Sonderveröffentlichung

Finanzen
Der Dax – Talfahrt und Zukunftschancen

Das Coronavirus lässt auch die Börsen weltweit kränkeln. Seitdem der Virus um sich greift wurden nicht nur mittlerweile weltweit mehr als 1,2 Millionen Menschen mit Covid-19 infiziert, zahlreiche Todesopfern gefordert, sondern auch die Wirtschaft ist stark zurückgegangen.

Dienstag, 14.04.2020, 09:36 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 09:41 Uhr
Finanzen: Der Dax – Talfahrt und Zukunftschancen
Die Auswirkungen des Coronavirus lassen sich selbst in der Wirtschaft nicht leugnen Foto: Pixabay.com

Anfänglicher Einbrüche auf dem Aktienmarkt Anfang des Jahres wurden dank der Versicherungen von US-Präsident Trump, dass in Amerika alles unter Kontrolle sei und es sich bei dem Coronavirus lediglich um eine normale Grippe handle, immer wieder kurzfristig gestoppt. Jedoch ist mit den Anfängen der Ausgangsbeschränkungen auch immer mehr der Optimismus in den meisten westlichen Ländern zurückgegangen.

Finanzmärkte leiden stark

Der Dax lag bei Jahresbeginn noch bei knapp unter 13.000 Punkten. Jedoch änderte sich das schlagartig mit den dramatischen Krankenständen und rasant steigenden Todesfällen in China, Italien und Spanien Mitte März, sodass er auf schließlich 8.500 Punkte rutschte.

Der US-amerikanische Dow Jones lag am 2. Januar 2020 bei knapp unter 28.900 Punkten. Bis zum 23. März, als die Zahlen keinen Spielraum für Optimismus mehr zuließen, büßte er mehr als 10.000 Punkte ein. Mittlerweile hat er sich wieder leicht erholt und lag Anfang April bei rund 21.000 Punkten.

Zu verdanken haben die Kurse das unter anderem billiardenschweren Hilfspaketen. Jedoch schaden Reiseverbote und die Schließungen sämtlicher nicht als unverzichtbar angesehener Geschäfte sehr der Wirtschaft. Geschäfte und Firmen sind momentan entweder komplett geschlossen oder können nur noch online agieren. Somit haben viele Unternehmen weltweit keine andere Chance, wie Heimarbeit, Kurzarbeit oder Entlassungen zu verordnen.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Krise zu mildern, haben die Bundesregierung, aber auch die Länder Hilfsprogramme angeschoben. Diese beinhalten unter anderem Einmalzuschüsse, Kredite, Stundungen und die Übernahme von Beschäftigungskosten. Auch Selbständige und Kleinunternehmer bleiben nicht außen vor.

Große Krisen in verschiedenen Branchen

Durch die Krise sind sogar Branchen, die seit Jahrzehnten wachsen und bei Anlegern aufgrund ihrer Zuverlässigkeit begehrt sind, in enorme Schwierigkeiten geraten. Den Tourismus und die Luftfahrt trifft es dabei am Meisten. Die Lufthansa hat rund 95 Prozent ihres Flugplans gestrichen, und die Lufthansa-Tochter Brussels Airlines hat die belgische Regierung bereits um eine Finanzhilfe gebeten. Diese soll sich im dreistelligen Millionenbetrag bewegen.

Um das Überleben der Lufthansa zu sichern, hat der Konzern vor, keine Dividende für das vergangene Jahr an seine Aktionäre zu zahlen. Topmanager des Vorstands haben zudem einer Kürzung ihrer Grundvergütung zugestimmt.

Schwer getroffen ist auch die Fußballbranche. Während Aktionäre von Bayern München, Borussia Dortmund und anderen Spitzenclubs normalerweise mit guten Einkünften rechnen können, bedeutet das Aussetzen der Saison und der Wegfall von Sende- und Werbeeinnahmen Riesenlöcher in den Kassen.

1234

In den Stadien jubelt momentan keiner. Foto: pixabay.com

Was die Zukunft von Dax, Dow Jones und anderen Börsenkursen anbelangt, macht es einen Unterschied für Anleger, ob sie gezielt in nun gefährdete Unternehmen investiert haben oder weit gestreut auf Fonds oder Staatsanleihen gesetzt haben. Wie in jeder Krise gibt es auch bei Corona Wirtschaftszweige und Unternehmen, deren Anteile kräftig an Wert zugelegt habe. Dazu gehören in Deutschland etwa Lieferdienste für Frischwaren und Unternehmen, die medizinische Utensilien herstellen.

Markterholung in der Vergangenheit

Geduld gehört für alle Anleger weiter dazu, um die Nerven angesichts von Aktientalfahrten zu behalten. Doch die Börse ist von jeher für Investoren gedacht, die nicht auf blitzschnelle Renditen setzen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Märkte sich bisher nach jeder Krise längerfristig wieder erholt haben. Der deutsche Konjunktur-Crash im Sommer 1992 dauerte 37 Tage an, in denen der Dax zunächst 17 Prozent verlor, danach in den kommenden sechs Wochen noch einmal um drei Prozent absackte, ehe es wieder nach oben ging.

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 ließen den Dax binnen 13 Tagen um 27 Prozent sinken. Binnen vier Monaten hatte er danach aber wieder um 40 Prozent zugelegt.

Auch wenn derzeit nicht abzusehen ist, wie lange die Corona-Krise anhalten wird und vieles im Ungewissen liegt so werden auch diesmal die Börsen sich konsolidieren. Wahrscheinlich schon allein darum, weil es im Interesse aller Nationen liegt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7368527?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686138%2F2686293%2F2686316%2F
Nachrichten-Ticker