Mi., 09.09.2015

Arbeit Berufe und Gewerbe im Wandel der Zeit

Arbeit : Berufe und Gewerbe im Wandel der Zeit

Foto: colourbox.de

Einen Beruf ausüben: das bedeutet in erster Linie, einer Arbeit nachzugehen, um für diese eine entsprechende Gegenleistung – in der heutigen Zeit Geld – zu erhalten. Gearbeitet wurde aber schon immer, selbst in der Steinzeit. Gegen einen Aufwand wie Jagen oder Sammeln gab es Essen und Trinken. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Bedürfnisse des Menschen erweitert und der Wunsch nach Gütern, die durch die eigene Arbeit nicht erwirtschaftet werden konnten, wurde größer. So fingen die Menschen an über ihre eigenen Bedürfnisse hinaus Arbeiten wie Feldanbau und Ernte zu betreiben, um die gewonnenen Güter dann einzutauschen. Dieser Handel kann als Beginn der Berufe gesehen werden: Bauern, Handwerker, Förster, Fischer usw. entstanden aus den Bedürfnissen heraus.

1.      Mittelalter brachte erstmals eine stärkere Spezialisierung mit sich

Dieser Wunsch nach Vielfalt machte sich ab dem Mittelalter verstärkt bemerkbar. Dies war der Beginn des Städtebaus und das Aufblühen eben dieser Städte, sodass nicht nur Nahrungsmittel äußerst wichtig waren, sondern auch Handwerker immer nötiger wurden, die sich entsprechend auf ihr Tun spezialisieren mussten. Ein Schmied war nun nicht mehr einfach nur ein Schmied, der für unterschiedlichste Anfertigungen zuständig war, stattdessen gab es nunmehr große Unterschiede zwischen beispielsweise Waffenschmied, Goldschmied und Blattner.

  a.      Zünfte, Gilden und Innungen

Um innerhalb einer Stadt eine gewisse Qualität zu gewährleisten und Konkurrenzkampf möglichst gering zu halten, wurden Zünfte gebildet. In diesem schlossen sich Handwerker eines Gewerbes zusammen, um fortan Arbeitszeiten, Preise und Ausbildungsbedingungen zu regeln, auch wurde durch die Zunft die Einhaltung der Regeln sowie die Herstellung von Waren überwacht. Nicht überall wurde dieser Zusammenschluss von Handwerkern Zunft genannt, die Begriffe Gilde und Innung bedeutet generell dasselbe, wobei eine Gilde auch den Zusammenschluss von Kaufleuten bedeuten kann, die sich im Grunde aus denselben Gründen zusammengeschlossen haben wie die Handwerker (Preisregelungen, Arbeitszeiten etc.).

      i.      Zunftzwang

Die Mitgliedschaft in einer Zunft war ab dem Mittelalter allerdings eine Pflicht. Wer sich nicht einer Zunft anschloss, hatte keine Erlaubnis das betreffende Gewerbe auszuüben. Dies diente dazu, den Konkurrenzkampf in einer Stadt in Zaum zu halten und eine Zuwanderung von zu vielen Handwerkern eines Gewerbes zu unterbinden. Problematisch war dies aber vor allem für den Nachwuchs: eine Begrenzung für Lehrlinge brachte diese in eine gewisse Abhängigkeit ihrem Meister gegenüber, da es ihnen nicht immer möglich war, selbst zum Meister zu werden und somit zum eigenen Handwerksbetrieb zu kommen.

      ii.      Gewerbefreiheit

Mit der Französischen Revolution setzte sich die Gewerbefreiheit langsam durch, die es jedem Handwerker ermöglichte, sich mit seinem gewünschten Gewerbe frei zu betätigen, ohne den Auflagen einer Zunft Folge leisten zu müssen. In der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts war diese Gewerbefreiheit in vielen Ländern bereits ein wirtschaftliches Grundrecht und ab 1810 wurde sie mit den Stein-Hardenbergschen Reformen auch in Preußen eingeführt.

