Finanzen
Schnellkredite sind günstiger als Dispokredite

Nahezu jeder, der ein Girokonto besitzt, hat auch einen Dispokredit. Manch einer nutzt ihn überhaupt nicht und meidet die Überziehung wie der Teufel das Weihwasser. Bei anderen wiederum ist aus dem einstigen Überbrückungskredit für eine finanzielle Notlage eine Dauereinrichtung geworden. Doch damit sind Kreditnehmer gleich doppelt gestraft. Sie haben Schulden, die außerdem noch mit sehr hohen Zinsen verbunden sind. Dabei liegt mit dem Schnellkredit eine deutlich günstigere Lösung bereit.  

Donnerstag, 23.11.2017, 04:37 Uhr aktualisiert: 23.11.2017, 13:51 Uhr
Finanzen: Schnellkredite sind günstiger als Dispokredite
Foto: colourbox.de

Der Dispositionskredit ist im Vergleich zu herkömmlichen Bankdarlehen noch eine relativ junge Kreditart , die in Deutschland dennoch weit verbreitet ist. Grundsätzlich lässt sich der Ursprung des „Dispos“, wie er auch genannt wird, mit der Geschichte der ersten Girokonten in Deutschland verbinden. Denn ohne Girokonto gibt es keinen Dispokredit. Bei dieser Kreditform handelt es sich nämlich im eigentlichen Sinne um die Erlaubnis der Bank, den Kontorahmen bis zu einem gewissen Limit in den negativen Saldo rutschen zu lassen. Für diese Dienstleistung und Bereitstellung von Kapital verlangt die Bank wie bei einem herkömmlichen Darlehen Zinsen. Diese fallen an, sobald das Konto im Minus ist.

Im Vergleich zu herkömmlichen Ratenkrediten hat der Dispokredit verschiedene Vorzüge. So müssen Kreditnehmer dieses Darlehen nicht erst beantragen, sondern es wird meist mit der Kontoeröffnung eingerichtet. Oder es wird einmalig beantragt und bleibt dann ohne zeitliche Begrenzung eingerichtet. Der Kontoinhaber kann jederzeit über seinen Dispokredit verfügen und mit dem Kapital so umgehen, als wäre sein Konto im Plus.

Der eigentliche Sinn des Dispositionskredits besteht darin, ihn überhaupt nicht oder nur im größten Notfall zu nutzen. Und wenn er verwendet wird, sollte das Konto nur für eine sehr kurze Zeitspanne überzogen werden. Das ist auch sinnvoll, weil Kontoinhaber für den Dispokredit heute im Durchschnitt zehn Prozent Zinsen bezahlen. Bei einer Überziehung von 3.000 Euro fallen somit jährlich 300 Euro an Zinsen an.

Der Dispo als Vorstufe zur Schuldenspirale

Wird ein Dispo nur ganz selten genutzt und so schnell wie möglich wieder ausgeglichen, ist diese Kreditform per se nicht schlecht. Doch tatsächlich kann der Dispositionskredit schleichend auch zu Dauerschulden führen, die schließlich in eine Schuldenspirale münden. Durch die fehlende Rückzahlungsverpflichtung wird der Dispositionskredit für manchen Verbraucher zur Gewohnheit. Viele Girokontobesitzer, die ihren Dispo nutzen, kennen noch nicht einmal die damit verbundenen hohen Zinsen. Kommt es nun beim Ausreizen des kompletten Dispolimits zu einem finanziellen Engpass, geraten vor allem einkommensschwache Bankkunden in die Schuldenspirale. Um Geld zu bekommen, müssen sie dann entweder das Limit erhöhen, wodurch nur die Zinskosten noch weiter steigen. Oder sie müssen einen neuen Kredit aufnehmen, wodurch die Verschuldung steigt. Beide Varianten sprechen nicht für den Dispositionskredit als Dauereinrichtung.

Alternative Schnellkredit

Um hohe Zinsen zu vermeiden und dennoch schnell über benötigtes Kapital zu verfügen , bieten sich sogenannte „Schnellkredite“ an. Dabei handelt es sich in der Regel um Online-Kredite, die in manchen Fällen sogar innerhalb eines Tages beantragt, genehmigt und ausgezahlt werden. Voraussetzung für die erfolgreiche Beantragung eines Schnellkredits ist eine gute Bonität. Zugleich muss der gewünschte Kreditbetrag den eigenen Einkünften entsprechen.

Verbraucher haben den Vorteil, dass sie das Darlehen tatsächlich tilgen müssen und so kontinuierlich ihre Schulden abtragen. Zum anderen bezahlen sie deutlich weniger Zinsen für das Darlehen als für den Dispokredit. Attraktive Angebote für Schnellkredite beinhalten zum Beispiel einen effektiven Jahreszins, der deutlich unter fünf Prozent liegt. 

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