Sonderveröffentlichung

Gesundheit
Pflegegrad: Zuschüsse für Treppenlifte

Es ist ein Herzenswunsch vieler Pflegebedürftiger und auch deren Angehöriger, so lange wie möglich zuhause leben zu können. Was das Leben in den eigenen vier Wänden schwierig gestaltet, sind zunehmende Hürden, zum Beispiel Treppen. Schon kleine Stufen können zu unüberwindbaren Hindernissen im Leben mobilitätseingeschränkter Patienten werden, vor allem wenn verschiedene Stockwerke eines Hauses oder einer Wohnung mit einer Treppe verbunden sind. Treppenlifte können die Lösung sein, allerdings sind sie teuer und der Einbau gestaltet sich aufwendig. Zum Glück muss man die Kosten nicht komplett alleine tragen, sofern gewisse Bedingungen erfüllt sind.

Montag, 02.11.2020, 05:09 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 16:13 Uhr
Gesundheit: Pflegegrad: Zuschüsse für Treppenlifte
Foto: Coloubox

Viele Menschen sind, nicht nur im Alter, auf barrierefreie Wege angewiesen, und das auch im eigenen Haus bzw. in der eigenen Wohnung. Mit einem Treppenlift, auch Treppenlifter oder Treppenaufzug genannt, lässt sich ein Stück Selbstständigkeit und Komfort erhalten oder wiedererlangen. Jedoch sind mit dem Einsatz eines Treppenlifts hohe Kosten verbunden, weshalb sich Betroffene und ihre Angehörigen oft viele Fragen stellen. Es muss ja nicht immer gleich ein neues Gerät sein, man hat auch die Möglichkeit, einen gebrauchten Treppenlifte montieren zu lassen – beispielsweise von einem Fachbetrieb für Treppenlifter in Münster .

Was ein Treppenlift kostet

Bevor Sie sich einen Treppenlift anschaffen gilt es zu überlegen, welches der passende für Sie ist. Neben dem Preis spielen auch Vor- und Nachteile rund um den Einbau und die Art des Treppenlifts eine wichtige Rolle. Holen Sie sich in jedem Fall ein Leistungsangebot ein, das perfekt auf Ihre Bedürfnisse bzw. die des Betroffenen abgestimmt ist.

Beim Kauf eines Treppenliftes geht es nicht lediglich um das Gerät, oftmals sind Umbaumaßnahmen nötig, da die Anbringung der Schienen kompliziert sein kann. Die Preise für einen Sitzlift liegen etwa zwischen 2.500 Euro und 10.000 Euro. Bei einer kurvigen Treppe werden 9.000 Euro bis 15.000 Euro fällig, ein Hublift kostet zwischen 7.000 Euro und 20.000 Euro.

Ein Sitzlift ist für Personen geeignet, die noch zu Fuß mobil sind, aber beim Treppensteigen Probleme haben. Sitzlifte sind oft an einer Schiene montiert, und können sowohl im Innen- wie auch im Außenbereich eingesetzt werden. Ein Plattformlift eignet sich vor allem für Rollstuhlfahrer , die zum nächsten Stockwerk befördert werden wollen. Außerdem können damit schwere Einkäufe oder Gegenstände transportiert werden. Ein Plattformlift erfordert aber mehr Platz als der Sitzlift, weshalb es zuvor zu klären ist, ob ein Einbau überhaupt möglich ist. Müssen lediglich geringfügige Höhen überwunden werden, eignet sich ebenfalls ein Hublift.

Treppenlift: Neu oder gebraucht?

Kaufen Sie einen neuen Treppenlift, bekommen Sie ein unbenutztes Gerät mit Garantie, nicht nur vom Hersteller, sondern auch vom Verkäufer. Haben Sie spezielle Wünsche oder Ansprüche an den Treppenlift, wie etwa gewisse Farben, Materialien oder besondere Ausstattungsmerkmale, ist die Frage nach dem Kauf eines gebrauchten Modells vermutlich hinfällig. Nachteile dabei sind natürlich die hohen Kosten.

Sie könnten aber auch einen Treppenlift mieten. Die Höhe der monatlichen Mietzahlungen hängt dabei unter anderem mit dem Treppenverlauf und der Ausstattung des Modells zusammen. Außerdem kann je nach geplanter Nutzungsdauer ein Kauf günstiger werden. Es gibt mögliche Zuschüsse für Treppenlifte und Fördermittel, die Sie beantragen und somit die Anschaffungskosten reduzieren können.

