Mo., 30.07.2018

Finanzen Stromkosten dauerhaft niedrig halten - Anbieterwechsel machen es möglich

Finanzen: Stromkosten dauerhaft niedrig halten - Anbieterwechsel machen es möglich

Abbildung 1: Auch wenn die Stromkosten zuletzt nicht mehr so stark gestiegen, sollten Verbraucher Sparmöglichkeiten nutzen. Foto: HutchRock (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Verglichen mit dem massiven Anstieg der Stromkosten, der einige Haushalte vor wenigen Jahren mit Nachforderungen in dreistelligen Höhen bedacht hat, bewegen sich die Preissteigerungen aktuell eher im moderaten Rahmen. Trotzdem sind sie für viele Menschen weiterhin zu teuer und, außerdem, wer spart nicht gerne? Glücklicherweise ist es durchaus möglich, dauerhaft die Stromkosten niedrig zu halten und sich mit Geschick gleich noch nette Bonusgelder, Elektrogeräte oder sonstige Leckerbissen zu ergattern. Wie das funktioniert und was Stromkunden bei der Strom-Schnäppchenjagd beachten sollten, verrät dieser Artikel.

Wie helfen Stromanbieterwechsel beim Kosten sparen?

Grundsätzlich ist es so, dass ein Teil des Strompreises vom Gesetzgeber festgelegt ist. Die auf den Strom entfallenden Steuern, Umlagen und weiteren Kostenfaktoren können von keinem Anbieter verringert werden. Gespart werden kann aber trotzdem, denn die Gebühren, die vom Stromanbieter an die Kunden weitergegeben werden, variieren. Und genau hier lässt sich das energetische Sparprogramm starten:

-      Vergleichen - das ist der erste Schritt auf dem Weg zum günstigen Strom. Online dauert es nur wenige Minuten, um günstige Anbieter zu finden. Services verschiedener Seiten helfen dabei, keine besonders günstigen Angebote mehr zu verpassen. Haben die Vergleichsseiten eine Liste generiert, geht es auf zum nächsten Trick.

-      Bonus - der Strommarkt ist hart umkämpft, daher locken viele Stromanbieter Neukunden mit einem Bonus. Das Geld wird häufig nicht ausgezahlt, sondern auf die monatliche Rate angerechnet. Bei einem einjährigen Vertrag, der einen Bonus von 120,00 Euro bietet, zahlt der Kunde also jeden Monat 10,00 Euro weniger, als der Tarif eigentlich vorgibt.

-      Prämien - zusätzlich oder statt eines Bonus bieten Anbieter auch Elektrogeräte als Prämie an. Je nach Anbieter und Prämie lässt sich hier ein echter Gewinn herausholen, denn nicht selten finden sich iPhones, Tablets oder andere hochwertige Elektrogeräte unter den Prämien.

Wer nun stets einen Stromvertrag mit einer kurzen Kündigungszeit und einer Höchstlaufzeit von zwölf Monaten setzt, kann jährlich einen neuen Bonus oder eine Prämie herausschlagen. Und was ist mit denen, die überhaupt kein Smartphone oder Tablet wünschen? Die Geräte können natürlich auch verkauft werden - was wieder für Geld im Portemonnaie sorgt.

Was ist bei einem Anbieterwechsel zu beachten?

Oftmals nutzen Stromkunden den Anbieterwechsel auch, um auf Strom aus erneuerbaren Energien zu wechseln. Genau an dieser Stelle muss bei der Auswahl jedoch stark auf den Anbieter geachtet werden. Wie drückt der Anbieter sein Versprechen aus? »Zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien« kann durchaus heißen, dass der Anbieter einen kleinen Geldbetrag in Windparks investiert, aber selbst Atomstrom vertreibt. Um »grüne Anbieter« ausfindig zu machen, hilft es, sich die Siegel und Bescheinigungen anzusehen und sie gegebenenfalls kurz online zu hinterfragen. Ansonsten gilt vor dem Abschluss eines neuen Stromvertrages:

-      Bonusformalitäten - wer sparen möchte, der sollte auf einen Anbieter setzen, der den Bonus direkt auf die monatliche Rate umrechnet. Einige Stromanbieter zahlen den Bonus erst nach einer bestimmten Laufzeit aus - und dann auch gerne erst nach der Verlängerung.

