Finanzen
Gesetzesänderungen 2020: Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer jetzt wissen sollten

Im neuen Jahr gibt es etliche Gesetzesänderungen, die teilweise erhebliche Auswirkungen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben. Insbesondere die Erhöhung des Mindestlohns und die höheren Gehälter für Auszubildende dürften sich in den Geldbörsen beider Parteien zeigen. Welche Änderungen Unternehmen und Angestellte kennen sollten, verrät der folgende Artikel. Und wer noch mehr aktuelles Wissen für Arbeitgeber benötigt, kann bei lexoffice vorbeischauen. Insbesondere die Themen der Lohn- und Gehaltsabrechnung werden dabei behandelt – und zwar für jedermann verständlich, ohne Fachchinesisch und ohne komplizierte Gesetzestexte.

Mittwoch, 22.01.2020, 15:41 Uhr aktualisiert: 22.01.2020, 15:45 Uhr
Finanzen: Gesetzesänderungen 2020: Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer jetzt wissen sollten
Foto: Colourbox.de

Mindestlohn steigt

Für Arbeitnehmer gibt es gute Nachrichten, die Arbeitgeber eher nicht so begeistern werden: Seit dem 1. Januar 2020 wurde der Mindestlohn erhöht. Betrug er bislang 9,19 Euro, so liegt er jetzt bei 9,35 Euro pro Stunde. Ausgenommen vom Mindestlohn sind lediglich die folgenden Personen:

  • Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die jünger als 18 Jahre sind
  • Praktikanten, die im Rahmen des Studiums oder der Schulausbildung ein Pflichtpraktikum absolvieren
  • Praktikanten, sofern das Praktikum höchstens drei Monate läuft und zur Aufnahme eines Studiums oder zur beruflichen Orientierung dienen soll
  • Auszubildende
  • Ehrenamtliche
  • Jugendliche in der Einstiegsqualifizierung
  • Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten der Wiederbeschäftigung nach Ende der Arbeitslosigkeit

Die Erhöhung des Mindestlohns dürfte für Arbeitgeber eine der wichtigsten Änderungen 2020 sein. Es gibt aber noch mehr Neuerungen in diesem Jahr.

Azubigehälter werden höher

Eine bessere Bezahlung für Azubis ist schon seit dem vergangenen Jahr geplant. Ab 2020 gibt es nun gute Nachrichten, denn jetzt steigen tatsächlich die Azubigehälter. Mindestens 515 Euro im Monat sollen Azubis im ersten Ausbildungsjahr bekommen. Bis 2023 ist geplant, die Azubi-Vergütung weiter Stück für Stück zu steigern:

  • 2021: 550 Euro im 1. Lehrjahr
  • 2022: 585 Euro im 1. Lehrjahr
  • 2023: 620 Euro im 1. Lehrjahr

Im zweiten Ausbildungsjahr soll die Mindestvergütung 18 Prozent höher, im dritten Jahr um 35 Prozent höher und im vierten Jahr um 40 Prozent höher sein als im ersten Lehrjahr. Ob die Steigerung der Azubigehälter tatsächlich dafür sorgen kann, dass in Zukunft mehr Lehrstellen besetzt werden, muss sich erst noch zeigen. Gerade in Berufen, in denen die Arbeitsbedingungen augenscheinlich nicht attraktiv sind – wie etwa in der Pflege, im Handwerk und in der Gastronomie –, kam für Azubis häufig noch als Ausschlusskriterium hinzu, dass die Bezahlung zu gering war. Demzufolge blieben zahlreiche Lehrstellen oft unbesetzt. Dies führte zu einem verschärften Fachkräftemangel, von dem besonders das Handwerk betroffen ist. Fest steht aber natürlich: Durch die Erhöhung des Mindestlohns und die höheren Vergütungen für Azubis kommen auf Arbeitgeber in diesem Jahr höhere Personalinvestitionen zu, die erst einmal erbracht werden müssen. Gerade für kleine Betriebe ist das nicht immer einfach.

Ausbildung öfter in Teilzeit durchführbar

Das sind aber noch nicht alle Neuigkeiten für Auszubildende im Jahr 2020. Neu ist in diesem Jahr nämlich auch, dass Auszubildende ihre Ausbildung häufiger in Teilzeit durchführen dürfen. Bislang war das nur für leistungsstarke Azubis möglich, die entweder Angehörige pflegen oder alleinerziehend sind. Ab jetzt soll grundsätzlich jeder Azubi die Möglichkeit für eine Ausbildung in Teilzeit haben. Die einzige Voraussetzung ist: Ausbildungsbetrieb und Azubi müssen sich einig sein.

Neue Grenze für Kleinunternehmer

Auch für Kleinunternehmer gibt es 2020 gute Nachrichten, denn die Umsatzgrenze wurde angehoben. Bislang konnte man die Kleinunternehmerregelung nutzen, wenn man im Vorjahr höchstens 17.500 Euro Umsatz erzielte. Nun wurde die Grenze mit dem „Dritten Gesetz zur Entlastung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie“ auf 22.000 Euro erhöht. Weitere Informationen zu diesem Gesetz stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereit.

Höherer Freibetrag für die betriebliche Gesundheitsförderung

Arbeitnehmer, die ihren Mitarbeitern spezielle Gesundheitsleistungen anbieten oder diese bezuschussen, bekommen einen steuerlichen Freibetrag. Dieser wurde nun von 500 auf 600 Euro pro Arbeitnehmer im Jahr angehoben.

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