Finanzen
Krügerrand: Die beliebteste Goldmünze für Anleger!

Es gibt einen Grund zum Feiern: Der Deutschen liebste Goldmünze ist nun mehr als 50 Jahre als. Der Wert für Sammler geht bei dieser Goldmünze über ihren Goldwert allerdings kaum hinaus.

Freitag, 07.02.2020, 16:06 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 16:14 Uhr
Finanzen: Krügerrand: Die beliebteste Goldmünze für Anleger!
Foto: Colourbox.de

Seit mehr als 50 Jahren findet die Produktion der Krügerrand-Münze nun schon in Südafrika statt. Bezüglich seines Wertes liegt der Krügerrand liegt derzeit bei etwa 1.450€ . Nahezu jedes dritte Exemplar aus der Herstellung findet den Weg in das deutschsprachige Ausland. Und dafür gibt es einen guten Grund.

Die Rand Refinery

Der Schmelzpunkt des Goldes ist bei circa 1.100 Grad Celsius endlich erreicht. Danach wird der große Schmelztiegel gekippt und das wertvolle Edelmetall fließt heraus – ein Bild, das an schimmernd-feurige Lava aus einem Vulkan erinnert. Gut versteckt hinter massiven Tresortüren, zahlreichen Sicherheitsschleusen, elektrischen Zäunen und hohen Mauern ist dieses Szenario der Alltag in der Rand Refinery.

Bei der Produktionsstätte handelt es sich um eine der größten Goldschmelzen auf der ganzen Welt. Sie befindet sich im äußeren Rand der Wirtschaftsmetropole Johannisburg in Südafrika. Die beliebteste Goldmünzen der deutschen Bevölkerung wird hier bereits seit mehr als 50 Jahren produziert. Verkauft hat sich die begehrte Krügerrandmünze bis heute um die 60 Millionen Mal .

Deutschland ist der größte Exportmarkt

Richard Collocott, der Marketing-Direktor der Rand Refinery erklärt, dass die Bundesrepublik Deutschland den größten Exportmarkt für die Münze ausmacht. Allein im letzten Jahr wurden 1,2 Millionen Krügerrand-Münzen, also circa 20 Prozent der gesamten Produktion, in die Bundesrepublik verkauft. Auf den Plätzen dahinter folgen die Nachbarländer Österreich und die Schweiz. Die USA liegt noch dahinter. Collocott bezeichnet die Münze somit als die Goldmünze schlechthin für die deutschsprachigen Länder.

Der erste Krügerrand, der eine Unze, also 31,1 Gramm Feingold enthielt, wurde am 3. Juli 1967 in Südafrika geprägt. Aktuell liegt der Preis für die Krügerrand-Münze in Deutschland bei rund 1.450 Euro. Dieser Wert übersteigt den eines entsprechenden Goldbarrens.

Die vordere Seite der Münze wird durch eine Springbock-Antilope verziert, die hintere Seite ist mit dem Konterfei des damaligen Präsidenten von Südafrika, Paul Kruger, versehen. Dieser ist auch für den Namen der Goldmünze verantwortlich. Mittlerweile sind auch Krügerrand-Münzen zu einem günstigeren Preis erhältlich. Diese enthalten dann entweder eine halbe oder eine Viertelunze Feingold.

Kratzern wird durch Kupfer vorgebeugt

Die Goldmünze enthält allerdings nicht nur reines Gold, sondern auch einen Teil Kupfer, das als Legierung beigemischt wird. Dies hilft, die Oberfläche der Münze robuster gegen Kratzer zu schützen. Daher hat die Krügerrand-Münze, anders, als die Goldmünzen der Konkurrenz, lediglich 22 anstatt 24 Karat.

Der größte Goldhändler für den europäischen Markt, Degussa, sieht dies als den großen Vorteil der Münze an. Denn dadurch, dass die Münze nicht so schnell wie andere Goldmünzen verkratzt , bleibt der Wiederverkaufswert beständig erhalten. Der Geschäftsführer von Degussa, Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, fügt hinzu, dass der Wiederverkaufswert von Goldbarren aus diesem Grund auch oft niedriger ausfällt.

Sicherheit wird großgeschrieben

Bei der Rand Refinery werden alle Rohlinge der Münzen gestanzt. Das Gold wird durch Helikopter direkt von den südafrikanischen Minen in die Produktionsstätte eingeliefert. Denn, das Gold auf der Straße zu transportieren, wäre mit zu großen Gefahren verbunden. Collocott gibt zu bedenken, dass ein Helikopter weitaus schwerer überfallen werden kann.

Die Goldschmelze erinnert in ihrem Aufbau an eine kleine Ausgabe von Fort Knox. Die Mitarbeiter, welche die Produktionsstätte verlassen, müssen jeden Tag nicht nur einen Metalldetektor passieren, sondern ebenfalls ein vollständiges Röntgen-Programm über sich ergehen lassen.

Auf dem Gelände sind überall private Sicherheitsleute verteilt. Allerdings möchte Collcott über das detaillierte Sicherheitskonzept nicht zu viel preisgeben. Streng verboten ist hier auch die Aufnahme von Fotos. Pro Tag findet an diesem Ort ein Umschlag von Gold im Wert von mehreren Millionen Euro statt. Im Jahr entspricht dies aktuell circa 300 Tonnen.

Das Gold wird aus den Minen in Barren angeliefert. Der Gehalt an Gold liegt bei diesen lediglich zwischen 70 und 90 Prozent. Während der Schmelzung findet eine chemische Reinigung des Goldes, sowie die Weiterverarbeitung zu Granulat statt. Das Granulat besteht wiederum zu 99,9 Prozent aus Feingold. Aus diesem werden dann im Anschluss die Goldbarren herstellt. Die Reste, die bei der Produktion entstehen, werden wiederum eingeschmolzen – denn hier zählt jedes Gramm.

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