Geheimnisvolle Welt der Anden
Eine Entdeckungsreise zu den präkolumbischen Kulturen Perus

Seit der Jahrtausendwende hat sich Peru immer mehr zu einem Touristenmagneten entwickelt: Das Highlight schlechthin, die sagenumwobene Inka-Stadt "Machu Picchu" inmitten der Anden, wurde 2014 von über einer Million Besuchern aus dem In- und Ausland besichtigt - etwa doppelt so viele wie noch 2004. Peru hat Reisenden, die sich für Archäologie und die Geschichte Südamerikas Interessieren und Abenteuer nicht scheuen, aber noch weitere beeindruckende Orte zu bieten. Drei Stationen im Porträt.

Donnerstag, 27.09.2018, 04:57 Uhr aktualisiert: 27.09.2018, 12:07 Uhr
Geheimnisvolle Welt der Anden: Eine Entdeckungsreise zu den präkolumbischen Kulturen Perus
Der Machu Picchu gehört zu den beeindruckensten Sehenswürdigkeiten der Welt. Foto: Flickr Machu Picchu David Stanley CC BY 2.0

Ankunft in Lima: Das koloniale Erbe Perus

Touristen aus Deutschland reisen in aller Regel über den Flughafen der Hauptstadt Lima ein. Im Internet kann man bequem  Abflug- und Zielflughafen angeben und so passende Flüge nach Peru finden: Ab Frankfurt fliegt man zum Beispiel mit LATAM via Madrid oder São Paulo nach Lima. Weitere Linien machen Zwischenstopps in den USA oder in Kanada, und mit Air France fliegt man über Paris. Bereits in Lima kann man sowohl das koloniale Erbe Perus als auch die jüngere Geschichte des Landes in allen Facetten erkunden: In der historischen Altstadt lohnt sich vor allem ein Besuch des Plaza Mayor, auch bekannt als Plaza de Armas. Er ist der zentrale Platz der Stadt, an den unter anderem die Kathedrale mit dem Grabmal des spanischen Eroberers Francisco Pizarro, das Rathaus und der Palast des Erzbischofs grenzen.

Wer mehr über die jahrtausendealten präkolumbischen Kulturen Perus erfahren möchte, bevor es zu den einstigen Inka- und Nazca-Zentren im Süden des Landes geht, ist im Museo Larco richtig . Dort gibt es unter anderem Inka-Töpfe, Musikinstrumente aus der Nazca-Zeit sowie antike Skulpturen mit erotischen Darstellungen zu entdecken.

Nazca-Linien: Riesige Scharrbilder im Wüstensand

Von Lima sind es etwas mehr als 400 Kilometer entlang der berühmten Straße "Panamericana" bis nach Nazca, wo sich heute eine Kleinstadt befindet. Die gleichnamige Kultur existierte von ca. 200 v. Chr. bis etwa 600 n. Chr. Sie ist bekannt für ihre Scharrbilder, die die Menschen mit einfachsten Werkzeugen über hunderte von Metern in den trockenen Boden der Geröllwüste kratzten. Der Zweck dieser Figuren war unter Wissenschaftlern lange umstritten: Heute gehen Archäologen davon aus, dass sie als Platz für Fruchtbarkeitsrituale genutzt wurden. Denn die Nazca-Kultur sah sich großen klimatischen Veränderungen und damit einhergehender Dürre ausgesetzt.
So wie es in der Vorstellungswelt der damaligen Menschen die Götter taten, so sieht man die Darstellungen von Tieren, Pflanzen, Menschen und geometrischen Formen auch heute am besten aus der Vogelperspektive. Interessenten seien aber gewarnt: Diese Aktivität ist nichts für schwache Nerven und sensible Mägen. Das Auswärtige Amt rät sogar von Rundflügen vom Regionalflughafen in Nazca ab, da der technische Zustand der dortigen Kleinflugzeuge und die Qualifikation der Piloten nicht europäischen Standards entsprechen würden. In der Vergangenheit kam es bereits zu Vorfällen. Laut Auswärtigem Amt sind Überflüge vom Flughafen Pisco aus eher zu empfehlen. In jedem Fall geht es schaukelig zur Sache, da die Figuren für möglichst gute Sicht in Schräglage überflogen werden müssen.

Machu Picchu: Inka-Baukunst versteckt im Hochgebirge

2.500 Besucher kamen 2016 im Schnitt pro Tag nach Machu Picchu, was die um 1450 auf einem Bergkamm erbaute Inka-Stadt zur größten Reiseattraktion Südamerikas macht. Beeindruckend sind der terrassenförmige Aufbau der Stadt, das immer noch weitgehend funktionstüchtige Kanalsystem sowie die Mauern aus riesigen Steinquadern, die gänzlich ohne Mörtel auskommen. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Inka das Rad nicht kannten, sind ihre Bauleistungen umso beeindruckender.

Nicht weniger faszinierend ist die Tatsache, dass dieser geheimnisvolle Ort in fast 2.500 Metern Höhe von den spanischen Eroberern unentdeckt blieb. Noch heute ist nicht endgültig geklärt, warum die sagenumwobene Stadt aufgegeben wurde. Sicher ist: Machu Picchu ist selbst mit modernen Verkehrsmitteln gar nicht so leicht zu erreichen : Entweder unternimmt man eine lange Wanderung - zum Beispiel auf dem legendären Inka-Trail - oder man fährt mit der Schmalspurbahn von der einstigen Inka-Hauptstadt Cusco bis nach Aguas Calientes und steigt dort in den Bus um.

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