Finanzen
Welche (Familien-)Rechtsschutzversicherung ist ihr Geld wirklich wert?

Zu den unangenehmen Dingen im Leben gehört ein teurer Rechtsstreit, den man nicht hat kommen sehen - ob mit dem eigenen Chef, dem Geschäftspartner oder dem Nachbarn. Vor den verheerenden finanziellen Folgen einer juristischen Auseinandersetzung schützt eine Rechtsschutzversicherung. Institutionen wie Stiftung Warentest nehmen diese Policen regelmäßig unter die Lupe.

Freitag, 23.11.2018, 11:28 Uhr aktualisiert: 23.11.2018, 11:37 Uhr
Finanzen: Welche (Familien-)Rechtsschutzversicherung ist ihr Geld wirklich wert?
Rechtskosten können ohne Absicherung sehr teuer werden. Foto: Michael Coghlan, flickr.com

Eine gute Rechtsschutzversicherung übernimmt bei einem Rechtsstreit die meist hohen Gerichts- und Anwaltskosten und steht dem Versicherten beratend zur Seite. Wer eine Rechtsschutzversicherung abschließt, muss sich diese Leistungen aber einiges kosten lassen. Im Jahr 2014 gab es ein Familien-Rechtsschutzpaket für durchschnittlich 274 Euro pro Jahr. Im letzten Jahr kostete der gleiche Schutz rund 32 Euro mehr. Guter Schutz kann, muss aber nicht teuer sein, zeigt beispielsweise die Stiftung Warentest in einer Untersuchung aus dem Jahr 2017.

Guten Schutz gibt es schon ab knapp 200 Euro

Untersucht wurden 56 Familien-Rechtsschutzversicherungen für die Lebensbereiche Verkehr, Beruf und Privat. 14 Tarife haben mit der Note "gut" abgeschnitten, während es 12 Tarife nicht über ein "ausreichend" hinausgeschafft haben. Die günstigste gute Rechtsschutzpolice ist dem Test zufolge schon für 209 Euro Jahresbeitrag zu haben - Voraussetzung dafür ist allerdings ein Selbstbehalt von 300 Euro. Wer bisher einen deutlich höheren Jahresbeitrag gezahlt hat - die teuersten Tarife können Stiftung Warentest zufolge rund das Vierfache kosten - sollte vor dem Abschluss einer neuen Rechtsschutzpolice herausfinden, welche Kosten auf ihn zukommen. Online-Versicherer erleichtern diese Recherche mit einem Tarifrechner für verschiedene Versicherungen .

Selbstbeteiligung hilft, Kosten zu senken

Beim Abschluss einer neuen Rechtsschutzversicherung rät die Stiftung Warentest dazu, eine Selbstbeteiligung von mindestens 150 Euro zu vereinbaren. Wer nämlich gänzlich darauf verzichtet, zahlt häufig über 100 Euro pro Jahr drauf. Die Mindestanforderungen, die die Versicherung dabei erfüllen muss, hat die Stiftung Warentest genau definiert. Viele der gut bewerteten Policen bieten aber darüber hinaus weitere Leistungen an. So zahlen beispielsweise einige Versicherer bei einem Familien- oder Erbrechtsstreit bis zu 2.500 Euro für einen Anwalt, während andere nur für Kosten von 250 Euro aufkommen. Bei der Wahl des Versicherers sollte man sich allerdings auch nicht von Zusatzleistungen blenden lassen und alle Konditionen genau prüfen, so die Stiftung Warentest weiter.

Guter Preis, gute Leistung - die Testsieger

Bestnoten erhielten im Stiftung-Warentest-Vergleich die Allianz mit dem Tarif "Best", die D.A.S./ERGO mit "Premium", die WGV mit "Optimal" und die Advocard mit ihrem Tarif "360° Privat". Bei ihnen bekommt der Kunde mehr für sein Geld als bei vielen anderen Anbietern. In einer aktuelleren Untersuchung (Sommer 2018) von Focus-Money haben dagegen andere Versicherungen am besten abgeschnitten: Concordia "Sorglos für Privatkunden", Allrecht "Rechtsschutz" und WGV "Optimal". Mehr Informationen zu den Testergebnissen finden sich in der Zusammenfassung auf finanzen.de .

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