Do., 07.05.2015

Gesundheit Krebs ist meistens Pech

Gesundheit : Krebs ist meistens Pech

Foto: © DarkoStojanovic (CC0 1.0) / aus Pixabay.com

Der Einfluss eines gesunden Lebensstils zur Vorbeugung vom Krebserkrankungen ist deutlich geringer als gedacht. Zwei Drittel aller Krebsfälle sind laut neuesten Studien einfach nur Pech und haben nichts mit Rauchen, Übergewicht, schlechter Ernährung und Co zu tun.

Es ist unbestritten, dass Rauchen Lungenkrebs oder zu viel Sonne Hautkrebs fördern. Diese Lebensstil-einflüsse sind jedoch weit weniger einflussreich als bisher angenommen:  Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Hopkins Universität (USA) unter der Leitung von Bert Vogelstein zeigt, dass 22 von 31 Krebsarten, also gut zwei Drittel, durch zufällige Mutationen der Gene während der Zellteilung entstehen, und somit einfach Pech sind.  „Krebs ist immer einer Kombination aus Umwelteinflüssen, Lebensstil, Genen und Pech“, schreibt Vogelstein in einer Mitteilung,  bei vielen Krebsarten habe die Entwicklung aber viel mehr mit Zufall zu tun, als mit allen anderen Einflüssen.

Die Studie sei aber in keiner Weise eine Entwarnung für alle Raucher, so Vogelstein weiter: „Wer trotz jahrelangen Rauchens und einer Überdosis UV-Strahlung nicht an Krebs erkrankt, der hat wohl einfach Glück gehabt“. Die Warnungen vor krebserregenden Lebenswandeln sollte daher trotzdem berücksichtigt werden. Leider ist ein gesunder Lebensstil trotzdem keine Garantie nicht an Krebs zu erkranken.

Krebserregende Lebensstile – Manchmal sind wir selbst schuld

Rauchen:

Selbstverschuldung: 25 – 40% der Fälle (60 -91% bei Rauchern)

Gefährdete Organe: Mundhöhle, Speiseröhre, Kehlkopf, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Harnblase, Gebärmutterhals, Niere und Blut

Lungenkrebst ist die wohl bekannteste Folge von übermäßigem Rauchen und  die Warnung ist begründet: In Deutschland sind bei Männern neun von zehn, bei Frauen mindestens sechs von zehn Lungenkrebserkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen. Diese Krebsart ist also meist selbstverschuldet und keineswegs nur Pech.

 

Ernährung und Übergewicht

Selbstverschuldung: 20 – 40 %

Gefährdete Organe: Mundhöhle, Speiseröhre, Kehlkopf, Bauchspeicheldrüse, Magen, Darm, Brust und Prostata

In vielen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und bestimmten Krebsarten nachgewiesen. Das Brustkrebs-Risiko liegt bei Übergewichtigen beispielsweise bei 30-50%, bei Darmkrebs bei ca. 15% und bei Prostatakrebs bei ca. 5%. Besonders im späteren Leben verdoppelt Gewichtszunahme das Krebsrisiko, wogegen die Gewichtsabnahme das Risiko deutlich reduziert.

 

Alkohol:

Selbstverschuldung: 4%-25%

Gefährdete Organe: Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre, Kehlkopf und Leber

Regelmäßiger Alkholkonsum kann nachweislich das Risiko auf Krebserkrankungen erhöhen. Jedoch ist Krebs nicht die häufigste Folge von Alkoholkonsum und deshalb liegt das Risiko hierbei für Normaltrinker nur bei rund 4%. Bei Alkoholikern, die es auf mehr als fünf Drinks proTag bringen ist das Risiko mit 25% deutlich höher.

 

Sonne:

Selbstverschuldung:  10%

Gefährdete Organe: Haut

Übermäßiges Sonnenbaden ohne UV-Schutz ist ein häufiger Grund von Hautkrebs. Besonders Sonnenbrände in der Kindheit sind oft Auslöser einer späteren Krebserkrankung. Kürzlich hinzugekommen sind auch Solarien als besonders großer Risikofaktor, da diese meist ungeschützt und regelmäßig verwendet werden. Um den Gefahren vorzubeugen sollte man sich also vor der krebserregenden UV-Strahlung mit Kleidung oder Sonnencremen schützen.

 

Berufliche Faktoren

Selbstverschuldung: 4-8%

Gefährdete Organe: Lunge und Harnblase

Es wird vermutet, dass Stress und das ständige Sitzen am Arbeitsplatz die Bildung von Tumoren fördert. Hierfür gibt es bisher keine Beweise und es wird viel diskutiert. Zu viel Stress und keine Bewegung tagsüber sind aber sicherlich nicht gesund.

 

Handy, WiFi, Mikrowelle und Co

Selbstverschuldung: unbekannt

Gefährdete Organe: Unbekannt 

Das Mobiltelefon, die Mikrowelle, der WiFi-Router oder das TV-Gerät, sie alle waren schon unter Krebsverdacht. Es konnte jedoch bei keinem dieser Strahlungsgeräte eine erhöhte Krebsgefahr nachgewiesen werden. Viele Mediziner raten zwar immer noch, das Handy nicht in der Hosentasche zu tragen oder auf WiFi zuhause zu verzichten, diese Ratschläge beruhen aber eher auf der Annahme, dass übermäßige Strahlung nicht gesund sein kann, als wissenschaftlichen Nachweisen.

 

Umweltgifte und Schadstoffe

Selbstverschuldung: 2%

Gefährdete Organe: Lunge

Abgase, Feinstaub und Smog gehören zu den Schadstoffen die unseren Körper belasten. Das Krebsrisiko beeinflussen diese Umweltgifte jedoch nur sehr schwach und andere Erkrankungen sind weit wahrscheinlicher als Krebserkrankungen.

 

Krebsvorbeugung – Das Glück nicht herausfordern

Krebsvorsorge ist heut wichtiger denn je, da unser Körper mehr belastet ist als je zuvor. Der europäische Kodex gegen Krebs führt folgende sieben Punkte als Hauptrichtlinien zur Krebsvorsorge auf:

1)     Verzicht auf Tabakkonsum und Abstand von Rauchern

2)     Vermeidung von Fettleibigkeit

3)     Tägliche körperliche Bewegung

4)     Aufnahme von Obst/Gemüse mindestens fünf mal täglich und Reduzierung von tierischen Fetten

5)     Begrenzung von Alkoholkonsum auf zwei Getränke pro Tag für Männer und eines für Frauen

6)     Schutz vor übermäßiger UV-Strahlung,  speziell bei Kindern und Jugendlichen

7)     Strikte Einhaltung von Vorschriften mit dem Umgang von krebserregenden Substanzen

Zusammengefasst kann man sagen, dass ein gesunder Lebensstil, trotz der hohen Zufallsrate, vor Krebs und anderen Krankheiten schützen kann. Besonders Raucher und Menschen, die von Fettleibigkeit betroffen sind, können ihr Risiko auf Krebs selbst deutlich verringern, der Rest kann Glück oder Pech sein.

Daten zur Verfügung gestellt von euroclinix.de

Weiterlesen:

Vorbeugung: krebsinformationsdienst.de

Weitere Informationen: krebshilfe.de



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