Do., 26.03.2015

Gesundheit Problemzone Rücken – was hilft wirklich, was nicht?

Gesundheit : Problemzone Rücken – was hilft wirklich, was nicht?

Wenn der Rücken nicht schmerzt, dann nimmt ihn der Mensch als gegeben an und weiß dabei oft gar nicht, was für ein Glück ein schmerzfreier Rücken doch ist. Denn dieser wichtige Körperteil, der uns Halt gibt, verursacht bei so manchem Menschen große Probleme, vom Zwicken ab und zu bis hin zum dauerhaften Schmerz. Den Rücken gesund zu halten, ist für ein angenehmes Leben unheimlich wichtig und so gibt es zahlreiche Tipps und Tricks, wie er einerseits in Schuss bleibt und was andererseits zu tun ist, wenn er doch weh tut. Doch nicht alle Ratschläge, die Menschen sich gerne untereinander geben, sind wirklich sinnvoll, manche können sogar eher schaden als Gutes tun. Aber welche Mythen rund um das Thema Rückenschmerzen und Gesunder Rücken haben eigentlich einen wahren Kern und wann handelt es sich doch eher um schlechte Ratschläge?

1.      Rückenschmerzen sind ein Volksleiden.

Mittlerweile können sie tatsächlich als ein solches bezeichnet werden. Rückenbeschwerden sind laut daserste.de die häufigste Ursache für Arbeitsausfälle, jeder neunte Krankschreibungstag hat Probleme mit dem Rücken als Grund angeführt. Wer also denkt, dass Rückenschmerzen eine altersbedingte Erscheinung sind, liegt falsch. Zwar kann auch altersbedingter Verschleiß die Ursache sein, aufgrund von Bewegungsarmut kann diese Problematik aber jede Altersgruppe betreffen.

2.      Rückenschmerzen sind immer mit einer Krankheit verbunden.

Nein, das stimmt nicht. Sogar etwa 85% aller Rückenbeschwerden sind nicht auf eine Krankheit zurückzuführen. Vielmehr hat jeder Mensch früher oder später mindestens einmal unter Rückenschmerzen zu leiden. Der Schmerz kommt und verschwindet nach kurzer Zeit wieder, ohne das in manchen Fällen überhaupt eine Diagnose erstellt werden konnte.

3.      Männer und Frauen haben gleich häufig Rückenschmerzen.

Nein, auch das stimmt nicht. Frauen leiden häufiger unter akuten und intensiven Rückenschmerzen. Außerdem haben sie häufiger Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich, während Männer eher der Schmerz in der Gegend des Lendenwirbels plagt.

4.      Rückenschmerzen werden oftmals von Kälte ausgelöst.

Das stimmt nicht ganz. Zwar werden bei manchen Menschen die Rückenbeschwerden im Winter schlimmer, dies liegt dann aber nicht an der Außentemperatur, sondern am Bewegungsmangel in der kalten Jahreszeit. Wer also ohnehin Probleme mit dem Rücken hat, sollte auch im Winter in Bewegung bleiben, anstatt zu viel Zeit auf dem Sofa zu verbringen.

5.      Zugluft verursacht Rückenschmerzen.

Das stimmt. Bei Zugluft trifft kalte Luft auf sensible Körperstellen wie beispielsweise den Nacken. Dadurch kann es zu Entzündungen kommen, die wiederum Schmerzen verursachen. Vor allem nach einer Autofahrt mit offenem Fenster klagen viele Fahrer über Nackenschmerzen. Wenn der empfindliche Bereich aber zum Beispiel mit einem Halstuch geschützt wird, kann die Gefahr eingedämmt werden.

6.      Die Psyche spielt bei Rückenbeschwerden oft eine Rolle.

Das stimmt tatsächlich. Psychische Probleme beeinträchtigen nicht nur das Gemüt, sondern können sich auch negativ auf das vegetative Nervensystem auswirken. Dies wiederum verursacht körperliche Beschwerden, unter anderem auch Rückenschmerzen. Wer unter Stress oder Depressionen leidet, verspannt sich und seine Muskeln. Wenn psychische Probleme also die Ursache für Rückenschmerzen sind, muss zunächst an den Gründen gearbeitet werden, um Verspannungen zu vermeiden.

