Neue Messmethode
Mount Everest ist jetzt offiziell 86 Zentimeter höher

Dass der Mount Everest der höchste Berg der Welt ist, ist wohl unumstritten. Aber wie viele Meter misst er eigentlich genau? Das haben Forscher nun überprüft.

Dienstag, 08.12.2020, 12:11 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 12:16 Uhr
Nepal und China haben eine neue offizielle Größe des Mount Everests bekanntgeben: Er misst nun 8848.86 Meter.
Nepal und China haben eine neue offizielle Größe des Mount Everests bekanntgeben: Er misst nun 8848.86 Meter. Foto: Aryan Dhimal

Kathmandu (dpa) - Der höchste Berg der Erde ist jetzt offiziell 86Zentimeter höher - konkret 8848.86 Meter. Das teilte ChinasAußenminister Wang Yi während einer Videokonferenz mit.

Bislang gab es für den Mount Everest zwar eine gemeinhin akzeptierteHöhe von 8848 Metern, die von indischen Forschern aus den 1950ernstammt. Seither aber haben mehrere Teams nachgemessen und sind aufjeweils etwas andere Resultate gekommen. Nun haben China und Nepal,auf deren gemeinsamer Grenze der Berg steht, erstmals gemeinsamgemessen und berechnet.

Der neue offizielle Höhenwert könnte sich nicht nur wegen genauererMessmethoden geändert haben, sagt Christian Gerlach von derBayerischen Akademie der Wissenschaften, der zu Erdmessung undGlaziologie forscht. Die Höhe könnte sich auch tatsächlich geänderthaben - etwa wegen eines Verschiebens tektonischer Platten, desstarken Erdbebens von 2015, das im Himalaya-Gebirge generell zuHöhenveränderungen von Bergen geführt habe, sowie wegen desAbschmelzens der Schneedecke oben auf dem Gipfel infolge desKlimawandels.

Nepal, eines der nach den Vereinten Nationen am wenigstenentwickelten Länder der Welt, wollte zunächst alleine messen. Abernach einem Besuch von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping 2019wurde es ein Gemeinschaftsprojekt im Zeichen «ewiger Freundschaft»,wie es in einer gemeinsamen Erklärung hieß. China betonte darin auchInfrastrukturhilfe an das arme Nepal und dieses wiederum seineAnerkennung Taiwans und Tibets als Teile Chinas.

Um die Höhe zu bestimmen, bestiegen Teams der beiden Länder den Bergund maßen dort mit Winkelmessgeräten anhand von bereits bekanntenPunkten im Tal und Geräten, die GPS-Signale empfangen. Dasnepalesische Team war 2019 oben, als es einen Stau von Abenteurern inder sogenannten Todeszone gab. Das chinesische Team war in diesemCorona-Jahr dort - Medienberichten zufolge als einziges Teamüberhaupt. Um auf den neuen Wert zu kommen, gab es auch Messungen derSchwerkraft in der Umgebung des Everests und Berechnungen anhand voneinem Computermodell. Denn die Satellitenmessung erfasst nicht direktdie Höhe über dem Meeresspiegel.

© dpa-infocom, dpa:201208-99-612895/4

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7713881?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686138%2F2686293%2F2686469%2F
Nachrichten-Ticker