3.      Industrielle Revolution

Kurz darauf war auch schon die industrielle Revolution in vollem Gange, die vor allem zwischen 1830 und 1873 in Deutschland ihren Höhepunkt erreichte. Mit dieser industriellen Revolution haben altbekannte Berufsgruppen wie Bauern, Schmiede und Kaufleute zwar nicht an Wichtigkeit verloren, wurden aber durch neugeschaffene Berufe ergänzt.

  a.      Rasant wachsende Automatisierung

Mit Beginn der industrielle Revolution wurde das erste Zeichen gesetzt, das darauf hindeutete, wohin die Zukunft gehen sollte: die Automatisierung rückte immer mehr in den Vordergrund. In den verschiedensten Bereichen war dieses Phänomen zu bemerken, zum Beispiel bei den Fortbewegungsmitteln. War einstmals das Pferd bzw. die Pferdekutsche eine der wenigen Möglichkeiten, sich ohne eigene Körperkraft fortzubewegen, machte der Eisenbahnbau plötzlich die Rücklegung von weiten Strecken viel einfacher möglich, ebenso die Erfindung des Automobils. In beruflicher Hinsicht kam es aufgrund von Maschinen zu eindeutigen Fortschritten in der Fertigung von Waren, die ehemals ausschließlich in Handarbeit gefertigt werden konnten.

      i.      Textilindustrie als Motor des Umbruchs

Als einer der ältesten Industriezweige ist die Textilindustrie zu benennen. Bereits vor der industriellen Revolution war die Textilherstellung als bedeutende Vorstufe vor der Fertigung von Bekleidung zu sehen. Das Spinnen und Weben hat einen wichtigen, aber auch aufwendigen Punkt im Handwerk eingenommen. Mit der Erfindung von Maschinen, die den Vorgangs des Spinnens und Webens deutlich vereinfacht und beschleunigt haben, hat die Textilherstellung eine ganz neue Möglichkeit gewonnen. Die Spinning Jenny, die erste maschinelle Möglichkeit, Wolle zu Garn zu verspinnen und der mechanische Webstuhl haben sogar den Grundstein für das folgende Fabriksystem gelegt und den Anstoß zu Entwicklung weiterer Industriezweige gegeben.

      ii.     Erste Gewerkschaften entstanden

Während die Zünfte zur Zeit der industriellen Revolution immer mehr an Bedeutung verloren und der Gewerbefreiheit weichen mussten, bildeten sich zu dieser Zeit die ersten Gewerkschaften, die sich ähnlich wie die Zünfte innerhalb bestimmter Berufsgruppen bildeten. Vor allem in einzelnen Großstädten war das Phänomen bei Berufen wie Metallarbeitern, Bergleuten, Bäckern oder Bauarbeitern zu finden. Die erste zentral organisierte Gewerkschaft war der von Friedrich Wilhelm Fritzsche mitbegründete Allgemeine Deutsche Cigarrenarbeiter-Verein aus Leipzig.

4.      Die heutige Arbeitswelt

Die industrielle Revolution war der Vorbote für die heutige Arbeitswelt, in der das klassische Handwerk zwar immer noch eine Rolle spielt, die Handarbeit selbst aber immer seltener von Bedeutung ist. Vielmehr werden die meisten Produkte industriell erzeugt und auch in kaufmännischen Berufen ist die Technologie der Computer nicht mehr wegzudenken, stellt sie doch eine enorme Arbeitserleichterung dar.

  a.      Komplexes Arbeitsschutzsystem

Was früher die Regelungen durch Zünfte waren, ist heute ein komplexes Arbeitsschutzsystem. Im Vergleich zu damals haben sich die Bedingungen aber für Arbeitnehmer deutlich verbessert. Während der Zunftzwang im Mittelalter Nachwuchshandwerker enorm eingeschränkt hat und Vorschreibungen nicht selten schwer zu erfüllen waren, ist der heutige Arbeitsschutz vor allem auf die gesundheitliche Sicherheit des Arbeitnehmer ausgerichtet, wenngleich Arbeitszeiten und Kündigungsschutz ebenfalls eine große Rolle spielen. Aufgrund vieler Gesetze, Gebote und Vorschreibungen sollen Unfälle am Arbeitsplatz und Folgeschäden durch menschenunwürdige Arbeitsbedingungen so gut es geht vermieden werden. Viele Industriezweige haben dafür ein extra auf ihr Berufsbild ausgerichtetes Gesetz, zum Beispiel bei der Arbeit mit Gefahrstoffen oder auf Baustellen.

