Reise
Unfall im Urlaub - Was ist zu tun?

Laut Aussage des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. kommt es bei 150.000 aller Deutschen jedes Jahr zu einem Unfall im Ausland. Was ist nun zu tun, wenn sich im Ausland ein Unfall ereignet, wenn es zu Schäden kommt oder zu Konflikten mit den dortigen Behörden? Im Prinzip gelten bei einem Unfall ähnliche Grundlagen wie in Deutschland. Im folgenden Beitrag liefern wir einen kurzen Leitfaden und die wichtigsten Hinweise, die zu beachten sind.

Mittwoch, 11.05.2016, 09:09 Uhr aktualisiert: 11.05.2016, 09:26 Uhr
Reise : Unfall im Urlaub - Was ist zu tun?
Foto: colourbox.de

Was tun bei einem Autounfall im Ausland?

Im Hinblick auf die Unfallabwicklung lassen sich Sachschaden von Personenschäden unterscheiden. Kommt es im Zusammenhang mit dem öffentlichen Straßenverkehr zu einem Unfall, empfehlen Verkehrsexperten, in jedem Fall die Polizei zu rufen. Insbesondere wenn sich Beteiligte wenig kooperativ zeigen, sollte die zuständige Polizeibehörde gerufen werden. Sind die Beteiligten mit ihrem Kfz im Ausland unterwegs, darf die „grüne Karte“ nicht fehlen . Die Versicherer geben diese Karte kostenlos aus. Sie gilt als Bescheinigung für eine bestehende Haftpflichtversicherung, die auch im entsprechenden Zielland gültig ist.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, einen mehrsprachigen, europäisch gültigen Unfallbericht mitzunehmen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. stellt diesen Unfallbericht kostenlos auf seiner Website zum Download. Darüber hinaus versorgen die Kfz-Versicherer ihre Kunden und Versicherten mit dem ausländischen Unfallbericht. Spätestens fünf Tage nach dem Unfall sollte dieser Unfallbericht bei der Kfz-Versicherung eintreffen.

Medizinische Betreuung im EU-Ausland

Kommt es im Urlaub zu einer akuten Erkrankung und die Reisenden befinden sich in einer der EU-Mitgliedsstaaten, zahlt die gesetzliche Krankenkasse für die schnelle Behandlung. Bei Kliniken und Ärzten im Ausland ist es notwendig, die europäische Versicherungskarte - auf der Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte - vorzulegen. Sie füllen anschließend ein Formular aus, somit ist der Arzt zur Behandlung berechtigt. Die Krankenversicherung, die für den Auslandsaufenthalt zuständig ist, wird alle Leistungen kostenpflichtig übernehmen. Anders verhält es sich, wenn die Klinik die europäische Gesundheitskarte nicht akzeptiert. Dann muss der Reisende für die vollen Kosten aufkommen. Jede Form der Selbstbehalte und Zuzahlungen werden demnach aus der eigenen Reisetasche getätigt.

Behandlung in Nicht-EU Ländern

Bedenken sollten Reisende, dass in Nicht-EU-Ländern, wie zum Beispiel in den USA oder in Thailand, kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland besteht. Sie dürfen vor Ort nur die Krankenhäuser und Ärzte in Anspruch nehmen, die innerhalb des Systems der Krankenversicherungen zur Behandlung berechtigt sind. In diesem Fall ist die Auslandskrankenversicherung eine der sichersten Alternativen, wenn es im Urlaub zu einem Unfall kommt. Diese springt auch dann ein, wenn ein notwendiger Rücktransport der privaten Sachen oder ein Rücktransport mit AMBU-Trans erfolgt. Insbesondere gesetzliche Krankenkassen bieten über Wahltarife einen verbesserten Schutz für Auslandsreisen. Mit diesen Wahltarifen greifen bestimmte Bindungsfristen. Unabhängig davon haben Sie die Möglichkeit, private Auslandskrankenversicherungen abzuschließen. Hier besteht zumeist keinerlei Bindungsfrist.

Kosten bei der Krankenkasse geltend machen

In Bezug auf die Kosten und die Abrechnungen der Behandlungen im Ausland lassen sich ebenfalls verschiedene Verfahren unterscheiden. In den meisten Fällen müssen Reisende in Vorleistung treten und können nach Vorlage der Rechnung die Behandlungskosten bei der Krankenkasse geltend machen. Vor einer geplanten Reise oder einem Urlaub ist es demnach sinnvoll, mit der Krankenkasse ein Beratungsgespräch zu vereinbaren und, wenn möglich, Wahltarife oder eine Auslandskrankenversicherung hinzu zu buchen.

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