Gesundheit
Wie gehe ich mit einem plötzlichen Migräneanfall vorsichtig um?

Kopfschmerzen sind eine der häufigsten Schmerzerkrankungen und nicht selten handelt es sich dabei um Migräne. Doch was ist Migräne eigentlich?

Dienstag, 02.07.2019, 09:04 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 09:19 Uhr
Gesundheit: Wie gehe ich mit einem plötzlichen Migräneanfall vorsichtig um?
Migräne ist unheilbar, aber gut behandelbar. Foto: Pixabay.com / geralt

Migräne ist eine chronische Krankheit, die sich über weite Phasen unbemerkbar verhält, aber von Zeit zu Zeit bei den Betroffenen gnadenlos zuschlägt. Eine Migräne-Attacke äußert sich in heftigen, meist einseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen, die von weiteren Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, gesteigerter Empfindlichkeit gegenüber Licht Geräuschen oder Gerüchen begleitet wird.

Obwohl Migräne unheilbar ist , kann sie heute so gut behandelt werden, dass die Lebensqualität der Patienten kaum eingeschränkt ist. Zur Linderung einer akuten Migräneattacke gibt es verschiedene Medikamente, sowohl gegen den Kopfschmerz, als auch gegen die Begleitsymptome.

Hausmittel, die bei Migräne helfen können:

Reichlich Flüssigkeit verbessert die Durchblutung, auch des Gehirns. Das können gerne auch Kräuter- oder Gewürztees sein, denn viele Pflanzen haben sich als Hausmittel gegen Migräne bewährt:

  • Das Öl der Gewürznelke wirkt schmerzlindernd. Um in den Genuss des positiven Effekts zu kommen verfeinert man einen Liter Grüntee, der allein schon entgiftend wirkt, mit zwei Gewürznelken.
  • Manche Migränepatienten schwören auf einen Tee aus Ingwer in Kombination mit Chrysantheme. Übergießen Sie einen Teil kleingeschnittenen Ingwer und einen Teil Chrysanthemen, die in der Apotheke erhältlich sind, mit kochenden Wasser und lassen den Aufguss 15 Minuten zugedeckt ziehen.
  • Kamillentee ist ein erprobtes Hausmittel gegen Migräne und lindert gleichzeitig Magenbeschwerden, die bei Migräne häufig auftreten

Auch optimale Versorgung mit bestimmten Vitaminen kann hilfreich gegen Migräne sein. Zum Beispiel Vitamin B2 (Riboflavin): Man vermutet, dass bei Migräne-Patienten ein Riboflavinmangel im Gehirn vorliegt. Riboflavin ist unter anderem reichlich in Milchprodukten, Fleisch, Fisch, Nüssen, Pilzen und bestimmtem Gemüse wie Broccoli, Spinat oder Grünkohl enthalten.

Vitamin C wirkt vorbeugend gegen Kopfschmerzen und ist in Obst und Gemüse enthalten.

Neben der Einnahme von Medikamenten oder Hausmitteln gibt es weitere Maßnahmen, die helfen, einen Migräneanfall zu lindern . So hilft es oft schon, während einer Attacke einen ruhigen, abgedunkelten, reizarmen Raum aufzusuchen.

Migräne vorbeugen

Wenn die Migräne all zu häufig zuschlägt, sollten auch vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Das kann ein geordneter Tagesablauf mit geregelten Essens- und Schlafrhythmen und einem niedrigen Stresslevel sein. Alles, was von der Norm abweicht empfindet unser Körper als Stress und reagiert mehr oder weniger intensiv darauf. Bei Migräne-Patienten liegt der auslösende Level eher niedrig, weswegen sie Stress generell vermeiden sollten, denn er ist ein Triggerfaktor für Migräne.

Auch bestimmte Nahrungsmittel und Alkohol können einen Migräneanfall auslösen.

Jeder Patient hat sein eigenes Repertoire an Triggerfaktoren, die eine Migräneattacke auslösen können. Um diese Reize zu identifizieren, ist es sinnvoll, ein Migräne Tagebuch zu führen, in dem der Tagesablauf dokumentiert und das Auftreten von Migräneanfällen festgehalten wird. Schon bald findet der Patient heraus, welche Situationen und Reize er meiden sollte.

