Di., 17.02.2015

Gesundheit Kostenfalle Pflege: Eine private Zusatzversicherung beugt vor

Gesundheit : Kostenfalle Pflege: Eine private Zusatzversicherung beugt vor

Schon rechtzeitig sollte man sich Gedanken um eine Pflegevorsorge machen Foto: Modelfoto: colourbox.de

In Deutschland wird es bis zum Jahr 2030 deutlich mehr als drei Millionen Pflegebedürftige geben, so die Prognose des Bundesministeriums für Gesundheit. Wer sich nur auf die gesetzliche Pflegeversicherung verlässt, dem droht im Pflegfall ein finanzieller Engpass oder gar die Altersarmut. Eine private Zusatzversicherung schützt vor den potenziell existenzbedrohenden Folgen von Pflegebedürftigkeit.

Wer gesetzlich versichert ist, bei dem läuft die Pflegeversicherung automatisch über die Krankenkasse mit. Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Grundabsicherung, die die elementarsten Pflegeleistungen garantieren soll. Die Leistungen sind dabei genau festgelegt. Der Gesetzgeber ordnet Pflegebedürftige den Pflegestufen I bis III zu, unterscheidet dabei zwischen „Erheblich Pflegebedürftigen“ (Stufe I), „Schwerpflegebedürftigen“ (Stufe II) und „Schwerstpflegebedürftigen“ (Stufe III). Der maximale Beitrag, den Patienten der Pflegestufe III erhalten, liegt bei monatlich 1.612 Euro. Für sogenannte Härtefälle kann auch ein Betrag in Höhe von 1.995 Euro gewährt werden. 

Finanzierungslücken können den geruhsamen Lebensabend gefährden

In der Realität liegen die tatsächlichen Kosten, die ein Pflegefall verursacht, deutlich über den staatlichen Leistungen. Der Vorsorge- und Finanzdienstleister Swiss Life Select etwa weist daraufhin, dass die Pflegekosten zumeist sogar doppelt so hoch sind wie die Zahlungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Hinzu kommt, dass es zahlreiche Pflegeleistungen gibt, die nicht zum staatlichen Leistungskatalog gehören und von den Versicherten prinzipiell selbst getragen werden müssen.

Für Pflegebedürftige bedeutet das häufig: Es tut sich eine Finanzierungslücke auf. Die Bedürftigen müssen dann ihre Rente und das Sparvermögen anzapfen – und womöglich sogar ihren Immobilienbesitz veräußern, um die Kosten für die Pflege vollständig zu decken. Die Folgen können dramatisch sein, Pflegbedürftigen drohen Altersarmut und sozialer Abstieg.

Wer will schon seinen Kindern auf der Tasche liegen?

Reichen die eigenen Mittel nicht aus, können Patienten die sogenannte Hilfe zur Pflege beantragen. Doch bevor der Staat diese zusätzlichen Kosten übernimmt, werden – so möglich – die nächsten Angehörigen zur Kasse gebeten, also in der Regel die Kinder der Pflegebedürftigen. Eine Bürde, die man als Pflegepatient seinen Liebsten nicht auferlegen möchte.

Private Pflegversicherung als Vorsorgemaßnahme

Um den hier dargestellten Risiken vorzubeugen, haben die Versicherungen verschiedene Modelle zur privaten Pflegevorsorge entwickelt. Es gibt drei Arten der privaten Pflegeversicherung mit jeweils unterschiedlicher Ausrichtung: die Pflegetagegeldversicherung, die Pflegekostenversicherung und die Pflegerentenversicherung.

Die drei Formen der privaten Pflegeversicherung im Überblick:

Die Pflegetagegeldversicherung ist die am häufigsten abgeschlossene private Zusatzvariante. Das Prinzip: Der Versicherte schließt für den Pflegefall einen individuellen Tagessatz ab. Der ausgezahlte Betrag richtet sich dann nach der festgestellten Schwere der Pflege, also der Einstufung in eine der drei Pflegestufen. Eine Pflegetagegeldversicherung können Versicherte nur dann abschließen, wenn sie noch nicht pflegebedürftig sind. Das große Plus dieser Form der privaten Pflegevorsorge: Das Tagegeld kann in der Regel freie Verwendung finden, ist nicht an bestimmte Pflegeleistungen gebunden. Konkret bedeutet das, dass beispielsweise Angehörige die Pflege übernehmen und dafür eine Aufwandsentschädigung erhalten können.

Die Pflegekostenversicherung ist eng an die vom Gesetzgeber definierten Pflegestufen gekoppelt und übernimmt nur professionelle Pflegeleistungen, die sich mit Kostenrechnungen dokumentieren lassen – und trägt dann einen vereinbarten prozentualen Anteil der Kosten. Pflegeleistungen von Angehörigen sind von dieser Versicherungsform nicht abgedeckt. Weiteres Manko: In der Regel muss die monatliche Prämie weiterhin geleistet werden, wenn der Pflegefall eingetreten ist. Zwar haben viele privaten Krankenversicherer die Pflegekostenversicherung im Programm, sie hat aber in den vergangenen Jahren als Vorsorgemaßnahme immer mehr an Bedeutung verloren.  

Die Pflegerentenversicherung ist ein Vorsorgemodell, das lediglich einige wenige Anbieter von Lebensversicherungen im Portfolio führen. Sie ähnelt einer privaten Altersrentenversicherung, stellt im Prinzip ein Sparmodell mit Risikovorsorge dar. Wird der Versicherte pflegebedürftig, erhält er ab diesem Zeitpunkt eine lebenslange Rente ausbezahlt. Die Höhe der monatlichen Zahlungen hängt davon ab, welche Summe bei Vertragsabschluss vereinbart worden ist und welcher Pflegestufe der Versicherte zugeteilt wird.

Individuelle Beratung für die individuelle Zusatzversicherung

Der Abschluss einer zusätzlichen privaten Pflegeversicherung ist heutzutage praktisch jedem zu empfehlen, allein schon aufgrund der stetig steigenden Lebenserwartung. Welches Versicherungsmodell zu welchen Konditionen sich für wen eignet, lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. Jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile, die Materie ist komplex, der Teufel steckt oft im Detail. Die richtige Wahl hängt von zahlreichen Faktoren ab.

Wer eine Zusatzversicherung abschließen möchte, sollte sich unbedingt von einem Experten individuell beraten lassen. Weitere Informationen zum Themenkomplex Pflegevorsorge liefert beispielsweise das Informationsportal im-alter-sorglos.de von Swiss Life Select. Hier finden Interessierte unter anderem auch Beiträge über die Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht.



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