Mo., 04.06.2018

Karriere Ausbildungsjahr 2018 – So klappt es mit der Suche

Karriere: Ausbildungsjahr 2018 – So klappt es mit der Suche

Foto: Pixabay

In wenigen Monaten werden wieder tausende Schüler ein Abschlusszeugnis in der Hand halten und einen Schritt in das Erwachsenenleben beginnen. Mehr als eine halbe Million junger Menschen hat  laut der Statistik im vergangenen Wintersemester mit einem Studium begonnen, auch zum Wintersemester 2018/2019 ist ein leichter Anstieg zu erwarten.

Bei den Ausbildungsplätzen herrscht eine gleichbleibende oder geringfügig fallende Tendenz. Im Jahr 2017 haben ähnlich viele Azubis mit einer Ausbildungsstelle angefangen, wie Studenten, wobei weniger junge Menschen eine Ausbildungsstelle bekommen haben, als im Jahr 2016. Über 23.000 Bewerber haben im vergangenen Jahr keinen Ausbildungsplatz ergattern können. Am Mangel der Ausbildungsplätze lag es aber nicht: Laut der Bundesagentur für Arbeit blieben fast 49.000 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Unternehmen suchen händeringend nach guten Bewerbern

Jährlich berichten die Chefs, Personalmanager und Ausbilder dieselbe Geschichte: Sie konnten die Ausbildungsplätze nicht besetzen, obwohl es hinreichend Bewerber gegeben hat. Doch viele Bewerbungsunterlagen kommen bereits so fehlerhaft, lieblos und unpersönlich rüber, dass kaum Motivation besteht, die jungen Menschen einzuladen. Klassiker sind Patzer, wie falsche Adresse des Unternehmens im Anschreiben, völlig unpassende Aussagen oder Bewerbungsanschreiben, die eindeutig aus dem Internet kopiert sind, weil die Bewerber teils vergessen, Begriffe wie „Musterfirma“ zu ändern.

„Wir stellen lieber keinen neuen Azubi ein, auch wenn wir einen benötigen, wenn kein passender Bewerber sich bei uns meldet. Man investiert viel Zeit und Energie in die Ausbildung der jungen Menschen und wir erwarten wenigstens ausreichend Engagement, um die eigene Bewerbung Kontrolle zu lesen.“ Erzählt der Gründer eines mittelständigen Unternehmens aus dem Gastronomiebereich. Er habe schon unzählige Bewerbungsgespräche geführt, doch seit zwei Jahren keinen guten Auszubildenden für seine Filiale in Hannover gefunden.

Auch andere Unternehmen suchen, dafür werden diverse Plattformen und soziale Medien genutzt. Die Ausschreibungen sind kreativ und sollen viele junge Menschen erreichen. Das moderne Unternehmen Mobile Trend GmbH nutzt beispielweise auf der Suche nach Azubis auch Plattformen wie Twitter. „Wir stellen ein!“ beginnt die motivierte Anzeige des jungen Unternehmens im digitalen Bereich. Mobile Trend GmbH stellt in Hamburg und Flensburg einen Azubi ein und ist positiv gestimmt: Im digitalen Bereich schaut es aktuell positiv aus, viele Schüler möchten in den Bereich beruflich reinwachsen.

Worauf legen die Vorgesetzten wert bei der Auswahl der Azubis?

  • Fehlerfreie Bewerbung

Tatsächlich sind Bewerbungsunterlagen nicht zwingend vielaussagend. Daraus kann man nicht erschließen, ob der Bewerber sie selbst erstellt hat, welchen Wahrheitsgehalt sie mitführt und wie engagiert der junge Mensch ist. Sehen kann man dennoch einiges: Wer grobe Rechtsschreibfehler in seiner Bewerbung zulässt, verfügt häufig entweder nicht ausreichend Rechtsschreibkenntnisse, ist nachlässig, unaufmerksam und nicht ausreichend kreativ, um sich andere Wege zu suchen. Rechtsschreib-, Grammatik- und Formfehler in einem Anschreiben oder Lebenslauf sind ein häufiges Ausschlusskriterium.

  • Ein gutes Zeugnis

Kaum ein Personalmanager verlangt einen Durchschnitt mit einer eins vor dem Komma, dennoch sagt das Zeugnis einiges über Fleiß, Ehrgeiz und Motivation des Bewerbers aus. Dennoch kann ein mittelmäßiges oder gar schlechtes Zeugnis durch eine besonders positive Bewerbung aufgewertet werden. Es gibt durchaus Menschen, die keine besonders guten schulischen Leistungen erbracht haben, weil ihr Interesse in anderen Feldern liegt, sie aufgrund von hoher Intelligenz sich im Unterricht gelangweilt haben oder nicht genügend Disziplin aufweisen – und dennoch sehr gut geeignet für den Ausbildungsplatz wären. Dennoch handelt es sich häufig um eine eher seltene Erscheinung und kann im persönlichen Bewerbungsgespräch aufgewogen werden.

  • Authentizität und Wahrheit

Viele Bewerber nutzen immer dieselben Floskeln, um gut rüberzukommen. Dazu gehören z. B. die „üblichen“ Hobbys wie Lesen. Fragt man die meisten Bewerber im Vorstellungsgespräch nach Lieblingsbüchern, kommen sie ins Stocken. Tatsächlich findet man Angaben zu Hobbys wie „Lesen“, “Sport“ und „Musik“ in 90% aller Lebensläufe. Wichtiger ist es, authentisch und ehrlich rüberzukommen und vor allem einzigartig zu sein. Jeder Bewerber kann etwas Besonderes über sich erzählen, seine Persönlichkeit darstellen und vor allem ehrlich und aufrichtig sein. Auch kleine Lügen zum Verschönern der Bewerbung fliegen im Vorstellungsgespräch auf und hinterlassen ein unangenehmes Gefühl bei den Ausbildern.

  • Seriöses und gepflegtes Erscheinungsbild

Man könnte staunen, wie ungepflegt, unangemessen gekleidet und schlecht vorbereitet viele Bewerber zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Es ist den Ausbildern gar nicht so wichtig wie eine Person aussieht, viel relevanter ist aber die Mühe, die ein Mensch sich für das Vorstellungsgespräch gibt. Ein Bewerber, der sich gut vorbereitet, über das Berufsbild und das Unternehmen informiert und sich adrett und angemessen kleidet signalisiert vor allem, dass er die Stelle wirklich haben möchte und erhöht somit deutlich seine Chancen, einen Ausbildungsvertrag zu bekommen.



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