Di., 14.04.2015

Gesundheit Wie Schmerzen entstehen und was man dagegen tun kann

Gesundheit : Wie Schmerzen entstehen und was man dagegen tun kann

Insbesondere Rückenschmerzen können dauerhaft auch schwere Probleme bereiten Foto: colourbox.de

Schmerzen haben eine wichtige natürliche Funktion - sie weisen darauf hin, dass die Zellen des Körpers geschädigt wurden. So essenziell der akute Schmerz aber ist, so unangenehm und störend sind Beschwerden, wenn diese sich chronifizieren und das Leben dauerhaft einschränken. Mit modernen Therapiegeräten können Betroffene gegensteuern und so die Lebensqualität verbessern.

Wie akute Schmerzen entstehen

Viele Gewebe des Körpers sind mit Schmerzrezeptoren ausgestattet. Mediziner bezeichnen diese als Nozizeptoren. Sie reagieren, wenn ein Gewebe geschädigt wurde, etwa durch starken Druck (Quetschung), durch Hitze (Verbrennung), durch Zerstörung von Zellen (Verletzung) oder durch chemische Substanzen (Verätzung). Ist eine gewisse Intensität überschritten, dann werden die Schmerzrezeptoren aktiv. Sie verändern ihre elektrische Ladung und schütten Botenstoffe aus, durch welche das Schmerzsignal an die Nervenbahnen weitergeleitet wird. Über die Nerven gelangt das Schmerzsignal bis zum Rückenmark und schließlich zum Gehirn. Körpereigene Substanzen können den Schmerz auch hemmen, etwa das bei Stress ausgeschüttete Adrenalin.

Wir chronische Beschwerden entstehen

Akute Schmerzen dienen dazu, die Schädigung eines Körperbereiches bewusst zu machen. Wer Beschwerden hat, reagiert auf diese, schont sich oder unterstützt die Heilung mit verschiedenen Maßnahmen. Die Schmerzen können jedoch eine Chronifizierung zur Folge haben. Von chronischen Schmerzen sprechen Mediziner dann, wenn die Beschwerden länger als drei Monate anhalten, permanent vorhanden sind (man sagt auch persistieren) oder regelmäßig wiederkehren. Viele Patienten erleben dies etwa nach einem Bandscheibenvorfall oder durch die Degeneration (Zurückbildung) von Wirbeln der Wirbelsäule. Hierbei kommt es zu einer Automatisierung des Schmerzen. D.h. die Nozizeptoren, welche die Schmerzen erkennen, sind ständig aktiv. Immer wieder schütten die schmerzrelevanten Nervenzellen Botenstoffe aus und geben Schmerzsignale weiter. Durch den Prozess überreizen die Nervenbahnen. Sie Schwelle, ab der ein Schmerz wahrgenommen wird, sinkt, weil die Nervenzellen mehr Botenstoffe ausschütten und dadurch empfindlicher werden.

Schonverhalten und Fehlstellungen durch Schmerzen

Eine weitere Ursache chronischer Schmerzen sind Schonhaltungen oder ein verändertes Bewegungsmuster. Patienten erwerben eine Fehlstellung, weil sie bemüht sind, schmerzhafte Bewegungen zu vermeiden oder Körperteile, die weh tun, dauerhaft ruhig zu stellen. Hierdurch erreichen sie aber das Gegenteil. Denn durch die mangelnde Belastung bildet sich Muskelgewebe zurück. Die Muskulatur, die ansonsten Gelenke und Bindegewebe stabilisiert, reduziert sich und so werden die betroffenen Areale noch empfindlicher. Dies kann ebenso zu einer Chronifizierung des Schmerzes führen. Durch Fehlhaltungen treten sogar Beschwerden in anderen Bereichen auf, weil diese durch anatomisch nicht korrekte Bewegungsmuster falsch belastet werden.

Den Schmerzkreislauf stoppen

In der modernen Schmerztherapie gilt es, den Prozessen der Chronifizierung gezielt entgegenzuwirken. Bewegungsübungen kräftigen die zurückgebildete Muskulatur. In vielen Kureinrichtungen gehört daher der Rehasport zum täglichen Programm für Patienten, um Muskeln zu stärken und die Kondition zu verbessern. Dies kann zu einer dauerhaften Schmerzreduktion beitragen. Im myREHA Online Shop für Reha Artikel finden Betroffene Angebote, die beim Üben zu Hause helfen. Therapiekreisel schulen das Gleichgewicht und tragen dazu bei, dass der Bewegungsapparat gleichmäßig belastet wird. Powerbälle kräftigen die Muskulatur der Hände oder Arme und Stepper unterstützen ein Aufbautraining für die Beinmuskulatur. Ein weiteres Hilfsmittel sind TENS-Geräte. Sie geben leichte elektrische Impulse auf ein Körperareal ab und können damit überreizte Nervenbahnen wieder beruhigen.



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