Kostenzuschuss durch Pflegegrad

Generell ist die Pflegekasse sehr daran interessiert ist, dass pflegebedürftigen Personen möglichst lange Zuhause leben können. Daher fällt die Bezuschussung des Treppenlifts durch die Pflegekasse auch unbürokratischer aus als manch einer denkt. Die Antragsstellung für einen solchen Zuschuss kann formal oder formlos erfolgen, dafür finden Sie entsprechende Formulare auf Anfrage bei Ihrer Krankenkasse. Häufig finden Sie diese auch als Download auf der Website Ihrer Pflegekasse.

Einem formlosen Antrag bei Ihrer Krankenkasse legen Sie bestenfalls ein kostenloses Angebot Ihres Treppenlift-Anbieters bei. In diesem beschreiben Sie außerdem, warum dieser Treppenlift eine Verbesserung in Ihrem Wohnumfeld darstellt. Fügen Sie Bilder bei, die Ihrer Krankenkasse einen Eindruck von Ihrer Wohnsituation übermitteln. Wird durch den Treppenlift eine möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen widerhergestellt, erwähnen Sie auch das auf jeden Fall.

Bedingung für den Zuschuss ist ein Pflegegrad. Falls Sie noch keinen haben, beantragen Sie diesen. Die Höhe der Leistungen orientiert sich an der Pflegeform sowie der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit, an der der Pflegebedürftige leidet. Wichtig ist schnelles Handeln, denn Ihr Leistungsanspruch beginnt an dem Tag, an dem Sie sich das erste Mal mit diesem Anliegen bei Ihrer Pflegekasse melden. Sobald Sie also den Eindruck erhalten, dass Sie oder ein Angehöriger regelmäßig Hilfe im Alltag brauchen, sollten Sie den Pflegegrad beantragen. Der Pflegegrad bestimmt die Stufe der Pflegebedürftigkeit. Entscheidend ist dabei, ob körperliche und / oder geistige Einschränkungen für Schwierigkeiten im Alltag sorgen. Den Antrag können Sie formlos und in schriftlicher Form einreichen.

Die Pflegekasse erbringt Pflegeleistungen nicht rückwirkend, sondern frühestens ab dem Monat Ihrer Antragsstellung. Sie können sich auch telefonisch melden, empfehlenswert ist jedoch der Antrag per Fax oder per Mail. So können Sie im Zweifel leichter nachweisen, wann genau Sie den Antrag gestellt haben. Nach der Antragsstellung wird Ihre Pflegekasse den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) beauftragen, ein Gutachten anzufertigen.

Eine wichtige Voraussetzung für den Antrag auf einen Pflegegrad ist, dass die Person, die in Zukunft Mittel von der Pflegekasse erhalten will, mindestens zwei Jahre innerhalb der vergangenen zehn Jahre in die soziale Pflegeversicherung eingezahlt haben muss. Das kann neben einer gesetzlichen Pflegekasse auch eine private Pflichtversicherung sein.

Wie hoch ist die Bezuschussung durch die Pflegekasse?

Die Pflegekasse kann bis zu 4.000 Euro der Kosten für den Treppenlift bezuschussen. Die Höhe der Kostenübernahme hängt hauptsächlich davon ab, für wie notwendig die Pflegekasse die Anschaffung des Treppenlifts erachtet. Leben mehrere Personen in einem Haushalt, die alle einen Pflegegrad haben und auf den Treppenlift angewiesen sind, können die Zuschüsse kumuliert werden. Die Kumulierung gilt für maximal vier Personen, was einem Gesamtbetrag von max. 16.000 Euro entspricht.

Die Pflegekasse übernimmt nicht die Kosten aber nicht zu 100 Prozent. Mindestens zehn Prozent beträgt der Eigenanteil, den Sie selbst tragen müssen. Dabei darf die Beteiligung jedoch nicht mehr als die Hälfte Ihres monatlichen Bruttoeinkommens übersteigen. Personen ohne Einkommen müssen demnach keinen Eigenanteil zahlen.

Treppenlift von der Steuer absetzen

Sie können die Kosten für einen Treppenlift von der Steuer absetzen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Sie müssen beim Finanzamt nachweisen, dass sich die Treppenliftanschaffung als außergewöhnliche Belastung gemäß § 33 EStG darstellt. Als außergewöhnliche Belastungen gelten demnach Ausgaben, die zwangsläufig wegen besonderer Umstände anfallen. Dazu zählen auch Ausgaben durch Behinderung oder Krankheit, die nicht von anderer Stelle erstattet werden.

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