Langlebige Kleidung
Fast Fashion? Das muss nicht sein

Immer mehr Konsumenten möchten keine Kleidung mehr tragen, die nach kurzer Zeit schon kaputt ist und die unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert wurde. Slow Fashion geht bewusst einen anderen Weg.

Freitag, 07.02.2020, 14:37 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 14:45 Uhr
Langlebige Kleidung: Fast Fashion? Das muss nicht sein
Foto: Colourbox.de

Unser Konsum wird immer schnelllebiger – „Wegwerfgesellschaft“ hört man viele schimpfen. Dazu kommt, dass Waren so hergestellt werden, dass sie nur begrenzte Zeit halten und dann nicht mehr funktionsfähig sind. Das gilt für Technik ebenso sehr wie für Mode: Kaum hat man das neue T-Shirt gekauft, löst es sich auch schon auf; also muss ein neues her. Dieses Konsumverhalten schadet der Umwelt und ist alles andere als nachhaltig. Das kann man tun, um länger etwas von seiner Kleidung zu haben.

60 Kleidungsstücke im Jahr und nur halb so lange getragen

In den Geschäften werden Kleidungsstücke zu extrem niedrigen Preisen angeboten, die Kollektionen wechseln monatlich. Für Konsumenten bedeutet das eine große Auswahl, die viele gerne nutzen. Laut einer Studie der Christlichen Initiative Romero (CIR)  tragen die meisten Menschen ihre Kleidung mittlerweile nur noch halb so lange wie vor rund 15 Jahren. Dafür kaufen sie 60 neue Kleidungsstücke in einem Jahr.

Das liegt zum einen an den Preisen, zum anderen aber auch an den Produktionsbedingungen: Kleidung wird immer schneller hergestellt, dadurch sinkt die Qualität. Wer günstige Kleidung kauft, muss somit in der Regel auch schnell Ersatz anschaffen.

Diejenigen, die die Kleidung anfertigen, verdienen damit kaum Geld und leiden unter schlechten Arbeitsbedingungen. Es entstehen bei der Herstellung außerdem Unmengen Treibhausgase, die das Klima belasten. Die Textilproduktion ist in ihrer Gesamtheit sogar schädlicher als der gesamte Luft- und Schiffsverkehr zusammen, stellte die CIR fest. Auch die verwendeten Stoffe stellen eine Belastung für die Umwelt dar. Polyester und andere synthetische Fasern begünstigen die Verbreitung von Mikroplastik in Gewässern.

Slow Fashion konsumieren oder Kleidung recyceln

Eine Alternative zum schnelllebigen Modewahn ist Slow Fashion. Sie achtet darauf, dass sämtliche Kleidung nachhaltig produziert wird: Ressourcen werden so gut wie möglich gespart, die Umwelt geschont und die Arbeitsbedingungen sind fair. Außerdem soll Slow Fashion möglichst regional sein, um unnötige Transporte zu vermeiden. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland diverse Labels, von denen man Kleidung dieser Art kaufen kann. Dafür muss man allerdings etwas mehr bezahlen, als man es von Fast Fashion gewohnt ist – Qualität und Nachhaltigkeit haben ihren Preis.

Und es muss nicht immer neu gekauft werden. Secondhandläden, Flohmärkte und Tauschbörsen sind gute Anlaufpunkte, um gebrauchte Kleidung zu erstehen. Dort kann man außerdem Sachen, die man selbst nicht mehr trägt, einen neuen Nutzen geben – statt mehr Müll zu produzieren.

Auf die Wäsche kommt es an

Hat man selbst Fast Fashion zu Hause und möchte in Sachen Nachhaltigkeit umdenken, muss man seine Kleidung nicht gleich restlos entsorgen. Viel besser und umweltfreundlicher ist es, das Beste aus den vorhandenen Kleidungsstücken zu machen und diese möglichst lange zu tragen. Ein sorgsamer Umgang und die richtige Pflege helfen, die Lebensdauer zu verlängern. Es lohnt sich, sich über die verschiedenen Bekleidungsstoffe und ihre Besonderheiten zu informieren. Wer sich an die Angaben auf den Pflegeetiketten hält, hat länger etwas von seiner Kleidung. Wolle und Seide brauchen beispielsweise besondere Waschprogramme. Jersey sollte man nicht zu hohen Temperaturen aussetzen. Und eine Jeans profitiert davon, wenn sie nicht zu häufig gewaschen wird. Legt man sie stattdessen hin und wieder für bis zu 48 Stunden ins Gefrierfach, tötet das sämtliche Bakterien ab und macht die Hose wieder frisch. Bei Flecken hilft jedoch nur ein Waschgang.

Anders ist es bei Wolle. Hier macht es Sinn, in spezielle Waschmittel zu investieren: Sie pflegen Wolle, frischen Farben auf und stärken die Fasern  und tragen so dazu bei, die Schönheit und Qualität der Textilien erhalten.

Reparieren statt wegwerfen

Hat die Hose ein Loch oder löst sich an einem Oberteil eine Naht, ist das kein Grund, das Teil zu entsorgen. Vieles kann man mit wenigen Handgriffen selbst flicken und verschönern. Online findet man viele Anleitungen im Bereich DIY und Upcycling, die zeigen, wie man getragener Kleidung neuen Glanz verleiht.

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