Finanzen
Berufshaftpflichtpflichtversicherung für Selbstständige und Unternehmer

Neben der Betriebshaftpflichtversicherung, welche für jeden Selbstständigen oder Unternehmer unverzichtbar ist, deckt die Berufshaftpflichtversicherung weitere Risiken ab, die speziell mit dem jeweiligen Beruf zusammenhängen.

Freitag, 28.12.2018, 04:30 Uhr aktualisiert: 28.12.2018, 09:33 Uhr
Finanzen: Berufshaftpflichtpflichtversicherung für Selbstständige und Unternehmer
Foto: Pixabay // valtercirillo

Wer sich selbstständig macht, sei es haupt- oder nebenberuflich, als Freiberufler, Gewerbetreibender oder mit eigenem Unternehmen sowie unabhängig von der jeweiligen Tätigkeit, sollte eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen. Zwar gibt es keine gesetzliche Pflicht einer solchen Police, jedoch deckt diese finanzielle Risiken ab, welche den geschäftlichen sowie privaten finanziellen Ruin für die Betroffenen bedeuten könnten. Weiterhin umfasst die Betriebshaftpflichtversicherung auch Personenschäden, welche beispielsweise auf dem Betriebsgelände passieren oder in direktem Zusammenhang mit der eigenen Tätigkeit stehen. Dies macht deutlich, dass die Betriebshaftpflichtversicherung vor allem für jene Selbstständige essentiell ist, welche direkt am Menschen arbeiten – Physiotherapeuten beispielsweise oder Krankenschwestern.

Dennoch kann es auch in jedem anderen Beruf passieren, dass vielleicht ein Kunde auf dem Weg zum Büro ausrutscht oder der Mitarbeiter mit dem Geschäftswagen einen Autounfall hat. Obwohl also keine Pflicht zur Betriebshaftpflichtversicherung besteht, gilt diese gemeinhin als unverzichtbar für jeden Selbstständigen mit sowie ohne Angestellte. Die Versicherungssumme sollte dabei mindestens 250.000 Euro umfassen und es gilt, die einzelnen Leistungen im Versicherungsumfang vorab im Detail zu überprüfen.

Unterschied zwischen Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung

Neben der Betriebshaftpflichtversicherung, ist es in vielen Berufen sinnvoll, zusätzlich die sogenannte Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Diese umfasst reine Vermögensschäden, welche in einem direkten Zusammenhang mit der Tätigkeit stehen. Verletzt ein selbstständiger Webdesigner beispielsweise Markenrechte und sein Kunde erhält dafür eine fünfstellige Abmahnung, so springt unter Umständen die Berufshaftpflichtversicherung ein. Dementsprechend müssen ihre Leistungen im Versicherungsumfang möglichst exakt auf den jeweiligen Beruf angepasst sein. Dies erklärt, weshalb es nicht die eine Berufshaftpflichtversicherung gibt, sondern viele verschiedene Policen für unterschiedliche Tätigkeitsbereiche. Ebenso wie die Betriebshaftpflichtversicherung, stellt aber auch sie keine Pflicht dar. Die Frage lautet also: Wer sollte eine solche Berufshaftpflichtversicherung abschließen?

Wann eine Berufshaftpflichtversicherung sinnvoll ist

Eine Berufshaftpflichtversicherung dient in erster Linie dazu, dass eventuelle Schadensersatzforderungen nicht das Aus für den selbstständigen Betrieb bedeuten müssen. Diese bewegen sich nämlich schnell im sechsstelligen Bereich und solche Beträge können nur wenige Freiberufler, Gewerbetreibende oder KMUs aus eigener Tasche stemmen. Wird durch einen Fehler also unbeabsichtigt ein Kunde oder Unbeteiligter geschädigt und ist der Schadensersatzanspruch rechtlich gültig, so springt die Berufshaftpflichtversicherung ein und übernimmt die Kosten – zumindest im Rahmen der jeweiligen Deckungssumme. Hierfür empfehlen sich also mindestens sechsstellige, besser aber siebenstellige Beträge.

