Do., 16.08.2018

Finanzen 7 einfache Tipps für mehr Geld im Portemonnaie

Finanzen: 7 einfache Tipps für mehr Geld im Portemonnaie

Auf der Suche nach Sparmöglichkeiten gibt es vielfältige Optionen. Fast in jedem Alltagsbereich lassen sich versteckte Sparpotenziale aufdecken. Foto: fotolia.com © Natee Meeplan – 214436601

Hier ein neuer Fernseher, da die Couch – das nötige Kleingeld im Portemonnaie zu haben, ist nicht immer einfach. Viele Haushalte kennen dieses Problem. Aber: Es gibt Möglichkeiten, wie sich nicht nur der Überblick behalten lässt.

Sparen heißt nicht unbedingt, immer gleich auf alles verzichten zu müssen. Manchmal reicht es schon, die Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen, um so Kostenfallen zu finden. Ein teurer Stromtarif oder ein Abo sind passende Beispiele. Mehr Geld im Portemonnaie zu haben heißt aber auch, den Bogen nicht zu überspannen, wenn es um Kredite geht. Letztere verteilen finanzielle Belastungen zwar schön, werden in der Praxis aber schnell auch zum Bumerang.

Tipp 1: Regelmäßige Ausgaben senken

Der Alltag kostet Geld! Bemerkbar machen sich nicht nur Lebenshaltungskosten etwa für Lebensmittel oder Hygieneartikel. Es sind oft gerade Ausgaben fürs Telefon oder Strom, die ins Budget ein Loch reißen können. Gerade wer als Haushalt alte Tarife im „Portfolio“ mitschleppt, wird hier einige Überraschungen erleben. Beispiel Mobilfunk: Vor drei bis vier Jahren waren Tarife mit 1 GB Datenvolumen Standard. Inzwischen überbieten sich Provider mit 5 GB bis 10 GB. Gerade wer häufiger mit dem Smartphone oder Tablet unterwegs ist und surft, kann über diese Tarife Kosten sparen.

Aber auch im Hinblick auf die Themen:

-      Strom

-      Gas

ist durch einen Tarifwechsel der eine oder andere Euro Ersparnis drin. Und die Kosten lassen sich durchaus erheblich drücken. Gerade bei den Stromtarifen sind schnell mehr als 100 Euro drin. Wichtig ist, in diesem Zusammenhang Tarifdetails – wie Boni oder Vertragslaufzeiten – im Auge zu behalten.

Tipp 2: Versteckte Kosten identifizieren

Kostenfallen sind manchmal offensichtlich, in der Regel verstecken sie sich aber relativ gut. Abos sind ein gutes Beispiel. Kommt jede Woche eine Zeitschrift ins Haus, fällt dies sicher auf – das Abo bleibt so mehr oder minder präsent. In den letzten Jahren haben aber Streaming-Dienste und Medieninhalte, die über Abos verbreitet werden, an Bedeutung gewonnen. Heißt für den Verbraucher aber auch, dass diese Kosten im Blick zu behalten sind.

Gerade dort, wo verschiedene Gebührenmodelle miteinander gekoppelt werden, geht der Überblick leider sehr schnell verloren. Beispiel: Ein Streaming-Dienst bietet – neben dem Basispaket – auch einen Kino-, Kinder- und Dokukanal an. Jeder wird separat abgerechnet. Das Problem: Wurden alle Kanäle abonniert, wird das Ganze schnell teuer. In diesem Zusammenhang ist ein zusätzlicher Punkt zu beachten: Gratismonate. Hier drohen Kostenfallen, wenn die Kündigung vergessen wird.

Tipp 3: Ausgaben für Einkäufe kontrollieren

Kontrolle über die Finanzen zu behalten heißt, mit Köpfchen einzukaufen. Dieses Bild ist bekannt: An der Kasse wird ein Artikel nach dem anderen über den Scanner gezogen. Bezahlt wird nicht mit Bargeld, sondern der Bankkarte. Der bargeldlose Zahlungsverkehr macht vieles einfacher. Mit dem Plastikgeld geht aber auch das Gefühl fürs Geldausgeben verloren. Ein Punkt, den Haushalte in Hinterkopf behalten sollten.

Es zählt noch ein Aspekt. Fast jeder Onlineshop oder Einzelhändler bietet heute Rabattaktionen. Mit deren Hilfe kann beim Einkauf noch einmal gespart werden. Aber: Rabattaktionen sind immer ein Lockvogel-Angebot. Es wird seitens der Händler darauf spekuliert, dass gleich noch andere Artikel in den Warenkorb wandern. Wer sich darüber nicht im Klaren ist und diesen „Fehler“ macht, muss sich nicht wundern, wenn der Einkauf am Ende doch etwas teurer ausfällt.

Tipp 4: Schulden gut sortieren

Spare was, dann hast du in der Not. Ein bekanntes Sprichwort, das nicht immer Gehör findet. Hier eine Konsumfinanzierung, da ein kleiner Kredit und dort der Dispo. Nach dem Prinzip Gießkanne verteilt, können auch kleinere Kredite zu einer großen Summe werden. Soll heißen: Es droht im schlimmsten Fall das Abrutschen in die Schuldenfalle. Laut Creditreform Schuldenatlas sind in Deutschland im Jahr 2017 davon 10,04 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahren betroffen gewesen.