7.      Zu vieles Sitzen führt zu Rückenschmerzen.

Das stimmt nicht ganz. Nicht jeder Büroarbeiter bekommt im Laufe seines Lebens Rückenschmerzen, weil er zu viel am Schreibtisch gesessen hat. Wenn er sich zwischendurch allerdings keine Bewegungspausen gönnt, dann kann dies doch passieren. Ein körperlicher Ausgleich ist sehr wichtig, um einen Bürojob auch ohne Rückenschmerzen ausführen zu können, joggen vor oder nach der Arbeit zum Beispiel kann da Wunder wirken. Auch das typische „sich die Beine vertreten“ schadet keinesfalls – statt zum Telefonhörer zu greifen, um die Kollegin im Zimmer nebenan etwas zu fragen, darf also gerne mal persönlich vorbeigeschaut werden, um dem Rücken etwas Gutes zu tun.

8.      Wer gerade sitzt, bekommt keine Rückenschmerzen.

Nein, das stimmt nicht. Eher ist das Gegenteil der Fall. Wer krampfhaft bemüht ist, durchgehend gerade zu sitzen, verspannt sich und das wiederum führt zu Rückenschmerzen. Starres Verbleiben in einer bestimmten Haltung ist anstrengend und das merkt der Körper, was er wiederum mit Schmerzen zum Ausdruck bringt. Wichtiger als das gerade Sitzen ist es, die Haltung immer mal wieder zu verändern: sich zurücklehnen, nach vorne rutschen und zwischendurch ausgiebig strecken.

9.      Ein ergonomischer Arbeitsplatz schränkt das Rückenschmerzrisiko ein.

Richtig. Ein gesundes Arbeiten kann ohne Ergonomie in einem Bürojob kaum stattfinden, andernfalls wird es früher oder später zu Rückenschmerzen kommen. Zu einem ergonomischen Arbeitsplatz gehört dabei vor allem eine richtige Sitzposition bzw. Sitzhöhe, bei der die Fußsohlen flach am Boden und die Unterarme auf der Oberfläche des Schreibtisches aufliegen können.

Auch die Sitzgelegenheit ist wichtig – die altbekannten Bürodrehstühle sind nicht sonderlich förderlich, ergonomische Stühle viel eher. Hierbei gibt es verschiedene Ausführungen, die sich den Bedürfnissen des Einzelnen anpassen können, generell gilt aber, dass eine solche Sitzgelegenheit die Wirbelsäule gut stützen und sich die Höhe und die Neigung dem menschlichen Körper anpassen kann. Mittlerweile sind ergonomische Büromöbel auch in sehr schönen Designs verfügbar, sodass als netter Nebeneffekt die Einrichtung eines Raumes gleich viel moderner erscheint. Mit ergonomischen Sitzmöbeln werden demnach zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Komfort für die Mitarbeiter und Design für den Arbeitsplatz.

10.  Wer Sport treibt, bleibt vor Rückenschmerzen verschont.

Wer in Bewegung bleibt, der dämmt die Gefahr von Rückenbeschwerden ein, das ist richtig. Auch eine kräftige Rückenmuskulatur, die in der Regel durch Sport entsteht, hilft Rückenproblemen vorzubeugen, wenngleich sie Rückenschmerzen nicht vollkommen ausschließen kann. Dennoch stimmt es nicht, dass Sportler gänzlich von Rückenschmerzen verschont bleiben. Manche Sportler sind sogar schneller von Rückenschmerzen betroffen, wenn sie Sportarten betreiben, die die Wirbelsäule überstrecken (Tennis) oder mit schnellen Drehungen verbunden sind.

11.  Schwimmen ist ein rückenschonender Sport.

Das stimmt eigentlich. Eigentlich, weil lediglich das Rückenschwimmen und das Kraulen rückenschonend ist. Das Brustschwimmen, das meistens betrieben wird, ist es hingegen nicht, da bei dieser Schwimmbewegung ein Hohlkreuz gebildet wird, das die Wirbelsäule überdehnt.

12.  Bei Rückenschmerzen hilft nur schonen.

Nein, ganz falsch. Handelt es sich bei den Schmerzen um einen Hexenschuss oder eine akute Überlastung, dann trifft das natürlich zu, dann ist Schonen tatsächlich wichtig. Aber wenn der Grund für die Rückenschmerzen Bewegungsmangel ist, dann sollte schleunigst Bewegung geschaffen werden. Regelmäßige Spaziergänge können dabei schon hilfreich sein, um die Muskulatur zu stärken.

Abbildung 1: © BlueSkyImages - Fotolia.com

Abbildung 2: kusch.com

Abbildung 3: pixabay.com © tpsdave (CC0 1.0)



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