Studie
Fast zwei Millionen von Schmerz- und Schlafmitteln abhängig

Ob Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmittel - für viele Menschen gehören Medikamente zum Alltag. Die Gefahr ist groß, durch die regelmäßige Einnahme eine Sucht zu entwickeln. Das zeigen Zahlen Bundesgesundheitsministeriums.

Freitag, 05.04.2019, 16:53 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 16:56 Uhr
1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind abhängig von Schmerzmitteln. Bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln sind es 361.000 Konsumenten.
1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind abhängig von Schmerzmitteln. Bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln sind es 361.000 Konsumenten. Foto: Friso Gentsch

Berlin (dpa) - Fast zwei Millionen Menschen in Deutschland sind nachneuen Studiendaten abhängig von bestimmten Medikamenten. BeiSchmerzmitteln seien 1,6 Millionen Menschen betroffen, heißt es ineiner Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine FDP-Anfrage.

Von Schlaf- und Beruhigungsmitteln sind demnach 361.000 Menschenabhängig, wie aus hochgerechneten Zahlen des noch unveröffentlichtenEpidemiologischen Suchtsurveys (ESA) für 2018 hervorgeht.

Jüngere Frauen zwischen 18 und 20 Jahren sind demnach auffällighäufiger von diesen beiden Medikamentengruppen abhängig als Männer.Mit zunehmendem Alter wird eine Abhängigkeit bei Männern dann eherhäufiger, bei Frauen seltener. Präzise Auswertungen zu Geschlecht undAlter seien wegen geringer Fallzahlen aber nicht möglich. Der ESA isteine seit 1980 wiederholte Befragung der Bevölkerung in Deutschlandzu Gebrauch und Missbrauch psychoaktiver Substanzen.

Im vergangenen Jahr war eine Neuregelung in Kraft getreten, mit derohne Rezept erhältliche Schmerzmittel wie Aspirin oder Ibuprofen neueWarnhinweise bekommen müssen. Auf der Außenpackung muss aufgedrucktwerden: «Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht längeranwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!» Dadurch sollenNebenwirkungen wie Schlaganfälle, Magenblutungen oder Nierenschädenvermieden werden. Für weitere Arzneimittelgruppen seien solcheWarnhinweise derzeit nicht vorgesehen, erklärte das Ministerium.

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