Finanzen
PKV für den Ernstfall – darauf ist zu achten

Von den meisten Versicherungen erhofft man sich, dass man sie nie in Anspruch nehmen muss – allen voran die Krankenversicherung. Da sich das Krank- und Älterwerden jedoch nicht vermeiden lässt, und man auch im Ernstfall rundum gut versorgt ist, sollte eine Krankenversicherung immer mit Bedacht ausgewählt werden. Vor allem, wer vor der Entscheidung steht, ob man von der gesetzlichen Krankenversicherung in die Private wechseln soll, sollte sich im Vorfeld sehr gut informieren, da ein Wechsel zurück in die GKV oft mit Hürden verbunden ist.

Dienstag, 17.11.2020, 03:38 Uhr aktualisiert: 17.11.2020, 13:40 Uhr
Finanzen: PKV für den Ernstfall – darauf ist zu achten
Medizinische Versorgung ist teuer, daher ist es gut, wenn man eine Krankenversicherung als Partner hat, die möglichst viele der Kosten übernimmt. Foto: Myriams-Fotos via pixabay.com

Leistungen der PKV

Die GKV stellt die medizinische Grundversorgung sicher, die jedem in Deutschland lebenden Menschen zur Verfügung steht.

Private Krankenversicherungen bieten Standard- und Premiumtarife an. Die Standardtarife decken den Leistungsumfang im Rahmen der gesetzlichen Grundversorgung ab. Diese sind aber oft teurer als die Beiträge zur GKV, sodass diese nur gewählt werden sollten, wenn ein Wechsel in die GKV nicht mehr möglich ist und sich keinen Premiumtarif leisten kann.

Bei den Premiumtarifen profitieren Kunden von einem Leistungsangebot, das über die Grundversorgung hinausgeht. Je nachdem, worauf man Wert legt, kann man Leistungen individuell in seinem Versicherungspaket aufnehmen oder streichen, zum Beispiel den Anspruch auf Chefarzt-Behandlung im Krankenhaus, oder die Übernahme der Kosten für hochwertige Zahnimplantate.

Hat man eine Leistung jedoch nicht in seinem Vertrag abgedeckt, benötigt irgendwann aber trotzdem eine entsprechende Behandlung, muss man die Kosten dafür selbst tragen. Deswegen sollte man beim Abschluss eines PKV-Vertrags nicht zu knausrig sein, um auch für einen eventuellen Ernstfall gerüstet zu sein.

Wer kann in die PKV aufgenommen werden?

Grundsätzlich können Beamte, Selbstständige oder Freiberufler, Studenten, sowie Angestellte, deren Bruttojahreseinkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze von 62.550 Euro liegt, Mitglied in der PKV werden.

Für wen lohnt sich der Wechsel in die PKV?

Für Beamte ist eine Mitgliedschaft in der PKV besonders attraktiv, denn Beamte erhalten Beihilfe von ihrem Dienstherrn, wodurch 50 Prozent der Behandlungskosten übernommen werden (falls man Kinder hat bis zu 70 Prozent). Dadurch reduzieren sich die PKV-Beiträge drastisch.

Für gutverdienende Angestellte kann ein Wechsel in die PKV lohnenswert sein. Der Arbeitgeber bezuschusst auch Beiträge zur PKV bis zu einem Wert, der in Höhe des maximalen GKV-Beitrags liegt.

Den Vorteil, dass die Beiträge zur Krankenversicherung zum Teil vom Arbeitgeber übernommen werden, haben Selbstständige und Freiberufler nicht. Diese müssen die Krankenkassenbeiträge komplett selbst bezahlen. Da die Beiträge zur GKV vom Einkommen abhängig sind, entstehen so für sehr gutverdienende Selbstständige hohe Kosten. Wer mit seinem jährlichen Einkommen also oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze von 56.259 Euro (Stand 2020) liegt, bezahlt mehr als 700 Euro monatlich. Ein Wechsel in die PKV kann somit die günstigere Alternative darstellen.

Auch Studenten können sich anfangs des Studiums entscheiden, ob sie in die PKV aufgenommen werden wollen. Viele Versicherer bieten Studenten sehr günstige Tarife an.
Waren Studenten aber bisher bei einem Elternteil in der GKV mitversichert, so stellt der Verbleib dort die günstigste Alternative dar, denn bis zum 25. Lebensjahr ist man dort kostenlos versichert.
Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann sich entweder privat versichern oder bei der GKV im Rahmen eines Studententarifs unterkommen.

Wer Familie und Kinder hat, sollte gut vergleichen

Von günstigen PKV-Beiträgen profitieren vor allem junge, gesunde Menschen, die keine Kinder haben. Falls eine Familie geplant ist, will ein Wechsel in die PKV gut überlegt sein, denn hier muss jedes Kind einzeln versichert werden, wodurch die monatlichen Kosten deutlich steigen.
In diesem Fall sollte man unbedingt einige Angebote einholen und die verschiedenen Versicherungstarife vergleichen , um denjenigen herauszufiltern, der am besten und kostengünstigsten auf den Bedarf der einzelnen Familienmitglieder abgestimmt ist.

In der GKV dagegen sind Kinder bis zum 25. Lebensjahr beim hauptverdienenden Elternteil kostenlos mitversichert, vorausgesetzt natürlich, dass die Kinder sich nicht vorher schon selbst versichern müssen, weil sie eine Ausbildung angefangen oder eine Arbeit aufgenommen haben.

Vorerkrankungen mit höheren PKV-Beiträgen verbunden

Wer an Vorerkrankungen leidet, bezahlt in der PKV höhere Beiträge, da die Versicherer eine Risikozulage verlangen. Bei gravierenden Vorerkrankungen, die mit hohen Behandlungskosten verbunden sind, verweigern manche Versicherer dem Kunden die Aufnahme in die PKV sogar komplett.

Wer trotz Vorerkrankung mit dem Gedanken spielt, Mitglied in der PKV zu werden, sollte sich beraten lassen. Oft ist es auch sinnvoll, sich eine zweite Meinung einzuholen und genau durchrechnen zu lassen, was an Beitragskosten auf einen zukommt.

Häufig ist der Verbleib in der GKV die bessere Alternative für Menschen mit Vorerkrankungen.

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