Do., 08.03.2018

Mode Das Aus für Wolle, Leder und Pelz? Vegane Mode setzt neue Maßstäbe

Mode: Das Aus für Wolle, Leder und Pelz? Vegane Mode setzt neue Maßstäbe

Foto: pixabay.com

Der Veganismus hat längst die Tore der Lebensmittelbranche passiert und ist nun auch im großen Stil in der Modewelt angekommen. Wie auch in der Ernährung gilt es, auf tierische Produkte vollständig zu verzichten. Dabei sind vegane Modelabel und ihre Produkte schon längst kein Nischenphänomen mehr, denn der Verbraucher legt immer mehr Wert auf eine ökologisch verträgliche, nachhaltige und sozial faire Lebensweise. Kleidung aus Lyocell Fasern oder Leder aus Kombucha, sowie komplett vegane Schuhe werden bei Käufern immer beliebter. Welche Materialien eigenen sich aber am besten als Ersatz für die herkömmlichen Stoffe und worauf sollte beim Kauf von veganer Mode geachtet werden?

Vegane Schuhe auf dem Vormarsch

Schuhe sind ja bekanntlich Rudeltiere, deshalb ziert jeden Schuhschrank einer Frau für jede Gelegenheit das passende Schuhwerk. Wer sich für eine vegane Lebensweise entscheidet, hat eine ebenso große Auswahl an Schuhen und wird seinen Lieblingsschuh sicherlich finden. Vegane Schuhe gibt es nicht nur im Fachhandel sondern können ebenso bequem online bestellt werden, auch Shoppingportale bieten oftmals eine Filterfunktion für vegane Schuhe wie beispielsweise hier. Beachtet werden sollte vor einem Kauf, dass Kunstleder bei Schuhen oftmals eine minderwertige Qualität hat und auch nicht besonders umweltschonend hergestellt wird. Eine andere Möglichkeit bieten hierbei pflanzliche Materialien wie Leinen, Baumwolle, Hanf, Holz, Kautschuk oder auch Kork. Inzwischen werden aber auch recycelte PET-Flaschen, Teppichunterlagen oder Autoreifen zu Schuhen verarbeitet. Selbst robuste Wanderschuhe oder funktionale Sportschuhe können mit diesen Materialien hergestellt werden.

Vegane Materialien aus Eukalyptusholz, Papier und Pflanzenfasern

Wer auf Seide, Wolle und Co. verzichten möchte, fragt sich natürlich nach den Alternativen und ob diese Alternativen den gewünschten Zweck erfüllen und ebenso schön aussehen. Es besteht glücklicherweise kein Grund zur Sorge, denn mittlerweile gibt es eine breite Palette an veganen Werkstoffen, die zu modischer Kleidung verarbeitet wird. Beispielsweise gibt es eine große Auswahl an Ersatzmaterialien für Seide. Lyocell, Bambus, Modal oder Agavenseide eignen sich hervorragend, um den Luxus-Stoff, für den Seidenraupen lebend ins kochende Wasser geworfen werden, zu ersetzen. Vor allem Lyocell, welches aus Cellulose wie Eukalyptusholz hergestellt wird, findet in der Modebranche immer mehr Verwendung. Diese Fasern eignen sich aufgrund der geringen Knitterneigung ideal für Blusen, Hemden, Lingerie oder auch für jeansähnliche Stoffe. Als Abfallprodukt bei der Herstellung von Tofu findet sich auch Soja-Seide als Alternative zur „echten“ Seide. Diese Fasern haben sogar noch einige andere Vorteile, denn sie sind atmungsaktiv, sehr glatt und weich. Und wer hätte das gedacht: Kork und Ananasblätter bieten einen Ersatz für Leder. Natürlich ist die Herstellung dieses lederartigen Materials zeitintensiver und teurer, sie ist aber auch eine deutlich umweltbewusstere Lösung, wenn man bedenkt wie viele Chemikalien zum Gerben von Leder üblicherweise verwendet werden.  Auch Textilien aus Baumwolle, Polyester, Leinen, Papier oder Hanf stehen einem veganen Kleidungsstil zur Verfügung.

Vegan ist nicht immer nachhaltig

Die Tatsache allerdings, dass das erworbene Lieblingsteil vegan ist, bedeutet leider noch lange nicht, dass es auch nachhaltig produziert wurde.

  • Baumwolle beispielsweise verschlingt im Anbau extrem viel Wasser und die Felder werden mit Pestiziden besprüht. Zusätzlich sollten Sie folglich darauf achten, dass es sich zumindest bei dem verwendeten Material um Bio-Baumwolle handelt.
  • Polyester besteht hauptsächlich aus Erdöl. Sollte man sich also für dieses Material entscheiden, ist es ratsam auf Recyclingpolyester zurückzugreifen.
  • Lassen Sie Vorsicht bei veganen Schuhe walten, denn im Kleber befinden sich nicht selten Gelatine, Tierhäute oder Knochen.
  • Es lohnt sich auch das Augenmerk auf die Kleinigkeiten zu lenken: Knöpfe an Hosen, Jacken und Oberteilen können aus Horn oder Perlmutt gefertigt sein.
  • Achten Sie auch auf das Fairtrade-Siegel. Eine ökologisch nachhaltige Herstellungsweise bedeutet nicht unbedingt eine sozial gerechte Behandlung der Arbeitskräfte.


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