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Foto: Pixabay // valtercirillo

Prinzipiell eignet sich die Berufshaftpflichtversicherung für jeden Selbstständigen . Besonders häufig schließen Geschäftskunden diese aber in den Bereichen Unternehmensberatung, IT, Handwerk, Marketing, Fotografie, Journalismus oder Onlineshops ab. Vermögensschäden gelten als das höchste Berufsrisiko in vielen Branchen, sodass eine Berufshaftpflichtversicherung ein großes Stück Sicherheit in der Selbstständigkeit bedeutet. Es lohnt sich daher für jeden Betroffenen, unabhängig von Beruf, Branche, Unternehmensgröße & Co, zumindest einmal zu prüfen, ob es eine passende Police gibt und zu welchen Konditionen. Sinnvoll ist der Abschluss nämlich nur, wenn in der Berufshaftpflichtversicherung auch die spezifischen Risiken des eigenen Arbeitsalltags abgedeckt werden.

Diese Schäden deckt eine Berufshaftpflichtversicherung ab

Welche Schäden konkret von der jeweiligen Police abgedeckt werden, hängt von der spezifischen Berufshaftpflichtversicherung ab. Wie bereits erwähnt, ist diese individuell auf den jeweiligen Beruf abgestimmt und kann beim Abschluss vom Versicherungsnehmer noch einmal modular gestaltet werden – er kann also Bausteine hinzunehmen, ausschließen oder die Höhe der Deckungssumme bestimmen. So erhält er am Ende jenen Versicherungsvertrag, welcher zu seiner spezifischen Situation am besten passt. Prinzipiell handelt es sich dabei zum Beispiel um Beratungsfehler, Verletzungen von Urheber-, Marken- oder Bildrechten, Schätz- und Rechenfehler, die Nichteinhaltung von Deadlines oder auch Instruktionsfehler.

Wer also beispielsweise krank ist und deshalb ein Projekt nicht oder nicht fristgerecht abschließen kann, hat dadurch unter Umständen Schadensersatzforderungen zu befürchten. In solchen Fällen springt die Berufshaftpflichtversicherung für den finanziellen Schaden ebenso ein wie bei einem Beratungsfehler. Trifft der Kunde also aufgrund der Empfehlung des Versicherten eine falsche Geschäftsentscheidung und macht ihn anschließend für seine Umsatzeinbußen verantwortlich, prüft die Versicherung ebenfalls die Rechtmäßigkeit der Ansprüche. Sie stellt dem Versicherungsnehmer dafür einen Anwalt zur Seite und übernimmt im Fall der Fälle auch das Bußgeld.

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Eine gute Berufshaftpflichtversicherung erkennen

Dennoch gibt es auch bei diesen Zusatzleistungen wie eben dem Anwalt oder einer Prüfung der Rechtmäßigkeit von Schadensersatzforderungen und beim Service große Unterschiede zwischen den jeweiligen Versicherern. Um also finanzielle Fallstricke zu vermeiden und einen seriösen Versicherer mit bestmöglichem Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden, sollten die Leistungen vorab genauestens unter die Lupe genommen werden. Eine gute Berufshaftpflichtversicherung übernimmt neben den Schadensersatzansprüchen auch eventuelle Folgeschäden. Mitversichert sein sollten zudem vertragliche Haftpflichtansprüche. Eine kompetente Beratung im Schadensfall ist ebenso unverzichtbar wie ein maßgeschneiderter Leistungsumfang für die jeweilige Branche und Tätigkeit. Bestenfalls ist die Deckungssumme flexibel wählbar und es sollte das Prinzip „All-Risk-Bedingungen“ gelten, sprich was nicht konkret ausgeschlossen ist, ist automatisch versichert. Zuletzt spielen natürlich auch die Kosten eine Rolle, welche sich je nach Anbieter, aber auch abhängig vom Leistungsumfang, der Deckungssumme & Co mitunter stark unterschieden. Einige Versicherer bieten zudem für neugegründete Selbstständigkeiten mit einem Alter von weniger als zwölf Monaten Rabatte bei ihren Policen.

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