  b.      Arbeitslosigkeit als Problematik

So viele Vorteile die heutige Arbeitswelt auch haben mag, so ist ein wesentlicher Nachteil die hohe Arbeitslosenrate, die durch die Industrialisierung entstanden ist. Aufgrund der immer weiter ansteigenden Automatisierung, die Menschen durch Maschinen ersetzt und somit Arbeitsplätze einspart, verlieren mehr und mehr Menschen ihren Arbeitsplatz. Gleichzeitig steigt die Bevölkerungsdichte jedoch stetig an – vor allem in Ballungszentren –, sodass die Arbeitslosenquote entsprechend höher ausfällt. Aus diesem Grunde ist seit Beginn der Industrialisierung eine größer werdende Schere zwischen arm und reich zu beobachten, die zu „Ghetto“-Bildungen führt und soziale Brennpunkte entstehen lässt.

      i.      Das Ende der Arbeitsgesellschaft?

Immer mehr Soziologen und Philosophen melden sich zu Wort und verkünden das bevorstehende Ende der Arbeitsgesellschaft. Dabei nimmt die Arbeit einen sehr hohen Stellenwert in der Gesellschaft ein und gehört für die meisten Menschen zu einem vernünftigen Lebensstandard dazu. Jedoch werden die Arbeitsplätze aufgrund der Industrialisierung immer knapper, sodass die Frage nach dem Ende der Arbeitsgesellschaft nicht unberechtigt ist. Dennoch ist es zurzeit noch der Fall, dass Menschen vonnöten sind, um Maschinen zu bedienen. Diese nehmen dem Menschen zwar einen großen Teil der Arbeit ab, können seine Fähigkeiten aber nicht gänzlich ersetzen – noch nicht. Genauer hat sich die Hans-Böckler-Stiftung mit diesem Thema auseinandergesetzt.

  c.       Ökologisierung und Ressourcenknappheit

Ein weiteres Problem der heutigen Zeit ist die aufkommende Ressourcenknappheit. Bodenschätze sind nur in einem bestimmten Maße vorhanden und die Menschheit ist drauf und dran, die noch vorhandenen Ressourcen tatsächlich bis zum Ende ausschöpfen zu wollen. Das birgt das Problem, dass nicht nur die Preise für entsprechende Rohstoffe steigen, sondern auch, dass bei der Beschaffung der Ressourcen keine Rücksicht auf die Umwelt genommen wird. Die Ökologisierung soll dem entgegenwirken. Ökologisierung bedeutet in dieser Hinsicht, dass der natürliche Lebensraum geschützt und erhalten werden soll. Für die Industrie wiederum heißt das, dass Wert auf Nachhaltigkeit gelegt werden muss. Auf den Erdgipfeln in Rio de Janeiro 1992 und in Johannisburg 2002 hat sich die Staatengemeinschaft sogar dazu verpflichtet. Besserungen lassen dennoch auf sich warten, obwohl durch ein gezieltes Umweltmanagement laut dem Vorsitzenden des Bundesdeutschen Arbeitskreises für umweltbewusstes Management 80 bis 200 Milliarden Euro in der deutschen Volkswirtschaft eingespart und etwa eine Million neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.