Das Problem besteht auf der einen Seite darin, dass viele unterschiedliche Finanzierungen den Überblick schwerer machen. Platzt dann ein Kredit, wirkt sich dies auf die Bonität aus – durch Negativeinträge bei Auskunfteien. Auf der anderen Seite entsteht eine „Mischkalkulation“ bei den Kreditzinsen. Die Folge: Es wird mehr als der aktuelle Durchschnittszins am Markt gezahlt. Eine Umschuldung kann in beiden Fällen durchaus positive Effekte nach sich ziehen. Dies lohnt sich insbesondere beim Dispokredit, der nach wie vor zu hohe Zinskosten mit sich bringt.

Tipp 5: Versicherungsportfolio entrümpeln

Jeder Haushalt hat ein grundlegendes Interesse daran, sich gegen gewisse Gefahren zu versichern. Leider wird hier immer wieder nach dem Prinzip knicken, lochen, abheften agiert. Heißt: Für den Abschluss einer Versicherung wird sich mit den unterschiedlichen Tarifen beschäftigt, danach aber nicht mehr. Genau hier liegt eine der Kostenfallen. Versicherungen, die ihren Zweck erfüllt haben, verbrennen genauso Geld wie Policen, deren Schutz angepasst werden muss.

Einfaches Beispiel: Als Student wurde eine Unfallpolice abgeschlossen, um wenigstens rudimentär vorzusorgen. Nach erfolgreichem Examen kam eine BU-Versicherung dazu. Letztere geht im Vergleich zu Unfalltarifen wesentlich weiter und macht diese sogar obsolet. Trotzdem läuft die Unfall-Police weiter und verschlingt Geld.

Die Liste mit Beispielen lässt sich erweitern – um Brillenversicherungen, die niemand mehr braucht oder Tierhaltertarife, welche sich mit dem Ableben des Haustieres erledigt haben. Selbst wenn der Versicherungsschutz gebraucht wird: Ein Vergleich zwischen verschiedenen Angeboten rechnet sich oft.

Tipp 6: Alles Schwarz auf Weiß dokumentieren

Dieser Tipp wirkt auf den ersten Blick unkonventionell. Bei genauem Hinsehen entpuppt sich das Ganze aber als sinnvolle (und bewährte) Option. Mehr Geld im Portemonnaie lässt sich erreichen, in dem alle Ausgaben akribisch dokumentiert werden. Richtig, es geht um das Haushaltsbuch. Inzwischen muss es nicht mehr mit Kuli oder Bleistift geführt werden. Viele Apps greifen die Idee des Haushaltsbuchs auf.

Erfasst werden alle Ausgabe, wie:

-      Lebensmittel

-      Hygiene- und Kosmetikartikel

-      Benzin/Diesel

-      Steuern

-      Versicherungen

-      Miete und Betriebskosten usw.

Das Ziel besteht einfach darin, alle Einnahmen und Ausgaben zu erfassen. Besonders interessant ist, welche nachhaltige Wirkung unregelmäßige und ungeplante Aufwendungen haben. Das Haushaltsbuch hat nicht nur eine Dokumentationsfunktion.

Gerade der Griff zur App gibt die Möglichkeit, das Sparen ins Haushaltsbuch einzubinden und so Reserven zu schaffen, die später gebraucht werden – und sich dank des Haushaltsbuchs aus der Portokasse zahlen lassen.

Tipp 7: Steuererklärung nicht schleifen lassen

Dieser Tipp ist zwar mit etwas Arbeit verbunden und es geht nicht vordergründig ums Sparen. Wer ein Auge auf seine Steuererklärung hat, kann sich jedes Jahr den einen oder anderen Euro vom Finanzamt wiederholen. Hintergrund: Angestellte führen Lohnsteuer ab und haben ihre Steuerpflicht damit (bis auf einige Ausnahmen) in den Augen der Finanzämter erledigt. Aber: In der Praxis kann mit der Steuererklärung Geld zurückgeholt werden.

Wie funktioniert das Ganze? Das deutsche Steuerrecht kennt diverse Möglichkeiten, wie sich zum Beispiel mit:

-      Kinderbetreuung

-      Vermietung

-      Krankheitskosten

-      haushaltsnahen Dienstleistungen

die Steuerlast drücken lässt. Wie geht´s weiter? Nach Prüfung der Steuererklärung gibt es eine Erstattung – die je nach den individuellen Rahmenbedingungen – einen höheren dreistelligen Betrag umfassen kann.

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Auch mit der Steuererklärung lässt sich ein gewisses Sparpotenzial ausloten – dieses hängt jedoch immer ganz von der persönlichen Erwerbssituation ab. Foto: fotolia.com © Stockfotos-MG – 170829738

Bedeutet: Die Steuererklärung macht zwar durchaus etwas Arbeit, kann sich aber lohnen. Und das Potenzial, welches dahintersteckt, sollte sich niemand einfach so durch die Lappen gehen lassen. Und mit einigen ganz legalen (aber geschickten) Steuertricks wird sogar für die Zukunft „gespart“.

Fazit: Mehr Geld im Portemonnaie kann einfach sein

Wer mehr Geld im Portemonnaie haben will, braucht einen Sechser im Lotto – oder macht sich ein paar einfach Tipps zunutze. Klar – zum Millionär wird damit über Nacht wahrscheinlich niemand. Aber eine Kombination aus Spartipps, Tricks für die Steuererklärung und die Führung eines Haushaltsbuchs ebnen den Weg Richtung Entspannung in der Haushaltskasse. Und am Ende ist es doch finanzielle Freiheit, die jeden interessiert. Millionen Euro auf dem Konto sind – um dieses Ziel zu erreichen – nicht unbedingt nötig.



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