Mo., 04.05.2015

Gesundheit Zecken: Achtung vor Krankheitserregern

Gesundheit : Zecken: Achtung vor Krankheitserregern

Foto: colourbox.de

Zusammen mit den Temperaturen steigt für alle Naturfreunde auch 2015 wieder das Risiko von Zeckenstichen – und mit ihnen die Gefahr einer Ansteckung mit den gefährlichen Krankheiten FSME und Borreliose. Wie groß ist das Risiko wirklich und wie können Sie sich schützen?

Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.

Was sind Zecken und warum sind sie gefährlich?

Bei der Familie der Zecken handelt es sich um Parasiten, die sich von Blut ernähren. Zu ihren bevorzugten Opfern gehören Säugetiere. Das umfasst Wildtiere wie Rehe und Hirsche ebenso wie Haustiere, insbesondere Pferde und Hunde. Auch Menschen sind für Zecken dankbare Wirte und haben deswegen immer wieder unter den Plagegeistern zu leiden.

In unseren Breitengraden ist der „gemeine Holzbock“ die verbreitetste Zeckenart. Zecken „beißen“ nicht im üblichen Sinne, sondern durchbohren mit ihrem speziell geformten Kiefer die Haut des Wirtes. Nachdem sich die Zecke mit Blut vollgesogen hat, lässt sie sich von ihrem Wirt fallen.

Besonders verbreitet sind Zecken in Laub- und Mischwäldern, da sie Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit bevorzugen.Trockene und offene Flächen wie zum Beispiel ein Rasen im Park sind hingegen als Lebensraum eher ungeeignet und weisen daher nur ein geringes Risiko auf.

Der Zeckenstich selbst ist zwar unangenehm, aber nicht gefährlich. Allerdings können Zecken beim Saugen Krankheitserreger in das Blut des Wirtes abgeben – je länger sie saugen, desto größer ist das Risiko für eine Übertragung von Krankheiten. Zecken sollten deswegen so schnell wie möglich entfernt werden.

FSME und Borreliose

In manchen Gegenden Deutschlands gibt es Zecken, die die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME) übertragen. FSME führt zu grippeähnlichen Symptomen und bei einigen Betroffenen zu Hirnhautentzündungen (Enzephalitis).

In Nordrhein-Westfalen ist eine Übertragung von FSME aber so gut wie ausgeschlossen. Die entsprechenden Risikogebiete liegen alle im Süden Deutschlands, insbesondere Baden-Württemberg und Bayern. Lediglich im Kreis Steinfurt kam es in den letzten Jahren vereinzelt zu Fällen von FSME. Ob der Kreis offiziell zum Risikogebiet erklärt wird, wird das dafür zuständige Robert-Koch-Institut im Mai entscheiden. Dennoch ist selbst in Steinfurt das Risiko einer FSME-Erkrankung äußerst klein. In den Jahren 2013 und 2014 kam es hier jeweils nur zu einem bekannten Fall von FMSE.

Wahrscheinlicher ist in unserer Region die Ansteckung mit Borreliose. Die auch als Lyme-Krankheit, Lyme Disease oder Lyme-Borreliose bezeichnete Erkrankung wird durch eine Infektion mit Bakterien der Art Borrelia burgdorferi (Borrelien) verursacht. Die Krankheit kann verschiedene Organsysteme betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Charakteristisches erstes Warnzeichen ist eine ringförmige Rötung um die Stelle des Zeckenstichs. Sollten Sie diese bemerken, gehen Sie unbedingt zum Arzt – im frühen Stadium ist Borreliose gut mit Antibiotika behandelbar.

Wie schütze ich mich gegen Zeckenstiche?

Der beste Schutz gegen eine Erkrankung an durch Zecken übertragenen Krankheiten ist die Vorbeugung gegen Zeckenstiche. Dazu können Sie einiges tun. Tragen Sie bei Ausflügen in den Wald idealerweise geschlossene Kleidung, also feste Schuhe und lange Hosen. Auf diese Weise dauert es länger, bis die Zecke einen geeigneten Platz für ihre Mahlzeit findet. Idealerweise entdeckt man eine Zecke bereits in dieser „Suchphase“, also bevor sie überhaupt zugestochen hat. Suchen Sie sich und Angehörige also nach dem Aufenthalt im Wald gründlich nach Zecken ab. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei geschützte Stellen mit dünner Haut wie beispielsweise Hals, Achseln, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen. An solchen Stellen stechen Zecken bevorzugt.

Zusätzlichen Schutz bieten Anti-Zeckenmittel aus der Apotheke, die Zecken mit Hilfe chemischer Wirkstoffe abschrecken. Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker über geeignete Präparate beraten.



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