Deutsche Verbraucher werden seit Jahren mit steigenden Strompreisen konfrontiert, die Rechnungen verteuerten sich vor allem wegen zwei kontinuierlich ansteigenden Positionen: EEG-Umlage und Netzentgelte. Viele fragen sich daher, ob die Entwicklung auch 2018 weitergeht - der nachfolgende Beitrag will eine Prognose abgeben.

Donnerstag, 16.11.2017, 04:30 Uhr aktualisiert: 16.11.2017, 14:33 Uhr
Finanzen: Stromrechnung: Wie viel kommt im nächsten Jahr auf mich zu?
Foto: Colourbox.com

Die Zusammensetzung des Strompreises

Wer sich über steigende Stromrechnungen ärgert, sieht seinen Anbieter meist als Verursacher. Dass diese verbreitete Ansicht weit an der Wahrheit vorbeigeht, beweist die folgende Aufstellung:

- Stromkosten seitens Beschaffung, Verwaltung und Vertrieb schlagen mit 22 Prozent zu Buche.
- Die Entgelte der Netzbetreiber nehmen 24 Prozent der Gesamtkosten ein.
- Steuern, Abgaben und Umlagen stellen mit 54 Prozent den Löwenanteil dar.

Der einzelne Anbieter hat auch bei erheblichem Wettbewerb wenig Spielraum für Preissenkungen, diese Tatsache bleibt auch im kommenden Jahr bestehen.

Wie entwickelt sich 2018 der reine Strompreis?

Um die Entwicklung im kommenden Jahr vorherzusagen, muss ein Blick auf die Future Notierungen an der Strombörse in Leipzig geworfen werden. Die Preise für den Großhandel zeigt der EEX-Baseload an, welcher den durchschnittlichen Wert für Grundlaststrom widerspiegelt. Der notierte im dritten Quartal des laufenden Jahres bei 3.3 Cent pro kWh. Im Vergleich mit 2016 entspricht dieser Wert einer Steigerung um 16 Prozent.

Der Zuwachs dürfte jedoch kaum vom Verbraucher wahrgenommen werden, weil er lediglich einen Bruchteil der Gesamtkosten ausmacht. 

Erhöhen sich im kommenden Jahr Abgaben und Umlagen?

Seitens der Steuerbelastung (Stromsteuer und Mehrwertsteuer) sind derzeit keine signifikanten Änderungen geplant, auch die in den letzten Jahren konstant gestiegene EEG-Umlage verharrt 2018 auf Vorjahresniveau. Genau genommen sinkt die Umlage im kommenden Jahr von 6.88 auf 6.79 Cent pro kWh. Allerdings werden die 0.09 Cent keine spürbare Verbilligung der Stromrechnung herbeiführen. Eine Familie mit Jahresverbrauch bei 3.500 kWh spart dadurch gerade einmal drei Euro

Gleichwohl fällt aber 2018 erstmals seit acht Jahren ein Grund zur Verteuerung weg. Seit 2010 war die EEG-Umlage alljährliche Begründung für den Anstieg des Strompreises. Sie lag 2010 bei 2.05 Cent/kWh und kletterte bis 2017 auf 6.88 Cent/kWh. 

Wie sieht die Tendenz 2018 in Bezug auf Netzentgelte aus?

Bisher waren die Netzentgelte regional sehr unterschiedlich, das wird auch im kommenden Jahr so bleiben, denn die im Sommer dieses Jahres beschlossene Vereinheitlichung wird erst ab 2019 schrittweise umgesetzt. Gleichzeitig müssen die Betreiber ihre Netze ausbauen beziehungsweise stabilisieren und kündigen bereits jetzt weiter steigende Preise an. Aufgrund der bislang erheblichen Unterschiede werden Stromverbraucher in den alten Bundesländern mehr von steigenden Durchleitungsgebühren betroffen sein als in Ostdeutschland. Die Betreiber im Westen wollen durchschnittlich um 15 Prozent erhöhen.

Fazit

Die Stromrechnung wird für viele Verbraucher 2018 erneut teurer ausfallen, allerdings nicht einheitlich. Hauptverursacher sind vor allem die Netzentgelte, welche von den Betreibern regional unterschiedlich angehoben und nur im Osten von Deutschland weitgehend stabil bleiben werden.

Empfehlung

Jeder Stromverbraucher hat es selbst in der Hand, seine Kosten deutlich zu senken. Zum einen über bewussten Verbrauch und zum anderen über den Wechsel zu einem günstigeren Provider . Letztere Option ist besonders zu empfehlen, wenn der jetzige Anbieter im Rahmen einer angekündigten Preiserhöhung das Sonderkündigungsrecht einräumen muss.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5292367?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686138%2F2686293%2F2686316%2F
Nachrichten-Ticker