5.      Branchen, die die Jahrhunderte überdauern

Auch wenn sich im Laufe der Zeit die Bedürfnisse der Menschen weiterentwickelt und verändert haben, so haben es vereinzelte Branchen geschafft, die Jahrhunderte zu überdauern. Sicherlich mussten diese auch mit der Zeit gehen und haben Veränderungen durchlebt, jedoch ist der Bedarf nach diesen Branchen nach wie vor gegeben und hoch.

  a.      Glücksspiel – fast so alt wie die Menschheit selbst

Was den Reiz von Glücksspielen ausmacht, muss wohl jeder für sich selbst beantworten, die einen fordern gerne ihr Glück heraus, die anderen hoffen auf den großen Gewinn. Fakt ist, dass das Glücksspiel wohl schon weit vor Christus seinen Ursprung fand. Damals waren es die Würfelspiele, mit denen sich die Menschen vergnügten – Funde an antiken Grabungsstätten belegen dies. Laut Casinoverdiener.com liegen die Anfänge des Glücksspiels vor allem in China, Indien und Ägypten, wo erstmals sechsseitige Würfel mit Zahlen, Buchstaben und Symbolen verziert wurden. Auch damals wurden allerdings schnell erste Restriktionen ausgesprochen und empfohlen, die beispielsweise im Sanskrit-Text „Arthashastra“ abgegeben wurden, einem Schriftstück aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Nachdem im Mittelalter auch Kartenspiele hinzugekommen sind und Spieler dazu neigten, im Glücks- und nicht selten auch Alkoholrausch Haus und Hof aufs Spiel zu setzen, wurde ein Glücksspielverbot ausgesprochen. In der heutigen Zeit soll das Glücksspiel als Zeitvertreib und Vergnügen gelten, weshalb das Spielen um Geld außerhalb lizenzierter Casinos und Spielhallen verboten ist. Dennoch oder gerade deshalb boomt das Glücksspielgewerbe weiterhin. Im Laufe der Zeit haben sich die Möglichkeiten, Glücksspiel zu betreiben enorm erweitert, die Technologie spielt dabei eine große Rolle. Glücksspieler brauchen nicht mehr zwingend einen Gegenspieler wie beim Würfel- oder Kartenspiel, heutzutage müssen sie nicht einmal mehr unbedingt ihr Haus zum Spielen verlassen. Sie können ihr Glück an unterschiedlichen Maschinen herausfordern, sodass Einarmige Banditen einen zweifelhaften Ruf genießen und schon vielen Personen eine Menge Geld gekostet haben, darüber hinaus hat sich das Glücksspiel außerdem sehr breit auf dem Onlinemarkt postiert.

  b.      Prostitution – wirklich das älteste Gewerbe der Welt?

Eine erste Art der Prostitution ist bereits vor etwa 2.500 bis 3.000 Jahren aufgetreten, in der Form der Tempelprostitution. Tempeldienerinnen und Priesterinnen, die meist einer Gottheit der Liebe dienten, „prostituierten“ sich zu Fruchtbarkeitsriten. Vergleicht man jedoch diese Zeitangabe mit der des Glücksspiels stellt man fest, dass wohl nicht die Prostitution, sondern das Glücksspiel das älteste Gewerbe der Welt ist. So oder so, die Prostitution hat ebenfalls die Jahrhunderte überdauert und musste sich dabei nur kaum der Industrialisierung ausgesetzt sehen. Erotische Filme oder technisches Spielzeug zur Befriedigung können Prostituierte nicht ersetzen, sodass davon auszugehen ist, dass dieses Gewerbe weitere Jahrhunderte überdauern kann, denn der Bedarf nach sexueller Befriedigung als typischer Urinstinkt des Menschen wird auch weiterhin bestehen bleiben.

  c.       Traditionelles Handwerk

Unter das traditionelle Handwerk fallen Arbeiten, die mit Maschinen nicht hergestellt werden können – zumindest nicht in der Form, wie es nur eine gelernte Menschenhand zustande bringt. Traditionelles Handwerk, das ist die Herstellung von Unikaten, die handgefertigt eine besondere Qualität darstellen.

