Gesundheit
Wenn es juckt und schuppt: dem Seborrhoischen Ekzem auf der Spur

Bei vielen Kindern treten in den ersten Lebensmonaten Hautrötungen und Schuppen im Kopfbereich auf. Nicht immer handelt es sich dabei um den sogenannten Milchschorf, der auf eine erhöhte Allergiegefährdung hinweisen kann. Wenn die Schuppenschicht gelblich ist, sich fettig anfühlt und eventuell sogar ranzig riecht, liegt eine Störung der Talgproduktion vor, die als seborrhoisches Ekzem oder im Volksmund auch Kopfgneis bezeichnet wird. Mit verschiedenen Methoden lässt sich diese Hauterkrankung, die auch bei Personen mittleren Alters auftreten kann, aber gut behandeln.

Freitag, 08.03.2019, 11:27 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 11:34 Uhr
Gesundheit: Wenn es juckt und schuppt: dem Seborrhoischen Ekzem auf der Spur
Cremes können bei Ekzemen lindernd wirken. Foto: Pixabay.com / chezbeate

Typische Symptome

In den meisten Fällen nimmt ein seborrhoisches Ekzem auf der Kopfhaut seinen Anfang im Bereich des Scheitels, von wo aus sich die immer dicker werdende schuppige Schicht über den ganzen Kopf ausbreitet. Die darunter befindliche Haut rötet sich, und im weiteren Verlauf können mit Juckreiz verbundene Entzündungen auftreten. Außerdem kann das Ekzem auch auf den Bereich hinter den Ohren, die Augenbrauen und die Wangen übergreifen. In einigen Fällen treten bei Babys auch in der Windelgegend Hautveränderungen auf, während bei Erwachsenen die Schuppen auf die Gesichtsbehaarung, den Brustkorb und andere Stellen am Rumpf übergreifen können. Ein besonderes Merkmal des seborrhoischen Ekzems ist die gelbliche Farbe der schuppen, die zudem fettig glänzen können und sich auch so anfühlen. Dadurch kann die an sich harmlose Hauterkrankung gut von Milchschorf, Neurodermatitis und Schuppenflechte unterschieden werden. Während bei Babys der Kopfgneis oft nach einer Weile von alleine abheilt, kann das seborrhoische Ekzem bei Erwachsenen chronisch werden und nach Phasen der Besserung immer wieder ausbrechen. Außerdem kann es durch den Juckreiz und das daraus folgende Kratzen zu kleinen Hautverletzungen kommen, die einen Nährboden für eine bakterielle Besiedlung und weitere Entzündungen bieten.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren

Bislang ist leider noch nicht abschließend geklärt, wodurch ein seborrhoisches Ekzem ausgelöst wird. Eine gewisse Rolle scheint aber eine genetisch bedingte Veranlagung zu spielen, die eine übermäßige Reaktion des Körpers auf eigentlich völlig normale und bei jedem Menschen vorkommende Hautpilze begünstigt. Dadurch kann es leichter zu Entzündungen und Schuppenbildung kommen. Außerdem kann eine Störung der Talgdrüsen vorliegen, wodurch diese übermäßige Mengen des Hautsekrets produzieren und sich dessen Zusammensetzung verändert. Bei Erwachsenen scheint auch das männliche Geschlechtshormon einen Einfluss auf das Auftreten des schuppigen Ekzems zu haben, weshalb es vorzugsweise bei Männern und bei Frauen jenseits der Wechseljahre auftritt. Viele Betroffene berichten auch, dass sich die Symptome bei kaltem Winterwetter verstärken. Ein geschwächtes Immunsystem sowie Stress und andere psychische Belastungen können ebenfalls dazu beitragen, dass sich die Erkrankung verschlimmert oder erneut auftritt.

Geeignete Behandlungsmethoden und vorbeugende Maßnahmen

Da die Ursache für das seborrhoische Ekzem noch unbekannt ist, ist keine Behandlung der Erkrankung als solcher, sondern nur eine der Folgeerkrankungen sowie eine Linderung der Symptome möglich. Dafür stehen aber verschiedene erprobte Mittel zur Verfügung. Meist werden vom Arzt Antipilzmittel empfohlen, die in Form von Salben oder Shampoos auf den betroffenen Hautpartien verteilt werden und dort die Vermehrung von Hautpilzen hemmen. Wichtig ist dabei, dass neben der Haut auch stets die Haare mitbehandelt werden müssen, da auch an ihnen Pilze anhafte. In leichten Fällen, in denen sich die Haut lediglich schuppt, aber nicht entzündet ist, kann auch ein herkömmliches Antischuppen-Shampoo genügen. Meist ist aber zusätzlich die Verwendung von antibakteriellen und entzündungshemmenden Mitteln sinnvoll. Kurzzeitig kann insbesondere kortisonhaltige Salbe Linderung verschaffen. Bei schweren Entzündungsreaktionen kann auch ein Antibiotikum verordnet werden. Zusätzlich können Mittel zum Einsatz kommen, die die Talgproduktion verringern. Wer naturheilkundliche Mittel bevorzugt, kann zu verschiedenen Präparaten auf der Basis von Stiefmütterchenkraut greifen, dessen Wirksamkeit klinisch bestätigt ist. Bei Babys ist meist keine medikamentöse Behandlung notwendig. Bei ihnen genügt es in vielen Fällen, wenn der Kopfgneis über Nacht mit einem milden Pflanzenöl, beispielsweise Oliven – oder Mandelöl, eingeweicht wird. Am nächsten Tag können dann die Schuppen vorsichtig mit einem Kamm ausgekämmt werden. Pflegende Shampoos und zinkhaltige Cremes wirken dabei unterstützend. Sehr gut verträglich sind auch regelmäßige Spülungen mit Apfelessig, die den pH-Wert der Haut so verändern, dass die Vermehrung von Hautpilzen gehemmt wird. Bei Erwachsenen mit einem chronischen seborrhoischen Ekzem eigen sich Apfelessigspülungen auch zur Vorbeugung. Daneben kann einmal pro Woche ein medizinisches Shampoo verwendet werden, um überschüssigen Talk zu entfernen und die Zahl der Mikroorganismen auf der Kopfhaut zu verringern. Um einem erneuten Aufflammen der Erkrankung vorzubeugen, empfiehlt es sich aber vor allem, den eigenen Lebenswandel zu verändern. Situationen, in denen sie starkem Stress ausgesetzt sind, sollten Betroffene nach Möglichkeit vermeiden. Wichtig ist außerdem eine gesunde und ausgewogene Ernährung , da diese nicht nur die Haut mit allen benötigten Nährstoffen versorgt, sondern auch das Immunsystem stärkt. Und wenn sich doch einmal wieder Schuppen und Rötungen zeigen, sollte nicht gezögert werden: Je schneller die Behandlung erfolgt, desto eher hat sich das Hautbild wieder normalisiert.

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