Hoffen auf schönes Wetter
In Nordrhein-Westfalen sind Naturfreunde willkommen

Die Auswahl an Urlaubszielen für die Herbstferien wird immer kleiner. Warum nicht einmal nach Nordrhein-Westfalen reisen? Die Tourismusbranche des Landes wirbt vor allem um Naturliebhaber.

Donnerstag, 08.10.2020, 10:32 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 10:36 Uhr
Auch die Urlaubsregion Teutoburger Wald dürfte in den Herbstferien wieder etwas Zulauf bekommen - wenn das Wetter mitspielt.
Auch die Urlaubsregion Teutoburger Wald dürfte in den Herbstferien wieder etwas Zulauf bekommen - wenn das Wetter mitspielt. Foto: Friso Gentsch

Düsseldorf (dpa) - Die Tourismusbranche in Nordrhein-Westfalenist in den bevorstehenden Herbstferien besonders auf schönes Wetterangewiesen. Der Grund: Viele potenzielle Urlauber sind noch unentschlossen sind oder zögern wegen der Corona-Entwicklung.

Wandern und Radfahren sehen Tourismusmanager als großen Trend. Die Gästezahlen steigen nach einem kräftigen Rückgang im Frühjahr im ländlichen Raum deutlich, während die Hotels in Städten nicht so viel Rückenwind haben. Auch in den Kreisen Gütersloh und Warendorf, in denen es Einschränkungen im Sommer nach dem Corona-Ausbruch im Tönnies-Stammwerk gab, geht es aufwärts. Vom Rekordniveau des Vorjahres ist Branche aber weit weg.

Bauernhöfe im Münsterland sind ausgebucht

«Gebucht werden hauptsächlich Ferienwohnungen. Bauernhöfe sind nahezuvollständig ausgebucht», berichtet Eva Stannigel von Münsterland e.V.Für die erste NRW-Ferienwoche seien diese Unterkünfte gut gebucht, inder zweiten Woche gebe es noch Kapazitäten. Hotels hingegen hätten imSchnitt weniger Buchungen als vor Beginn der Corona-Pandemie. «Hierreagieren die Gäste auch deutlich sensibler auf neue Entwicklungenwie Fallzahlen», schildert sie. Einige Gäste zögen wegen Corona ihreBuchung zurück, andere buchten wieder. Im Kreis Warendorf seien dieGäste nach den regionalen Einschränkungen im Sommer zurückgekommen.

«Die Gäste buchen noch kurzfristiger als vor Corona», erklärt MarkusBackes vom Teutoburger Wald Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH.Wenn das Wetter mitspiele, seien insbesondere im ländlichen Raum wieschon im Juli und August auch im Herbst gute Buchungszahlen zuerwarten. «Raus in die Natur», egal ob Wandern oder Radfahren, lautedas Motto. Auch Ausstellungen oder Thermen rückten wieder mehr in denFokus. Im Kreis Gütersloh seien die Übernachtungen im Juli um über 40Prozent eingebrochen. Die Einbußen seien 15 Prozentpunkte stärkerausgefallen als der Durchschnitt im Reisegebiet Teutoburger Wald.Inzwischen dürften es nur noch wenige Prozentpunkte Unterschied sein.

Spontantrip ins Sauerland oder in die Eifel

Der Sauerland-Tourismus e.V. geht während der Herbstferien in NRW undHessen von guten Zahlen aus. Seit den Lockerungen Mitte Mainormalisierten sich die Ankünfte und Gästeübernachtungen von Monat zuMonat. Bei relativ warme Temperaturen und wenig Regen rechnet derVerein zusätzlich mit weiteren Spontanbuchungen und einer Vielzahl anTagesausflüglern im Sauerland.

Auch die Eifel Tourismus GmbH berichtet bei den Buchungen von einemAufwärtstrend. Allerdings werde der Verlust aus den umfangreichenEinschränkungen des Frühjahrs nicht zu kompensieren sein. Hinzu kommeein Überschneiden der Ferienzeiten in Nordrhein-Westfalen undRheinland-Pfalz in diesem Jahr, wodurch statt vier Wochen mit demSchwerpunkt Familienurlaub diesmal nur zwei anstünden. Der Rhein-ErftTourismus e.V. sieht das Wetter als den großen Faktor. Sehr vieleFreizeitgäste wollten Radfahren. In den regnerischen Tagen zögere einTeil noch mit den Buchungen. Die Hotels, Gastronomen, Schlösser undFreizeiteinrichtungen hätten sich längst mit ihren Hygienekonzeptenan die Corona-Vorgaben angepasst, heißt es auch in dieser Region.

© dpa-infocom, dpa:201008-99-868996/3

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