Krebsgefahr
EU-Parlament stimmt für neue Chemikalien-Limits im Job

Bestimmte Kohlenwasserstoffe und Dieselabgase können Krebs verursachen. Doch an einigen Arbeitsplätzen kommen Mitarbeiter mit diesen Schadstoffen in Berührung. Das EU-Parlament will nun Grenzwerte festlegen.

Dienstag, 11.12.2018, 15:48 Uhr aktualisiert: 11.12.2018, 15:52 Uhr
Wer in der Chemieindustrie arbeitet, kann mit krebsverdächtigen Stoffen in Kontakt kommen. Das EU-Parlament setzt sich nun für Grenzwerte ein.
Wer in der Chemieindustrie arbeitet, kann mit krebsverdächtigen Stoffen in Kontakt kommen. Das EU-Parlament setzt sich nun für Grenzwerte ein. Foto: Patrick Pleul

Brüssel (dpa) - Die Europäer sollen künftig an Arbeitsplätzen in der Chemieindustrie, der Autobranche oder im Bergbau besser vor Krebs geschützt werden. Das EU-Parlament stimmte mit großer Mehrheit für eine Überarbeitung der EU-Richtlinie für Karzinogene und Mutagene.

Damit werden Grenzwerte für acht weitere krebsverdächtige Stoffe eingeführt, darunter Dieselabgase. Krebs ist nach Angaben des EU-Parlaments die häufigste Todesursache im Zusammenhang mit der Arbeit.

Arbeitgeber müssen laut der EU-Richtlinie über Karzinogene und Mutagene sicherstellen, dass ihre Beschäftigten am Arbeitsplatz den verdächtigen Stoffen möglichst nicht ausgesetzt sind. Neu hinzugekommen sind nun unter anderem polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die zum Beispiel bei der Herstellung von Papier, Farbstoffen, Arzneien, Kunst- oder Klebstoffen sowie zur Reinigung von Metallteilen verwendet werden, und eben Dieselabgase.

«In der Europäischen Union sind Millionen von Arbeitern Dieselabgasen ausgesetzt», erklärte der Berichterstatter zu dem Thema im EU-Parlament, Claude Rolin von der Europäischen Volkspartei. Mit der überarbeiteten Richtlinie würden sie und andere besser geschützt. «Es ist inakzeptabel, dass Arbeiter ihr Leben verlieren, während sie versuchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.»

Für einige der nun ergänzten Stoffe gibt es in Deutschland bereits eigene Grenzwerte, nicht alle sind aber so streng wie die neuen EU-Vorgaben. Formal muss nun noch der Rat der Mitgliedstaaten zustimmen. Danach haben die Staaten zwei Jahre Zeit, um die neuen Regeln umzusetzen. Derweil laufen schon Vorbereitungen auf weitere Anpassungen der Richtlinie.

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