      i.      Das Handwerk muss sich anpassen und Nischen finden

Während früher das Anfertigen von sämtlichen Gegenständen aus Holz, Metall, Gold oder ähnlichem in Handarbeit erledigt worden ist, werden viele Fertigungsprozesse heute von Maschinen übernommen. Möbel beispielsweise kommen meistens „vom Band“, Trinkgläser werden nicht mehr mundgeblasen und Kleidung wird an großen Maschinen in Einheitsgrößen hergestellt. Für Handwerker bedeutet dies, dass sie sich anpassen und ihr Handwerk in Bereichen ausüben müssen, die Maschinen nicht abdecken können. Das trifft vor allem auf Sonderanfertigungen zu, Möbel nach Maß und Wunsch. Schneider spezialisieren sich nur noch selten auf die Anfertigung ganzer Kleidungsstücke, vielmehr sind sie für das Anpassen zuständig. So haben Handwerker Nischen gefunden, in denen sie nach wie vor wichtig sind und ihrem Handwerk – wenn auch in abgeänderter Form – nachgehen können.

6.      Vom Aussterben bedroht – diese Berufe sind  heute nicht mehr anzutreffen

Wie schnell und teilweise auch extrem sich die Berufswelt allein in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat, wird bei einem Blick auf mittlerweile bereits ausgestorbene Berufssparten erst richtig deutlich. Denn nicht alle Berufe, die ehemals als traditionell und zukunftsreich galten, haben es in die heutige Zeit geschafft. Manche von ihnen sind sogar nur noch aus alten Erzählungen bekannt. Darunter zum Beispiel:

- Der Köhler, der Holzkohle in einem aufwendigen Prozess in Kohlemeilern hergestellt hat. Heute stammt Holzkohle jedoch entweder aus Entwicklungsländern oder wird industriell hergestellt.
- Der Kupferstecher, der bis zur Erfindung der Lithografie für das Erstellen von Duplikaten zuständig war.
- Der Lithograf, der den Kupferstecher ablöste, hatte selbst keine lange Erfolgsgeschichte zu vermelden. Mit der Einführung des Offset-Verfahrens starb auch dieser Beruf aus.
- Der Wagner, der bei Kutschen für den Bau der Karosserie zuständig war. Da heutzutage nur noch wenige Kutschen gefertigt werden, ist der Beruf des Wagners im ursprünglichen Sinne so gut wie ausgestorben.
- Der Türmer, der eine wichtige Aufgabe innerhalb der Stadtmauern hatte. Er war dafür zuständig, die Umgebung im Auge zu behalten und die Bewohner vor Angriffen und Feuer zu warnen. Später wurde er von Sirenen ersetzt.
- Der Gaslaternenanzünder, der mit der Einführung des elektrischen Lichts ausgestorben ist, obwohl ihm vorher eine nicht unwichtige Bedeutung zugekommen ist, um die Straßen des Nachts hell und sicherer zu machen.

  a.      Heute gefährdete Berufsgruppen

Das Aussterben der Berufe geht in der heutigen Zeit ebenfalls weiter. Berufe, die derzeit noch bekannt sind und vielfach ausgeführt werden, sind aufgrund der Erweiterung von Technologien vom Aussterben bedroht oder werden zumindest nicht mehr in der Masse benötigt wie früher. Neben den folgenden Beispielen berichtet ein Artikel von t3n über weitere gefährdete Bereiche.

      i.      Postbote

Wer soll Briefe und Pakete bringen, wenn nicht der Postbote? Dass dieser Beruf jemals aussterben könnte, erscheint noch recht unwahrscheinlich, obwohl Experten der Meinung sind, dass der Postbote tatsächlich eine aussterbende Art ist. Das Senden von E-Mails hat zumindest den Briefverkehr stark eingeschränkt, schließlich ist der elektronische Weg der eindeutig schnellere.

