Tourismus
Reisen mit medizinischem Cannabis im Gepäck

Seit im März dieses Jahres das Gesetz in Kraft getreten ist, dass es Schmerzpatienten ermöglicht Cannabis auf Rezept zu bekommen, sind die Anfragen zu dieser Therapie stark angestiegen. Seitdem ist in Deutschland Cannabis aus medizinischer Sicht verkehrsfähig, doch was passiert wenn man seine Medizin mit ins Ausland nehmen möchte?

Mittwoch, 23.08.2017, 04:26 Uhr aktualisiert: 23.08.2017, 16:30 Uhr
Tourismus : Reisen mit medizinischem Cannabis im Gepäck
Foto: colourbox.de

Wer innerhalb der EU reisen und dabei das medizinische Cannabis für seine Therapie mitführen möchte, muss einige wichtige Dinge beachten . Zunächst ist wichtig zu wissen, dass auch innerhalb der EU die Länder oft viele verschiedene Gesetzgebungen und Regeln haben, was medizinisches Cannabis betrifft. Dabei laufen sämtliche Cannabis-Präparate als  verkehrsfähige Betäubungsmittel, wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um die Blüte, den Extrakt der Pflanze oder diverse Fertigpräparate handelt.

Um die Mitnahme offiziell zu beglaubigen, ist nach §75 des Schengener Abkommens , eine offizielle Bescheinigung für das Mitführen der Substanzen notwendig, so dass direkt zu erkennen ist, das man das Cannabis aus gesundheitlichen Gründen mit sich führt. Ein spezielles Formular , welches zum Mitführen von Betäubungsmitten autorisiert, muss vom behandelnden Arzt ausgefüllt und offiziell von der Gesundheitsbehörde abgesegnet werden. Mit dieser Bescheinigung ist es dem Inhaber gestattet den Bedarf für 28 Tage in ein EU-Land zu im- und exportieren. Bei Flugreisen gilt es zusätzlich zu beachten, dass sowohl das Cannabis-Produkt, als auch die Bescheinigung im Handgepäck transportiert werden müssen, so dass diese bei Bedarf vorgezeigt werden können. Dabei muss das Cannabis in seiner Originalverpackung luftdicht transportiert werden, wie es bei Flüssigkeiten auch der Fall ist.

Bei einer Reise in ein Land außerhalb der EU gelten allerdings wieder komplett neue Spielregeln. Was bei Reisen innerhalb der EU nur ein geringes Problem darstellt, gewinnt beim Verlassen der EU mit medizinischem Cannabis im Gepäck eine ganz andere Komplexität. Zunächst gilt für diesen Reiseplan eine andere Bescheinigung als bei Reisen innerhalb der EU auszufüllen. Bescheinigt werden muss dieses Dokument wieder vom behandelnden Arzt und der Gesundheitsbehörde, wobei hier allerdings der Bedarf für 30 Tage mitgeführt werden darf. Der maßgebliche Unterschied besteht allerdings in dem Punkt, dass zusätzlich eine Importgenehmigung vom Urlaubsland eingeholt werden muss. Diese Genehmigung wird allerdings auch nicht von allen Ländern ausgestellt, was viele Reisende vor große Probleme stellen kann. Da die aktuellen Cannabis-Freigaben zu medizinischen Zwecken noch recht neu sind ist allerdings davon auszugehen, dass einheitliche Regelungen in diesem und dem kommenden Jahren flächendeckend geschaffen werden, so dass der administrative Aufwand in Zukunft stark reduziert werden kann. Entscheidend ist jedoch sich vor seiner Reise ins Ausland ausführlich über die Bestimmungen zu informieren, die es bei der Mitführung von medizinischem Cannabis zu beachten gilt!

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