Fr., 04.05.2018

Studie Zu viel Sport an der Leistungsgrenze könnte dem Herz schaden

Besonders männliche Sportler weisen laut einer Studie oft Vernarbungen am Herzmuskel auf.

Besonders männliche Sportler weisen laut einer Studie oft Vernarbungen am Herzmuskel auf. Foto: Matt York

Zu intensiver Sport kann ungesund sein. Laut einer Studie weisen besonders männliche Athleten oft Herzschäden auf. Möglicher Grund ist eine Überlastung des Organs.

Von dpa

Hamburg (dpa) - Aus einer Stichproben-Untersuchung schließenHamburger Mediziner, dass männliche Freizeitsportler bei dauernderÜberanstrengung möglicherweise ihrer Herzgesundheit schaden können.

Die Forscher vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) stellten bei einer Untersuchung von 54 männlichen und 29 weiblichenTriathleten fest, dass zehn der Männer Vernarbungen am Herzmuskelhatten.

Solche sogenannten myokardialen Fibrosen hängen mit dem Auftretenlebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen zusammen, wie Gunnar Lund,der Leiter der Forschergruppe, erläuterte. Die Studienteilnehmerwaren ambitionierte Freizeitsportler im Durchschnittsalter von 43Jahren, die mindestens zehn Stunden die Woche trainieren, wie das UKEmitteilte.

Ursache der Vernarbungen könne eine bestehende und zuvor nichterkannte Herzmuskelentzündung sein. In der Normalbevölkerung kommedieses Leiden mit einer Häufigkeit von 3 bis 4 Prozent vor, bei denStudienteilnehmern waren 17 Prozent der Männer, aber keine der Frauenbetroffen. «Denkbar ist eine Überlastung des Herzens durch zu vielSport an der Leistungsgrenze», erklärte Lund.

Die Wissenschaftler vermuten, dass auch das männliche HormonTestosteron eine Rolle spielen könnte. Vielleicht seien Frauen aberauch aus einem anderen Grund von Natur aus besser geschützt oder sieseien einfach cleverer und verausgabten sich nicht so sehr wie einigeMänner, meinte Lund.

Die Studienergebnisse wurden in der Zeitschrift «JACC: CardiovascularImaging» veröffentlicht.



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