Bilanz 2018
Chancen auf Ausbildungsplatz so gut wie lange nicht mehr

Es sind gute Zeiten für Bewerber am Ausbildungsmarkt. Doch zugleich steigt auch die Sorge vor einem Fachkräftemangel. Menschen mit Migrationshintergrund oder Bewerber mit Hauptschulabschluss seien noch immer benachteiligt, beklagt die IG Metall.

Mittwoch, 12.12.2018, 15:52 Uhr aktualisiert: 12.12.2018, 15:56 Uhr
Das Bundesinstitut für Berufsbildung bilanziert: 100 Ausbildungssuchende standen im laufenden Jahr rund 97 Angeboten gegenüber.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung bilanziert: 100 Ausbildungssuchende standen im laufenden Jahr rund 97 Angeboten gegenüber. Foto: Stefan Sauer

Berlin (dpa) - Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind derzeit so gut wie lange nicht mehr. Auf 100 Ausbildungssuchende kamen nach einer vorgelegten Bilanz des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) im laufenden Jahr rund 97 Angebote.

Insgesamt sei das betriebliche Angebot damit gegenüber dem Vorjahr um 17.800 Ausbildungsplätze beziehungsweise um 3,2 Prozent gestiegen. Es erreichte mit 574.200 eine seit 2009 nicht mehr übertroffene Höchstmarke. Gleichzeitig stieg die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze um 17,7 Prozent weiter an.

Vor allem unter jungen Männern sei es gelungen, Interessenten für eine Berufsausbildung auch außerhalb der aktuellen Schulabgängerjahrgänge zu finden. Dazu zählten etwa männliche Abiturienten, die im Schnitt schlechtere Abiturnoten erzielten als junge Frauen, ebenso wie männliche Studienabbrecher. Auch unter Migranten fänden sich viele junge Männer.

Angesichts einer steigenden Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze warnte BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser jedoch vor einem drohenden Fachkräftemangel. DIHK-Präsident Eric Schweitzer rief dazu auf, mit Vorurteilen in den Köpfen vieler Schüler und Eltern aufzuräumen und die berufliche Bildung als interessante Alternative zum Studium herauszustellen.

Als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall beklagte Hans-Jürgen Urban, dass junge Menschen mit Hauptschulabschluss oder Migrationshintergrund immer noch erhebliche Nachteile am Ausbildungsmarkt hätten. «Wer Fachkräfte will, muss bereit sein, allen eine Chance zu geben», sagte er.

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