      ii.      Landwirte

Das Aussterben der Landwirte ist nicht gleichzusetzen mit dem Aussterben der Landwirtschaft. Nach letzterer wird weiterhin ein Bedarf da sein. Landwirte hingegen werden immer mehr von Maschinen ersetzt, sodass Neueinstellungen in diesem Berufsfeld immer seltener sind. Viele Maschinen bieten heutzutage die Möglichkeit, zum Beispiel Weintrauben so zu ernten, dass sowohl die Pflanzen als auch die Trauben keinen Schaden nehmen. Natürlich geht das Abfahren mit einer Erntemaschine dabei deutlich schneller als das Einsetzen von Erntehelfern, die die Trauben per Hand lesen, wenngleich diese traditionelle Ernte für viele Weinkenner immer noch ein wesentlicher Bestandteil ist und zur erhöhten Qualität beiträgt. Ferner trägt außerdem die Landflucht, also die allgemeine Abwanderung der ländlichen Bevölkerung in die Stadt, dazu bei, dass der Beruf des Landwirts generell weniger gefragt ist.

      iii.      Steuerprüfer

Der Steuerprüfer, der vielen Arbeitern eine enorme Hilfe ist und ohne den sie in steuerrechtlichen Angelegenheiten oftmals völlig verloren wirken würden, ist ebenfalls gefährdet. Computerprogramme können eine ähnliche Arbeit verrichten – allerdings deutlich schneller und in der Regel auch kostengünstiger.

      iv.      Maschinenführer

Wie kann der Beruf Maschinenführer gefährdet sein, wenn Maschinen immer wichtiger werden? Ganz einfach: die Weiterentwicklung schreitet so stark voran, dass Maschinen gar nicht mehr von Menschenhand geführt werden müssen, sondern auch dieser Prozess automatisiert wird. Einen wichtigen Platz wird in diesem Bereich voraussichtlich die Robotik einnehmen, die derzeit große Entwicklungssprünge macht.

  b.      Grund ist vor allem die Digitalisierung

Dass viele Berufe, die noch als normal angesehen werden, zu den gefährdeten Berufen gehören, liegt vor allem an der Automatisierung und Digitalisierung. Gerade Berufe, die mit Papier zu tun haben, fallen der Digitalisierung zum Opfer, immer häufiger ist beispielsweise die Rede vom „papierlosen Büro“. Auch  die Printmedien haben unter dieser Entwicklung massiv zu leiden, da die Verkaufszahlen von Zeitungen immer weiter zurückgehen und die Menschen sich lieber online informieren.

Fazit und Ausblick in die Zukunft

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich eines nicht verändert: der Bedarf nach besonderen Gütern und Dienstleistungen, die sich im Idealfall von der Masse abheben. Dies wird in Zukunft weiterhin so bleiben, jedoch muss sich darauf eingestellt werden, dass sich die unterschiedlichen Branchen stetig ändern und modernisieren werden.

Für Berufstätige bedeutet das außerdem, dass sie sich den Entwicklungen anpassen und ihr Wissen sowie ihre Fähigkeiten erweitern müssen. Zukunftsreiche Berufe sind momentan solche, die sich auf die Informationstechnologie beziehen, auf digitale Prozesse und Computerverständnis.

Softwareentwickler, IT-Sicherheitstechniker, Programmierer und Fachkräfte im IT-Business haben große Chancen darauf, dass ihr Berufsfeld in den kommenden Jahren weiterhin boomt und die Branche sicher bleibt. Jedoch werden durch die Digitalisierung das Handwerk und die sozialen Berufe glücklicherweise nicht ganz verdrängt. Die bereits genannten Handwerker, die sich angepasst und eine Nische gefunden haben, werden weiterhin wichtig für das tägliche Leben sein und Berufe wie Pfleger, Krankenschwester, Arzt oder Altenpfleger haben ohnehin eine außerordentliche Wichtigkeit, gerade hinsichtlich des demographischen Wandels. Es ist entsprechend für das Ausüben eines Berufes nicht zwingend notwendig, mit der modernen Zeit zu gehen und sich intensiv mit dem IT-Bereich zu beschäftigen, jedoch sind gewisse Grundkenntnisse für die Zukunft sicher nicht von Nachteil.

Abbildung 1-3: Selbsterstellte Grafik (Word)

Abbildung 4: fotolia - Forging hot iron © lukasok

Abbildung 5: fotolia – Traktor © Jan Reichel

Abbildung 6: Selbsterstellte Grafik (Piktochart)



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