Sonderveröffentlichung

Gesundheit
Die Sehkraft bis ins hohe Alter erhalten

Augengesundheit ist ein oft vernachlässigtes Thema. Kaum jemand kennt beispielsweise die Gefahren einer feuchten altersabhängigen Makuladegeneration, die unentdeckt zu erheblichen Einschränkungen der Sehkraft führen kann.

Dienstag, 01.12.2020, 03:28 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 08:34 Uhr
Gesundheit: Die Sehkraft bis ins hohe Alter erhalten
Foto: Pixabay

Das Alter hält viele kleine und große Zipperlein bereit. Wer gut auf sich achtet, kann sein Leben trotzdem lange ohne fremde Hilfe bestreiten. Unseren Augen kommt da eine besondere Aufgabe zu, denn ohne unsere Sehfähigkeit gestaltet sich der Alltag schwer. Einfache Dinge wie zu lesen und zu schreiben, unterwegs zu sein oder auch nur den Haushalt zu meistern, werden zur Herausforderung. Es lohnt sich also, seinen Augen die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen wie dem Rest des Körpers. Vorsorge ist hier das Stichwort.

Vorsorge beim Augenarzt

Besonders die feuchte altersabhängige Makuladegeneration (AMD) stellt eine Bedrohung für das Augenlicht dar. Sie kann unbehandelt zum Verlust des zentralen Sehens führen. Schuld sind wuchernde Blutgefäße hinter dem Bereich des schärfsten Sehens, der Makula („gelber Fleck“). Da diese Gefäße porös sind, tritt Flüssigkeit aus, die mit der Zeit die Sehzellen im Bereich der Makula zerstört. Die Folge: der Verlust des zentralen Sehfeldes. Dann erscheint immer genau dort, wo der Betroffene etwas scharf fixieren möchte, ein grauer Fleck.

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Foto: AG

Was die wenigsten wissen: Es gibt eine Therapie gegen diese Form der AMD, mit der sich die Sehkraft über viele Jahre erhalten lässt. Umso wichtiger ist es, dass die Krankheit früh erkannt und dann konsequent behandelt wird. Der Berufsverband der Augenärzte rät daher, ab einem Alter von spätestens 60 Jahren regelmäßig zum Augenarzt zu gehen.

Erfolgreiche Therapie gegen feuchte AMD

Dr. Andreas Mohr ist Chefarzt der Augenklinik am St. Joseph-Stift Bremen. Zu ihm kommen oft Patienten, die Schwierigkeiten beim Lesen haben, weil die Buchstaben vor ihren Augen zu tanzen scheinen. „Viele sehen auch, dass gerade Flächen und Strukturen wie ein Türrahmen oder die Kacheln im Bad ganz verbogen sind“, beschreibt der Mediziner die Symptome einer feuchten AMD. Bringt die Untersuchung tatsächlich durchlässige Äderchen im Augenhintergrund zum Vorschein, kann sofort mit der Therapie begonnen werden.

Dreimal im Abstand von jeweils vier Wochen bekommt der Patient dann eine Spritze direkt ins Auge gesetzt. Was sich dramatisch anhört, ist halb so schlimm. „Die Injektion ist ebenso sicher wie eine Insulinspritze bei Diabetikern . Und sie schmerzt auch nicht mehr, als wenn man Blut abgenommen bekommt“, erklärt Dr. Mohr. Je nachdem, wie gut die Therapie anschlägt, wird dann der Zeitraum zwischen den Spritzen vergrößert. Der Wirkstoff, der in das Auge gespritzt wird, hemmt die Bildung weiterer durchlässiger Gefäße. Er verhindert also, dass Flüssigkeit austritt, die die Sehzellen zerstören könnte.

Voraussetzung für den Therapieerfolg ist allerdings, dass Betroffene rechtzeitig den Augenarzt aufsuchen . Bereits zerstörte Sehzellen lassen sich nicht mehr wiederbeleben. Ebenso wichtig ist, dass Patienten die Behandlung konsequent durchhalten und regelmäßig zur Kontrolle gehen. Nur so können sie ihre Unabhängigkeit auch mit zunehmendem Alter erhalten.

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