-      Kündigungsfristen - die sollten so kurz sein, wie nur möglich.

-      Laufzeiten - die Laufzeit sollte höchstens ein Jahr betragen. Die zwölf Monate sind oft gängig, wenn ein Bonus auf die monatlichen Raten angerechnet wird.

-      Zahlungsmodalitäten - hier gibt es auch Unterschiede. Es ist am besten, wenn der Strom monatlich oder höchstens vierteljährlich bezahlt wird. Verlangt ein Anbieter die Jahressumme im Voraus, ist Vorsicht geboten. Es kommen immer wieder neue Stromanbieter auf den Markt, die zwar grandios niedrige Preise bieten, aber die Jahressumme im Vorfeld haben wollen. Geht ein solcher Anbieter insolvent, erhalten die Kunden ihr Geld natürlich nicht zurück und müssen gar doppelt zahlen, da sie einen neuen Stromvertrag abschließen müssen oder in die Grundversorgung fallen.

-      Preisgarantie - der Vertrag sollte immer eine Preisgarantie für einen bestimmten Zeitraum, beispielsweise für ein Jahr, enthalten. Fehlt die Garantie, kann der Anbieter die Kosten gleich nach Vertragsschluss erhöhen. Verträge ohne eine Preisgarantie haben nicht selten eine lange Laufzeit und lange Kündigungszeiten. Aber Vorsicht: Die Preisgarantie bezieht sich nur auf den Preis für die Kilowattstunde sowie die Gebühren zwischen Anbieter und Kunde. Hebt der Staat die Gebühren und Umlagen an, dürfen sie trotz Preisgarantie an den Kunden weitergegeben werden.

-      Mindestabnahme - die Mindestabnahmemenge kann bei Paketpreisen, aber auch bei normalen Tarifen vorkommen. Hier legt der Stromanbieter fest, welche Kosten mindestens anfallen. Ein Haushalt muss beispielsweise stets 1.500 KW/h abnehmen, obwohl er nur 1.200 KW/h verbraucht. Ist die Mindestabnahmemenge so gering, dass sie ohnehin leicht erreicht wird, ist sie kein Problem.

Eine etwas zwiegespaltene Angelegenheit sind Paketpreise. Bei ihnen bestimmt der Stromkunde einen Jahresverbrauch, den er aber auch zahlen muss. Paketpreise sind in Ordnung, wenn sie Luft nach unten lassen, denn so kann schlichtweg ein etwas höherer Wert angegeben werden und der Kunde erhält trotzdem Geld zurück. Anders sieht es aus, wenn der Wert überschritten wird, da hier deutlich höhere Kosten für den Mehrverbrauch berechnet werden.

Wie lässt sich zusätzlich Geld sparen?

Es ist natürlich sinnvoll, den Anbieterwechsel gleich mit dem Versuch, weniger Strom zu verbrauchen, zu paaren. Die einfachste Lösung ist, die Beleuchtung im eigenen Heim gegen stromsparende LED oder andere Leuchtmittel auszutauschen und darauf zu achten, dass Geräte nicht ständig im Stand-by-Modus verbleiben. Auf längere Sicht empfiehlt es sich, ältere Elektrogeräte auszutauschen und gegen Modelle mit einer guten Energiesparklasse zu ersetzen. Diese Variante können sich die meisten Haushalte jedoch nur leisten, wenn ohnehin ein Gerät defekt ist und getauscht werden muss. Denn mal ehrlich: Wer ist schon dazu in der Lage, alle zwei oder drei Jahre sämtliche Elektrogeräte in der Wohnung auszutauschen, nur weil es sparsamere Modelle auf dem Markt gibt?

Strom

Abbildung 2: Wie wird sich der Strommarkt weiter entwickeln? Foto: wilhei (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Fazit - der feste Wechseltermin im Kalender

Strom benötigen wir alle, doch jeder kann auch mühelos seinen Stromanbieter wechseln und Geld sparen. Das Vergleichen und Prüfen, welcher Anbieter günstig ist und einen netten Bonus bietet, dauert vielleicht inklusive Vertragsschluss eine Stunde, dafür bleibt deutlich mehr Geld auf dem Konto. Es ist wirklich ratsam, zumindest jährlich zu schauen, ob beim Strom nicht gespart werden kann - der Vergleich kostet nichts außer ein wenig Aufwand.



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