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Reise
Ägypten will Frachttransportmöglichkeiten erweitern

Während sich viele Länder noch von den Auswirkungen des Coronavirus erholen, hat Ägypten bereits begonnen, nach vorne zu schauen. Da die Einnahmen aus touristischen Quellen wie das Visum Ägypten und Resortbuchungen einen historischen Tiefstand erreicht haben, sieht das afrikanische Land dies als perfekten Zeitpunkt, um stark in die heimische Infrastruktur zu investieren. Das Ziel ist es, den Frachtverkehr in Ägypten stark zu erhöhen, in der Hoffnung, den Schaden durch den fehlenden Tourismus auszugleichen.

Freitag, 19.02.2021, 04:02 Uhr aktualisiert: 19.02.2021, 13:53 Uhr
Reise: Ägypten will Frachttransportmöglichkeiten erweitern
Foto: Colourbox

Krise im Tourismus trifft Ägypten hart

Ägypten gehört zu den Ländern, die am stärksten vom Coronavirus betroffen sind. Das Land ist traditionell ein beliebtes Reiseziel, aber im Mai letzten Jahres sanken die Tourismuseinnahmen fast auf Null. Ägypten war gezwungen, sein beliebtes Online-Visasystem zu schließen und wie die meisten Länder ein Reiseverbot zu verhängen. In letzter Zeit hat die Regierung Schritte unternommen, um die Tourismusindustrie wiederzubeleben, obwohl die Zahl der Corona-Infektionen in Ägypten immer noch signifikant ist.

Zum Beispiel hat die Regierung vorübergehend die Visumspflicht für Reisende aufgehoben, die die beliebten Badeorte des Landes besuchen wollen. Das bedeutet, dass ausländische Reisende derzeit kein Visum Ägypten benötigen, wenn sie in diese Gebiete reisen wollen. Für eine Reise in andere Gebiete, z. B. nach Kairo oder Luxor muss immer nohc ein Visum beantragt werden. Außerdem hat Ägypten angekündigt, die Gültigkeit des Ägyptischen E-Visums von 90 Tagen auf bis zu 5 Jahre zu erhöhen.

Mit der Unsicherheit, die Covid mit sich bringt, ist es jedoch nicht garantiert, dass der Tourismus in naher Zukunft wieder anziehen wird. Deshalb investiert die ägyptische Regierung auch stark in Handel und Infrastruktur.

Investitionen in Eisenbahnen

Die ägyptische Regierung hat kürzlich einen Vertrag mit dem deutschen Elektronikkonzern Siemens AG unterzeichnet, um ein hochmodernes elektrisches Eisenbahnsystem zu bauen, das die Ost- und Nordküste verbindet. Das Projekt soll die verschiedenen Industriebezirke Ägyptens miteinander verbinden, so dass Güter schneller und in viel größeren Mengen transportiert werden können. Mit Linien, die direkt zu den verschiedenen Häfen Ägyptens führen, wird eine deutliche Steigerung der Transporteffizienz erwartet. Das Projekt kostet schätzungsweise 22 Milliarden Dollar und soll bis 2023 abgeschlossen sein.

Darüber hinaus hat sich die ägyptische Eisenbahnbehörde (ERA) zum Ziel gesetzt, die jährliche Frachtmenge, die über ihr Eisenbahnsystem transportiert wird, bis 2025 von 3 Millionen Tonnen auf 25 Millionen Tonnen zu erhöhen.

Zu Frachtflugzeugen umgebaute Passagierflugzeuge

Als direkte Folge der durch das Coronavirus verursachten Tourismuskrise hat Ägypten damit begonnen, Passagierflugzeuge in Frachtflugzeuge umzuwandeln. Vor kurzem wurden 3 weitere Passagierflugzeuge von EgyptAir Cargo umgerüstet, wobei jedes Flugzeug eine maximale Nutzlast von fast 60 Tonnen hat. Anstatt alte, ausgemusterte Flugzeuge für den Frachtverkehr einzusetzen, spart EgyptAir nach eigenen Angaben dadurch eine Menge an Wartungs- und Betriebskosten, was letztlich für höhere Gewinne sorgen wird.

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Foto: unsplash.com

Sinai-Hafen wiedereröffnet

Anfang Januar begrüßte der Hafen von Al-Arish im Sinai sein erstes Frachtschiff seit Jahren. Das Gebiet im Nordsinai war aufgrund der Konflikte zwischen der Armee und ISIS lange Zeit für jegliche Art von Transport gesperrt. Die ägyptische Regierung glaubt nun, dass die Bedrohung ausreichend eingedämmt wurde, um den Haupthafen des Nordsinai wieder zu öffnen und den Frachttransport wieder zu ermöglichen. Die Eröffnung des Hafens von Al-Arish ist Teil eines umfassenderen Plans der Regierung, in die Region Nordsinai zu investieren, mit dem Ziel, die Industrie und das Beschäftigungswachstum in der notleidenden Region anzukurbeln. 

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