Eventuell ist neben einem umsichtigen Verhalten, das die Migräne auf natürliche Weise weniger oft lockt, eine medikamentöse Migräne Prophylaxe eine Möglichkeit, die Beschwerden langfristig zu reduzieren. Verschiedene Medikamente werden prophylaktisch gegen Migräne eingesetzt. Sie sind keine Schmerzmittel und sollten möglichst früh eingenommen werden, wenn der Patient spürt, dass sich eine Migräneattacke anbahnt.

Behandlung von Migräne

Bei leichten bis mittleren Schmerzen kann die Migräne bei vielen Patienten mit ganz gewöhnlichen Schmerzmitteln wie Acetylsalicyläure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika in Zaum gehalten werden. Nicht-steroidalen Antirheumatika sind Medikamente, die gleichzeitig schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken und gegen Rheuma Verwendung finden.

In Form von Brause- und Kautabletten werden die Wirkstoffe vom Körper besonders gut aufgenommen.

Diese Medikamente sind zwar in der Apotheke frei verkäuflich, sollten aber ohne Rücksprache mit dem Arzt nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da sie trotzdem Nebenwirkungen haben können und außerdem bei längerfristiger Einnahme die Beschwerden noch verstärken können.

Starke Migräneattacken mit heftigen Kopfschmerzen werden heute bevorzugt mit Triptanen, früher mit Mutterkornalkaloiden (Ergotaminen), behandelt.

Triptane wirken nicht nur gegen den Kopfschmerz, sondern auch gegen Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen.

Triptane sollten zu Beginn der Kopfschmerzphase, nach der Aura eingenommen werden. Aber auch während der Migräneattacke ist eine erfolgreiche Anwendung möglich. Die Medikamente wirken nur eine begrenzte Zeit, so dass es passieren kann, dass die Beschwerden zunächst nachlassen, um anschließend wieder stärker zu werden. Dann kann eine weitere Medikamentengabe helfen. Allerdings sollten Triptane nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden.

Im Gegensatz zu Triptanen wirken Mutterkornalkaloide nicht gegen die Begleitsymptome der Migräne.

So wirken die Medikamente gegen Migräne

  • Triptane:

Triptane wirken als Serotonin-Agonisten. Serotonin ist ein Neurotransmitter, dessen bekannteste Funktion wohl die der Signalübertragung im Zentralnervensystem ist. Aber Serotonin hat noch viele andere Funktionen. Unter anderem wirkt es regulierend auf die Entspannung als auch auf das Zusammenziehen der glatten Muskulatur, die unsere Blutgefäße auskleidet.

Bei einem Migräneanfall sind die Blutgefäße im Gehirn erweitert. In Anwesenheit von Serotonin verengen sie sich wieder. Triptane setzen sich auf die Bindungsstellen für Serotonin und imitieren dort dessen gefäßverengende Wirkung. Die Migräneattacke wird unterbrochen. Außerdem hemmen Triptane die Freisetzung von entzündungsfördernden Eiweißstoffen, so genannter Neuropeptide, im Gehirn und blockieren die Fortleitung von Schmerzimpulsen.

Triptane wirken sehr spezifisch und helfen nur gegen Migräne, Cluster-Kopfschmerzen und andere Kopfschmerzerkrankungen, an denen der Trigeminus-Nerv beteiligt ist.

  • Ergotamine:

Auch Ergotamine aus dem Mutterkornpilz binden sich, wie Triptane, an Serotoninrezeptoren in den Blutgefäßen des Zentralnervensystems und aktivieren sie. Ergotamin ist aber weniger selektiv und bindet sich noch an weitere Rezeptoren und moduliert deren Aktivität, was unerwünschte Nebenwirkungen nach sich zieht. Die Dosierung des Wirkstoffs wird durch schwankende Resorption und schlechte Gewebegängigkeit erschwert. Deshalb sind Ergotamine heute nicht mehr erste Wahl bei der Behandlung von akuten Migräneanfällen.

  • Begleitende Medikation:

Oft werden bei einer Migräneattacke zusätzlich Antiemetika verabreicht. Antiemetika sind Medikamente, die gegen Übelkeit und Erbrechen, die typischen Begleitsymptome einer Migräne, wirken. Sie sollten zu Beginn einer Migräneattacke eingenommen werden, denn sie schaffen die Voraussetzung dafür, dass der Patient die eigentlichen Medikamente gegen die Migräne bei sich behält. Zusätzlich regen sie die Magen-Darm -Tätigkeit an, wodurch die Wirkstoffe besser resorbiert werden können.

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