Keine Rückkehr im Sommer
Karl-May-Spiele verschieben «Ölprinz»-Premiere auf 2022

In einer normalen Saison locken die Karl-May-Spiele Hunderttausende Besucher nach Schleswig-Holstein. Doch im vergangenem Jahr fiel die Saison pandemiebedingt ins Wasser. Und auch in diesem Sommer wird es keine Aufführung geben.

Mittwoch, 07.04.2021, 11:07 Uhr aktualisiert: 07.04.2021, 11:12 Uhr
Die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg sind für dieses Jahr schon abgesagt worden - die nächste Premiere soll nun am 25. Juni 2022 sein.
Die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg sind für dieses Jahr schon abgesagt worden - die nächste Premiere soll nun am 25. Juni 2022 sein. Foto: Marius Becker

Bad Segeberg (dpa) - Winnetous Rückkehr an den Kalkberg in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) muss um ein weiteres Jahr verschoben werden. Die Karl-May-Spiele fallen auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das bereits für die Saison 2020 geplante Stück «Der Ölprinz» kann erst 2022 Premiere feiern, wie die Kalkberg GmbH mitteilte.

«Wir hatten gehofft, dass Winnetou in diesem Sommer zurückkehren kann, aber leider ist das nicht möglich», teilte die Geschäftsführerin Ute Thienel mit. «Das Risiko wäre einfach viel zu groß.» Die Impfungen kämen für diese Saison zu spät.

Premiere für das Stück mit Alexander Klaws als Winnetou, Sascha Hehn als Ölprinz Grinley und Katy Karrenbauer als Rosalie Ebersbach soll nun am 25. Juni 2022 sein. Es sind 72 Vorstellungen bis zum 4. September geplant. Alle drei Hauptdarsteller hätten zugesagt, ihre Rollen auch im kommenden Jahr zu übernehmen.

Das wechselhafte und dynamische Corona-Geschehen lasse verantwortungsvolle Planungen für eine Veranstaltung dieser Art und Größenordnung nicht zu, begründete Thienel die Entscheidung. So sei völlig unklar, wie viele Zuschauer ins Stadion dürfen. Nach Thienels Angaben müssten insgesamt mindestens 200.000 Zuschauer kommen, um die Kosten einzuspielen. «Wenn wir die Produktionskosten von rund fünf Millionen Euro erst einmal aktiviert haben, gibt es kein Zurück mehr», sagte Thienel.

In Elspe im Sauerland hat man die Spiele noch nicht abgeschrieben. Allerdings müsse man innerhalb der nächsten fünf Wochen wissen, ob und wenn ja unter welchen Bedingungen Vorstellungen erlaubt wären.

Denkbar sei vielleicht, dass die Zuschauer einen negativen Corona-Test vorlegten oder eine Impfung nachwiesen. Wenn statt der 4000 Plätze nur 2000 besetzt würden, sei das auch noch finanziell «darstellbar», sagte Elspe-Geschäftsführer Philipp Aßhoff am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Im vergangenen Jahr war das Elspe Festival wegen Corona abgesagt worden. Die Karl-May-Spiele mit 60 Darstellern und Stuntmen sowie 40 Pferden locken normalerweise jeden Sommer weit über 200.000 Besucher ins Sauerland. Dieses Jahr steht «Der Ölprinz» auf dem Programm.

© dpa-infocom, dpa:210407-99-111730/2

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